Nach der Premiere mit dem "Goldstrand" im vergangenen Jahr soll es auch in den kommenden Sommermonaten wieder ein gastronomisches Angebot am Goldbergsee in Coburg geben. Das hat der Stadtrat am Donnerstag (17. Februar 2022) entschieden.

Bernd Leuthäusser von der Coburger Gruppe des Landesbundes für Vogelschutz (LBV) hält es zwar grundsätzlich für möglich, dass ein Naturschutzgebiet wie der Goldbergsee und eine Gastronomie "gute Nachbarn" sein können. In einer Stellungnahme bittet Leuthäusser aber darum, dass die Stadt Coburg bei der entsprechenden Ausschreibung auf Nachhaltigkeit, Regionalität sowie eine möglichst geringe Beeinträchtigung der Natur achtet.

Coburger Biergarten in der Kritik: Das soll sich alles ändern

Auch, was die Auswahl der Speisen und Getränke betrifft, könnte die Stadt neue Wege gehen. So schreibt Leuthäusser wörtlich: "Es gibt Alternativen zum Standard-Biergarten mit Maßkrug, Burger und Pommes frites. Die Richtung sollte stimmen: gesund und nachhaltig, statt fett und Alkohol." Vor allem Eltern mit Kindern würden gesunde Produkte bevorzugen.

Außerdem sollte der Goldbergsee nicht zur "Partymeile" werden. "Laute Musik und Bierzeltstimmung passen nicht in die Umgebung eines Schutzgebietes", findet Leuthäusser und fordert, dass der Betreiber einer Gastronomie als Auflage bekommt, keine Lautsprecher aufstellen zu dürfen. Zum Schutz der Ufer- und Wiesenbrüter sollte es auch keine "Beleuchtungseinrichtungen" geben.

Bezüglich der "Anreise" sollten die Menschen zur Nutzung des Fahrrads motiviert werden. "Fahrradstellplätze, die bisher völlig fehlen, wären ganz sicher wichtig und gut frequentiert", schreibt Leuthäusser. Auch eine "angemessene Parkgebühr" für Autos könnte einen "sinnvollen Beitrag" leisten. Ein Mehr an Auto-Besuchern verkrafte das Gebiet auf jeden Fall nicht, so Bernd Leuthäusser.

Freizeitaktivitäten auf Goldbergsee wegen Umweltschutz einschränken

Und schließlich äußert sich Leuthäusser auch zur Freizeitnutzung des Goldberrgsees. Er schreibt: "Wir meinen, dass der Goldbergsee nicht dazu geeignet ist, Coburg zum Eldorado für Segler, Surfer, Stand-Up-Paddler zu machen. Es spricht sicher nichts gegen ein paar Tretboote auf dem Freizeitsee. Aber muss es sein? Es ist auch hier ein wertvoller Schilfgürtel entstanden, Lebensraum und Brutgebiet für viele Wasservögel. Immer spannend, wenn man sich darauf einlässt und genau hinguckt. Da könnte der Blick durchs Fernglas mehr Abenteuer bieten als die Bootsfahrt."

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