Er ist operiert worden - aber dass er ein Gefangener ist, daran gibt es keinen Zweifel.

Nachdem der Coburger Dieter Kellouche im Gefängnis in Dubai von einem Mithäftling misshandelt wurde, konnte er vor einige Tagen operiert werden. Er hatte einen mehrfachen Bruch des rechten Fußes erlitten. Er werde nach der OP auf keinen Fall mehr rennen können, ob es mit normalem Laufen klappt, sei auch noch nicht sicher, sagt Kellouche in einem Video, dass er unserer Redaktion zugeschickt hat. Er hofft, dass sich sein Fall dadurch im Netz verbreitet.

Immerhin - im Krankenhaus verfügt er vorübergehend über ein Smartphone, kann sich auch in Deutschland bemerkbar machen.

Kein falsches Geständnis

Er sitzt zu lebenslanger Haft verurteilt im Gefängnis, weil er angeblich einen Scheich in Dubai "in terroristischer Absicht" angegriffen habe, so die Anklage. Dabei habe er den Mann nur begrüßen wollen, weil er ihn von Arbeitsaufenthalten in dem Emirat kannte, sagt Kellouche (wir berichteten mehrfach). Da er bislang kein Geständnis abgelegt hat, ist er weiter in Haft, bereits seit 2017. Zur Zeit machen die arabischen Behörden keine Anstalten, ihn im Zuge einer Begnadigung zu entlassen. Kellouche hatte auf eine Gnaden-Entscheidung im Ramadan gehofft, aber auch das vergebens. Ein falsches Geständnis abzulegen, aus Hoffnung auf eine Begnadigung, das will der Deutsche nicht.

Es ist zudem unklar, wie die arabischen Behörden mit einer solchen Einlassung umgehen würden, auch die nachträgliche Begründung der bereits verhängten lebenslangen Haft wäre dabei nicht ausgeschlossen.

Brief an Maas

Kellouche hatte bereits einen Brief an Bundesaußenminister Heiko Maas verfasst und ihn gebeten, in der Sache tätig zu werden. Unsere Redaktion hatte den Inhalt an das Auswärtige Amt in Berlin weitergeleitet. Bislang hat er keine Rückmeldung erhalten.