"Das kann ich Ihnen mit einem Wort beantworten: Nichts. Da ist gar nichts dran!" Klaus Schillig will keine Fusion mit dem SC Sylvia Ebersdorf. Zuletzt häuften sich wieder Gerüchte, dass die beiden Nachbarvereine im Fußball gemeinsame Sache machen würden.

Der Hauptsponsor und stellvertretende Vorsitzende des Bayernligisten VfL Frohnlach habe zwar nichts gegen die Ebersdorfer, doch einen Pakt wird es auch in der neuen Saison nicht geben. Derartige Gedankenspiele seien ja nicht neu. Erst vor zwei Jahren hatte der Frohn-lacher Franz Stegner eine Vision von der Fusion. Apropos Franz Stegner: Mit dem im letzten Jahr verstorbenen Chef der Firma Stechert vereinbarte Klaus Schillig im Februar 2015 ein Sponsoring für seinen Klub. "Er wollte wieder größer bei uns einsteigen", erinnert sich Schillig.
Dass er damals nichts schriftlich fixiert hat, ärgert ihn gewaltig: "Seine Zusage gab es leider nur mündlich". Die zugesagte, "größere Summe für den VfL" floss später nicht. "Franz, der uns schon ewig unterstützt hat, ist danach leider gestorben. Sein Stiefsohn Erwin Stechert war nicht bereit das versprochene Geld zu geben", klärt Klaus Schillig auf.

Der VfL hatte jedoch damit kalkuliert. Deshalb war für die "Blau-Weißen" guter Rat teuer. Vergeblich wurde nach Worten Schilligs versucht andere Unternehmen aus der Region für ein Sponsoring zu gewinnen - darunter auch die Firma Finori, die sich beim Kreisligisten SC Sylvia Ebersdorf großzügig einbringt. "Ja, ich habe letztens auch mit Stefan Finzel gesprochen."

Schillig glaubt zu wissen, warum die Attraktivität an Bayernliga-Fußball in Frohnlach verloren gegangen ist. Fast schon ein wenig neidisch zählt er andere empor geschossene Sportarten auf: "Basketball, Handball, Volleyball - die werden hier alle gut unterstützt. Wir haben dorthin viele von unseren Zuschauern verloren. Der Fußball hat es verdammt schwer. Erst Recht wenn Erfolg ausbleibt: Sie kennen ja unsere Tabellenplätze..."
Schillig spricht in Sachen Finanzen Tacheles: "Unsere Firma kann das entstandene Loch nicht alleine stopfen". Ganz nach der Philosophie seines Ostern 2013 verstorbenen Vaters Willi Schillig, der den Klub über drei Jahrzehnte zu Ruhm und Ehre führte, will er handeln: "Du kannst nur so viel ausgeben, wie Du hast. Bamberger Verhältnisse wird es bei uns nicht geben", findet er klare Worte. Und: "Wir müssen Einsparungen machen. Das habe ich bereits angekündigt".

Letzte Woche trat er das erste und wie er sagt, sicher nicht das letzte Mal vor Spieler und Trainer. Er erklärte, warum die Planungen für die neue Serie noch nicht vorangetrieben wurden und weshalb die üblichen Gespräche und Verhandlungen bisher nicht stattfanden.

"Nächste Woche wissen wir mehr. Dann werde ich die Jungs noch einmal auf den aktuellen Stand bringen". Gehaltskürzungen sind klar. Die Zukunft der Reserve ist dagegen offen. Ob und in welcher Klasse die 2. Mannschaft des VfL Frohnlach 2016/2017 spielt, muss abgewartet werden. Klarheit soll in den nächsten ein, zwei Tagen in der Trainerfrage herrschen: "Wir werden bald wissen, ob Brauni (Cheftrainer Stefan Braungardt/Anm. d. Red.) und Alex (Co-Trainer Alexander Weber) weitermachen und wie sich Oli Müller entscheidet. Wir wollen mit ihnen weitermachen, denn wir sind zu 99 Prozent immer der gleichen Meinung", ist Schillig zuversichtlich, Einigkeit mit dem Trio zu erzielen.

"Nichts. Gar Nichts" - ist schließlich noch einmal Schilligs kurze Reaktion auf ein weiteres Gerücht. Olaf Teuchert, der als Trainer in Ebersdorf derzeit in der Kritik steht, sei kein Kandidat für den durch den Rücktritt von Michael Werner frei werdenden Posten des Sportlichen Leiters beim VfL Frohnlach.