Die Polizei hat weitere Sprengsätze an einer Stromleitung entdeckt. Die Spur führt auch hier zu einem 48-Jährigen, den der Bundesinnenminister als «Klimaterroristen» bezeichnet. Aber wo ist der Mann?
Update vom 07.09.2026: Ermittlungen nach Angriffen auf Stromnetz laufen weiter
Nach der Serie von Angriffen auf das Stromnetz in mehreren Bundesländern suchen die Behörden weiterhin nach dem mutmaßlichen Täter. Bislang habe man den 48-Jährigen nicht aufspüren können, sagte ein Polizeisprecher. "Die polizeilichen Fahndungsmaßnahmen laufen weiter."
Nach den Sabotage-Aktionen in Nordrhein-Westfalen und Brandenburg wurden auch in Sachsen weitere selbst gebaute Abschussvorrichtungen im unmittelbaren Bereich von Hochspannungstrassen entdeckt. Die Sprengvorrichtungen seien durch Spezialeinheiten des Landeskriminalamtes entschärft worden. Damit steigt die Zahl der allein in Sachsen gefundenen Vorrichtungen laut Angaben der Behörden auf 21.
Aufgrund eines Bekennerschreibens und "der Art der Sprengvorrichtungen" wird ein Zusammenhang zu den Fällen in Brandenburg und Nordrhein-Westfalen geprüft, schrieben die Behörden.
Einsatz bei Wuppertal im Zusammenhang mit Sabotage-Aktionen
Der Verdächtige hatte überall versucht, mit selbst hergestellten Raketen einen dünnen Draht über die Hochspannungsleitungen zu schießen, um einen Kurzschluss zu verursachen. In Bergheim zwischen Düsseldorf und Köln waren dadurch mehrere Blöcke eines Stromkraftwerks lahmgelegt worden, es kam jedoch nicht zu Stromausfällen. Auch bei Jänschwalde in Brandenburg war ein solcher Angriff auf das Stromnetz erfolgreich.
Ein größerer Polizeieinsatz fand im Gebiet Remscheid-Wuppertal nahe eines Umspannwerks statt. Ein Sprecher der Polizei in Köln erklärte am Montagnachmittag, die Aktion sei am Vormittag "im Zusammenhang mit Fahndungsmaßnahmen" gestartet. Weitere Details nannte er nicht.
Laut der Polizei in Wuppertal wurde nun eine verdächtige Person mit einem Rucksack an einem Umspannwerk in Remscheid gemeldet. Ob es sich bei dieser Person um den Gesuchten handele, sei unklar. "Das wissen wir erst, wenn wir die Person antreffen, das ist aber bisher nicht der Fall", erklärte der Wuppertaler Polizeisprecher.
Beschädigter Zaun an Umspannwerk führt zu Polizeieinsatz
Auch bei den Ermittlern in Köln hieß es, ob es sich um den 48-Jährigen handele, sei offen. Mehrere Medien berichteten über den Einsatz. Ein Hubschrauber kreiste ebenfalls über dem Einsatzgebiet zwischen Remscheid-Lüttringhausen und Wuppertal-Ronsdorf.
Ein größerer Polizeieinsatz fand auch an einem Umspannwerk in Wesel am Niederrhein statt. In der Nacht zum Montag (6./7. September 2026) hatte eine Polizeistreife dort ein Loch im Zaun bemerkt. "Wir sind jetzt sensibilisiert in Bezug auf solche Einrichtungen und fahren dort vermehrt Streife", sagte der Polizeisprecher. Der Bereich wurde von Beamten abgesucht, es habe an dem Umspannwerk aber keine weiteren Hinweise auf eine Straftat gegeben.
In Berlin-Mitte kam es zu einer Explosion in einem Umspannwerk, wie ein Sprecher des Betreibers 50Hertz sagte. Rund 90 Ampeln in der Hauptstadt fielen aus. Laut Unternehmenssprecher deutet derzeit vieles darauf hin, dass ein technischer Defekt die Ursache ist. Dies bestätigte auch die Polizei nach ersten Ermittlungen.
