Basketball-Bundesligist Medi Bayreuth ist respektabel in die Testspielphase zur Vorbereitung auf die Mitte Oktober mit dem BBL-Pokalturnier beginnende Saison 2020/21 gestartet: Gegen den Meisterschaftshalbfinalisten Ratiopharm Ulm lagen die Oberfranken über weite Phasen deutlich in Führung und mussten sich erst im Endspurt knapp mit 95:97 (52:43) geschlagen geben.

"Es war unser erstes Testspiel nach nur einer gemeinsamen Woche Mannschaftstraining. Meine Mannschaft hat schon vieles richtig gemacht, das Resultat ist für mich sekundär. Gegen Ende der Partie haben wir etwas den Fokus und den Rhythmus verloren. Ulm ist bereits spielerisch und taktisch ein gutes Stück weiter, somit geht deren Sieg auch in Ordnung", war Medi Bayreuths Head Coach Raoul Korner nach der knappen Niederlage im ersten Testspiel der Saisonvorbereitung alles andere als unzufrieden.

Ryan Woolridge, Philipp Jalalpoor, David Walker, Osvaldas Olisevicius und Dererk Pardon starteten für die Bayreuther in die Partie. Zwischen der 3. und der 8. Spielminute gestatteten sie den Schwaben keinen einzigen Korb und zogen bis auf 25:7 davon, bevor Ulms Routinier Per Günther den Bayreuther 22:0-Lauf stoppen konnte. Wenig später ging es beim Stand von 30:13 (10.) in die erste Viertelpause. Auffällig war zu diesem Zeitpunkt das ausgeglichene Bayreuther Mannschaftsspiel, das sich auch in der Punkteverteilung manifestierte: Von bis dahin bereits zehn eingesetzten Akteuren konnten sich bei Medi Bayreuth mit Ausnahme von Kapitän Bastian Doreth alle als Korbschützen auszeichnen.

Angeführt vom starken österreichischen Nationalspielmacher Thomas Klepeisz, der zum Seitenwechsel als einziger Akteur auf dem Parkett ein zweistelliges Punktekonto (13/3) vorweisen konnte, meldeten sich die Gäste in der Partie zurück und konnten bis zur Pause bis auf 52:43 (20.) verkürzen.

Nach dem Seitenwechsel waren dann wieder die Gastgeber am Zug, die diesen Abschnitt mit 23:21 für sich entschieden und mit einem vermeintlich komfortablen 75:64-Vorsprung in den Schlussabschnitt gingen. Selbst zu Beginn der 38. Minute sah es beim Stand von 92:82 noch gut für die Mannen von Raoul Korner aus. Zwei Fahrkarten von Neuzugang David Walker an der Freiwurflinie waren der Beginn einer Vielzahl an Bayreuther Fehlern, die die Ulmer bitter zu bestrafen wussten. Ein Dreier von Per Günther zum 94:95 brachte den Gästen erstmals seit der dritten Minute wieder eine Führung ein, die John Petrucelli nach einem Bayreuther Fehlwurf für die Schwaben auf 94:97 ausbauen konnte.

Vier Sekunden vor dem Spielende musste Bartley an die Freiwurflinie, versenkte den ersten Wurf, setzte den zweiten an den Ring, doch der Rebound landete in den Händen der Ulmer, die damit ihrer makellosen "Testspielweste" nach Siegen gegen Bayern München, Olimpia Ljubljana und Brose Bamberg ein weiteres Erfolgserlebnis hinzufügen konnten. "Der Einsatzwille, den die Jungs bei ihrem Comeback gezeigt haben, war gut. Aber wir dürfen damit nicht bis zur 35. Minute warten", monierte Gästecoach Jaka Lakovic nach der Partie.

Statistik:

Medi Bayreuth: Pardon (12 Punkte; 7 Rebounds), Woolridge (9), Jalalpoor (9/1 Dreier), Bruhnke (5/1), Doreth (12/2; 4 Assists), Seiferth (10), Tiby (9), Walker (7), Bartley (15/2), Olisevicius (7)

Ratiopharm Ulm: Landers (0), Günther (16/4), Petrucelli (12/2; 3 Steals), Philipps (2), Wilkins (4), Obst (4), Bretzel (4), Osetkowski (21), Klepeisz (17/2), Capain (2), Heckmann (9), Holman (6; 5 Rebounds)