Die Innengestaltung soll auf die lange Familiengeschichte der Bäckerei Pflaum verweisen. Dazu gehören altes Bäckereihandwerkszeug, ein Brandstempel zum Kennzeichnen von Bierfässern oder auch "unsere erste Kasse, Schreibmaschinen, Telefone und Sammeltassen." Die Tochter der Pflaums trug Kunstwerke bei.
Bäckerei Pflaum: Traditionsbetrieb seit über 100 Jahren kehrt zurück
Die Bäckerei ist seit über 100 Jahren ein Familienbetrieb. Pflaum übernahm die Bäckerei seines Vaters, da war er erst 20 Jahre alt. Sein Vater war erkrankt, er musste sich um die Familie kümmern, so erzählt es Pflaum im Gespräch. Die Situation war eine völlig andere als heute. "Da muss es funktionieren!"
Das sei nun anders. Den Pflaums sind die Freude und Sinnhaftigkeit ihrer Arbeit wichtig. "Wenn man Glück hat, geht es in dem Lebensabschnitt nicht nur ums Monetäre", sagt Heinrich Pflaum. Dann sei das Risiko auch nicht so schlimm. "Wenn es schiefgeht, dann geht es halt schief." Welche Bäckereien in Franken ein besonders gutes Preis-Leistungs-Verhältnis haben, verraten unsere Leser hier.
Pflaum ist bewusst, wie viel Glück er hat, in dieser Position zu sein – finanziell wie physisch, und fit im Kopf. "Ich fühle mich wie 50!", lacht er.
Neueröffnung in Pegnitz: "Bewegendste war Reaktion der Kunden"
Die Rückkehr der Pflaums kommt auch in Pegnitz gut an. "Wir hatten keinerlei Werbung, keine Aktionen", berichtet Pflaum. "Und am Dienstagabend hatten wir dann 300 Kunden. Es war wie Heimkommen." Das sei das Gefühl gewesen, das ihnen entgegenkam von den Gästen. "Das Bewegendste allerdings war die Reaktion der Kunden. Es kam und kommt so viel an Emotion, an Wohlwollen und Freude zurück, und das ist unbezahlbar."
"Wir können gar nicht durch die Stadt gehen", berichtet Pflaum. Von überall her gebe es Blumen, Wohlwünsche, positive Rückmeldungen. "Der Zuspruch war mehr als genial." Für ihn sind die Bäckerei, und nun das Café, mehr als nur Beruf. "Arbeit und Leben gehören zusammen."
Pflaum sieht diesen Wiederanfang im späteren Lebensabschnitt beinahe philosophisch, als eine Mission in unsicheren Zeiten. "Wir haben 70 Jahre lang von diesem Land Frieden, Bildung, Gesundheitsförderung und Demokratie bekommen. Jetzt ist der Zeitpunkt, wo wir was zurückgeben müssen – und wenn es nur so ein Café ist!"
Bäckermeister Pflaum: "Ein Stück von mir geblieben"
Es geht auch um die Zukunft des Handwerks. "Jeden Tag macht eine Bäckerei zu", erklärt Pflaum. Das wollte er nicht. Wenn das Café gut laufe, dann könne man es später an Nachfolger weitergeben und jungen Menschen so eine Chance ermöglichen.
Pflaum will seine Fähigkeiten nicht brachliegen lassen, das merkt man ihm an. "Use it or lose it!" sagt er. "Wenn wir mal gestorben sind und es unser Café noch geben sollte, und Menschen sagen, treffen wir uns beim Pflaum zum Kaffeetrinken, dann ist ein Stück von mir geblieben. Und was gibt es mehr in einem Leben?"
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