Gerade hatte am Montag Bayerns Ministerpräsident Markus Söder erklärt, dass die Staatsregierung die strengen Ausgangsbeschränkungen für die Bürger länger durchziehen wird, da kommt ein erneuter Hilferuf von Georg Frank. Der Direktor des Circus Henry ist mit über 20 Personen und mehr als 50 Tieren in Dörfles-Esbach gestrandet. Die Zirkus-Familie darf keine Vorstellungen geben, aber auch nicht weiterziehen. Der Kampf gegen Corona kann den 1812 gegründeten Circus Henry seine Existenz kosten.

"Die beiden Dürrejahre haben das Futter für die Tiere teuer werden lassen, für Winterquartiere haben wir viel Geld aufwenden müssen. Jetzt sind die Reserven aufgebraucht", schildert Seniorchef Georg Frank. Er jammert nicht. Er sagt wie es ist. Bis auf weiteres ist es aussichtslos. Alle Versuche, den Rasenplatz an der Paschendaele-Straße in Dörfles-Esbach für einen alternativen Standort zu verlassen, sind gescheitert.

An Arbeit mangelt es dagegen nicht. Der Platz muss sauber gehalten werden. Das ist nicht einfach bei über 50 Tieren, zu denen auch Pferde, Kamele und ein Rind gehören. Futter muss beschafft werden. Für eine oder zwei Wochen gelingt es leicht, täglich sieben bis acht Zentner Heu, zwei Zentner Karotten, die gleiche Menge Getreide und zehn bis zwölf Kilo Hundefutter aufzutreiben. Doch über mehrere Wochen? Es wird zunehmend schwieriger.

Laufende Kosten bleiben

Die laufenden Kosten für Fahrzeuge, Versicherungen und natürlich den Lebensunterhalt der Mitarbeiter muss das Unternehmen weiter aufbringen, auch wenn keine Vorstellung stattfinden kann, um etwas einzunehmen. Bei alledem wird auch weiter trainiert und geprobt. Denn alle müssen fit sein, wenn der Betrieb wieder aufgenommen werden kann. Dafür steht das Zirkuszelt an der Paschendaele-Straße, das natürlich immer wieder neugierige Blicke auf sich zieht. Doch anders als sonst kann Robin Frank, der Juniorchef, jetzt niemanden hereinbitten, um die Kunst der Artisten vorführen zu können. Eine frustrierende Situation. Ebenso wie die Tatsache, dass es ohne fremde Hilfe nicht mehr geht. "Wir sind jetzt auf Hilfe angewiesen, sonst wissen wir nicht, wie es weitergehen soll", sagt Robin Frank, während er mit jungen Artistinnen probt. Wohl auch, weil ihn die Arbeit auf andere Gedanken bringt.