Dobrindt spricht von "Klimaterrorismus" eines Einzeltäters
Zu den Taten in Brandenburg und Nordrhein-Westfalen gibt es Bekennerbriefe, die die Ermittlungsbehörden für authentisch halten und dem gesuchten 48-Jährigen aus Gevelsberg im südlichen Ruhrgebiet zuordnen. "Das Wissen, was offenbart wird in diesen Schreiben, das ist eindeutiges Täterwissen", hatte Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) am Freitag gesagt. Es handele sich offenbar um "Klimaterrorismus" eines Einzeltäters.
Am Samstag veröffentlichten die Ermittler einen Fahndungsaufruf mit zwei Fotos des Verdächtigen. Inzwischen wird auch nach einem Fahrrad gesucht, das er möglicherweise benutzt hat. Die Ermittler hoffen weiterhin auf Zeugenhinweise. In der Wohnung des Tatverdächtigen hatten Fahnder Sprengstoff gefunden.
Am Sonntag hatte ein Großeinsatz im lange Zeit von Klimaaktivisten besetzten Hambacher Forst im Rheinischen Braunkohlerevier nahe Köln stattgefunden, nachdem der Camping-Lastwagen des Verdächtigen ganz in der Nähe entdeckt worden war. Allerdings fanden die Beamten dort keine Hinweise auf den Mann.
Kampf gegen fossile Energien als Grund?
In den Bekennerbriefen hatte der mutmaßliche 48-jährige Täter die Angriffe auf das Stromnetz mit dem Kampf gegen fossile Energien begründet. "Stromerzeugung aus fossilen Brennstoffen ist ein Verbrechen", heißt es in den Briefen, die auch der Deutschen Presse-Agentur vorliegen. In allen drei betroffenen Bundesländern wird noch Braunkohle abgebaut und verstromt.
Update vom 06.09.2026: Verdächtiger könnte sich im Hambacher Forst aufhalten
Die Fahndung nach dem Tatverdächtigen für die Sabotage-Akte auf das Stromnetz läuft auf Hochtouren: Die Polizei startete einen Großeinsatz beim Hambacher Forst – und laut einem neuen Fahndungsaufruf könnte der gesuchte 48-Jährige auch mit einem Fahrrad auf der Flucht sein. Es werde nach einem Rad der Marke Trenoli mit einer Rahmenhöhe von 56 Zentimetern gesucht, teilte die Polizei Brandenburg mit und hängte ein Foto eines schwarzen Rades an ihre Mitteilung an. Es handele sich um das Modell "Tazio Sportivo M".
Die Ermittler hatten am Samstag einen Fahndungsaufruf mit zwei Fotos des Verdächtigen aus Gevelsberg im südlichen Ruhrgebiet veröffentlicht. "Die Fahndung läuft", sagte ein Sprecher der zuständigen Kölner Polizei am Morgen. "Es sind Hinweise eingegangen und denen gehen wir nach."
Update vom 05.09.2026: Stromnetz-Sabotage: 48-Jähriger zur Fahndung ausgeschrieben
Die Polizei sucht weiterhin intensiv nach einem Mann, der angeblich Sabotageakte gegen das deutsche Stromnetz verübt hat. Diese Vorfälle konzentrieren sich auf Nordrhein-Westfalen, Brandenburg und zuletzt Sachsen, wo in allen drei Bundesländern noch Braunkohle abgebaut und zur Stromerzeugung genutzt wird.
Polizei jagt Verdächtigen in NRW, Brandenburg, Sachsen
Die Polizei fragt in Zusammenhang mit den veröffentlichten Fotos:
Wer kennt die auf den Bildern abgebildete Person?
Wer kann Angaben zum Aufenthaltsort der Person machen?
Wer kann sachdienliche Hinweise geben, die zur Aufklärung der Sabotageakte beitragen können?
Am Freitag entdeckten Beamte in der Wohnung des Verdächtigen in Gevelsberg (NRW) Sprengstoff. Später am Nachmittag stürmte ein Spezialeinsatzkommando in einem Wald bei Niederzier, etwa 100 Kilometer entfernt, einen Lastwagen, der zu einem Wohnmobil umgebaut worden war. Der Gesuchte wurde jedoch nicht gefunden.
