"Es hat niemand gesagt, dass wir fertige Konzepte vorlegen!" Diesen Hinweis stellte Oberbürgermeister Norbert Tessmer (SPD) voran, als er am Mittwoch in einer Sondersitzung des Stadtrats die "Denkpause" für beendet erklärte. Diese Denkpause hatte der Stadtrat sich im Mai verordnet, als die Diskussion über ein Kongresshotel am Anger hohe Wellen in Coburg schlug.

Im April hatte der Stadtrat einem Hotelprojekt zugestimmt, über das nichtöffentlich seit Juli 2018 kontinuierlich informiert worden war. Lange Zeit habe stadtratsintern Einverständnis bestanden, sagte Tessmer - bis die Investoren erste Entwürfe vorlegten und die dann den Medien zugespielt worden seien.

Trotzdem stimmte der Stadtrat dem Hotelprojekt im April noch mit 38 gegen eine und dem Verkauf des Grundstücks mit 29 zu sieben Stimmen zu. Aber "das hat heftige Reaktionen gegeben, die man nicht beiseite schieben darf", sagte Tessmer. Es war vor allem das Aussehen des Hotels in diesen ersten Entwürfen - und die Höhe des Gebäudes mit sieben Voll- und einem Staffelgeschoss oben drauf.

Aber es hätte - bis auf das Staffelgeschoss - dem Bebauungsplan entsprochen.

Aber dieser Bebauungsplan soll nun überarbeitet werden. Bis zur September-Sitzung soll das entsprechende Verfahren von der Verwaltung vorbereitet und dann vom Stadtrat beschlossen werden. Entsprechende Anträge hatten die CSB-Fraktion und das Ehepaar Benzel-Weyh (parteilos) gestellt. Wie Tessmer sagte, könnten bis September schon Fragen wie Schallschutz oder die Lage von Versorgungsleitungen geklärt werden. Im Rahmen des Bebauungsplanverfahrens selbst sei dann auch Bürgerbeteiligung möglich, und es könnten Gutachten einfließen.

Alle 30 noch anwesenden Stadträte stimmten außerdem dafür, dass der Beschluss, ein Stück Anger für einen Hotelbau zu verkaufen, aufgehoben wird.