Bekennerschreiben lassen auf "eindeutiges Täterwissen" schließen
Hintergrund der Fahndung sind zwei Bekennerschreiben, die bei mehreren Medienhäusern eingingen und auch der Deutschen Presse-Agentur vorliegen. "Das Wissen, was offenbart wird in diesen Schreiben, das ist eindeutiges Täterwissen", sagte Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU). Zum möglichen Motiv sagte Dobrindt, es handele sich sehr wahrscheinlich um "Klimaterrorismus" eines Einzeltäters. In einem der Bekennerschreiben heißt es: "Stromerzeugung aus fossilen Brennstoffen ist ein Verbrechen."
NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) äußerte, wer im Namen des Klimaschutzes die Stromversorgung von Krankenhäusern gefährde, rette nichts, sondern gefährde Leben. "Keine Ideologie taugt als Ausrede", betonte Reul.
Bemerkenswert ist, dass sich die betroffenen Orte in der Nähe von Gebieten befinden, in denen noch Braunkohle abgebaut wird. Laut dem Branchenverband Debriv gibt es aktiven Tagebau in Deutschland in Nordrhein-Westfalen, im Süden Brandenburgs und Sachsen-Anhalts sowie im Osten und Westen von Sachsen.
Angriff auf Stromversorgung zunächst im Süden Brandenburgs
Am Dienstagmorgen gab es zunächst im Süden Brandenburgs einen Angriff auf die Stromversorgung. Nach dpa-Informationen wurden mit mehr als 20 selbstgebauten Raketen leitfähige Materialien in Richtung der Höchstspannungsleitungen im Umspannwerk Turnow-Preilack unweit des Kraftwerks Jänschwalde gelenkt. In zwei Fällen kam es zu einem Kurzschluss. Einen Stromausfall gab es nach Angaben des Netzbetreibers nicht. Die Polizei ermittelt nach der Sabotage des Stromnetzes unter anderem wegen der Bildung einer terroristischen Vereinigung.
Am selben Abend kam es zu einer Störung an einem Umspannwerk in Bergheim bei Köln. Auch hier wurden Abschussvorrichtungen und Pyrotechnik gefunden. Laut RWE Power gingen fünf Braunkohle-Kraftwerksblöcke an den Kraftwerksstandorten Niederaußem und Neurath vom Netz. Mehrere davon gingen später wieder in Betrieb, einer soll aber erst kommende Woche wieder ans Netz gehen. Die allgemeine Stromversorgung war jedoch jederzeit gesichert.
Am Donnerstagabend entdeckte ein Spaziergänger an einem Umspannwerk in Dormagen zwischen Köln und Düsseldorf mutmaßliche Abschussvorrichtungen und alarmierte die Polizei. Nach einem Hinweis aus einem Bekennerschreiben durchsuchte die Polizei am Freitag auch das Gelände rund um das Kraftwerk Weisweiler bei Aachen.
Größerer Polizeieinsatz bei Stromanlage in Hamm - neuer Fall in Sachsen
Am Freitagabend gab es dann bei einer Stromanlage in Hamm einen größeren Polizeieinsatz. Wie ein dpa-Reporter berichtete, kamen zahlreiche Polizeiwagen zu dem Ort an einer Landstraße bei einem Waldstück. Es war auch ein Hubschrauber im Einsatz. Ein Sprecher der Polizei sagte, es handele sich um eine ehemalige Stromanlage, die seit längerem außer Betrieb sei.
Auch in Ostsachsen entdeckte die Polizei insgesamt zwölf Sprengvorrichtungen im Bereich von Hochspannungsleitungen. "Diese sollten Schäden an den elektrischen Hochspannungsleitungen durch einen Kurzschluss herbeiführen", informierten die Sicherheitsbehörden. Fündig wurden die Ermittler südlich des Umspannwerks Bärwalde nahe Lippen sowie östlich des Umspannwerks Graustein nahe Schleife. Die Orte befinden sich in der Lausitzer Braunkohleregion nahe der Grenze zu Brandenburg.
Am Freitag kam es in der Region zu einem größeren Polizeieinsatz. Auslöser waren "behördenübergreifende Informationen" und die Meldung eines aufmerksamen Bürgers. Aktuell wird eine Verbindung zu den anderen Fällen in Brandenburg und Nordrhein-Westfalen geprüft, informierten die Polizei und die Generalstaatsanwaltschaft Dresden. Der Einsatz läuft weiter.
Können Stromanlagen besser geschützt werden?
NRW-Innenminister Reul forderte als Konsequenz aus den Vorfällen, kritische Infrastruktur besser zu schützen. Dafür brauche man klare Rechte und moderne Technik, etwa Kameras, Sensoren und Alarmsysteme.
Unter kritischer Infrastruktur versteht man all jene Bereiche, deren Beeinträchtigung oder Ausfall zu Versorgungsengpässen, Störungen der öffentlichen Sicherheit und weiteren dramatischen Folgen führen kann. Dazu gehören beispielsweise Energie, Informationstechnik, Transport, Verkehr, Gesundheit, Wasser, Ernährung, Finanz- und Versicherungswesen, Staat und Verwaltung sowie Medien.
"So machen wir es Attentätern unnötig leicht", sagte der Chef des Übertragungsnetzbetreibers Amprion, Christoph Müller. "Die Wirtschaft muss viele Angaben zu Strom- und Gasnetzen öffentlich machen und ins Netz stellen. So machen wir es Attentätern unnötig leicht - egal, aus welcher Ecke sie kommen", sagte Müller der "Rheinischen Post". Er forderte entschärfte Transparenzvorschriften und eine Erlaubnis dafür, Leitungen regelmäßig mit Drohnen abfliegen und überwachen zu können. Auch müsse es Unternehmen erlaubt werden, mit Kameras nicht nur das eigene Gelände, sondern auch die Umgebung zu beobachten.
Amprion ist einer von vier großen Übertragungsnetzbetreibern in Deutschland und vor allem im Westen und Südwesten aktiv. Das Übertragungsnetz von Amprion erstreckt sich nach Firmenangaben über rund 11.000 Kilometer Höchstspannungsleitungen von der Nordsee bis zu den Alpen über sieben Bundesländer, darunter Nordrhein-Westfalen.
Erstmeldung vom 04.09.2026: Strom-Sabotage: SEK stürmt Fahrzeug des Verdächtigen
Die Polizei fahndet mit Hochdruck nach einem Mann, der Sabotageaktionen gegen das deutsche Stromnetz verübt haben soll. Nachdem Beamte in der Wohnung des 48-Jährigen in Gevelsberg (NRW) Sprengstoff gefunden hatten, stürmte ein Spezialeinsatzkommando (SEK) am Freitagnachmittag im rund 100 Kilometer entfernten Niederzier in einem Wald einen Lastwagen, der augenscheinlich zu einem Wohnmobil umgebaut worden war. Das berichtete NRW-Innenminister Herbert Reul in Düsseldorf. Der Mann war nicht in dem Fahrzeug. Möglicherweise ist er zu Fuß unterwegs.
Der CDU-Politiker trat bei einer Pressekonferenz an der Seite von Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) auf, der von "Klimaterrorismus" sprach. Der Mann ist vermutlich ein Einzeltäter, sein Bekennerschreiben ist Ermittlern zufolge authentisch. "Das Wissen, was offenbart wird in diesen Schreiben, das ist eindeutiges Täterwissen", sagte Dobrindt. Als Ziele nannte der Autor etwa Dormagen und Weisweiler bei Aachen - also Orte unweit von Braunkohle-Abbaugebieten, sagte NRW-Amtskollege Reul.
Stromerzeugung aus fossilen Brennstoffen im Visier
Die Briefe waren bei mehreren deutschen Medienhäusern eingegangen. Sie enthalten Medienberichten zufolge Informationen zu Taten, die zu diesem Zeitpunkt öffentlich noch nicht bekannt waren. "Stromerzeugung aus fossilen Brennstoffen ist ein Verbrechen", hieß es in den Briefen.
Dem widersprach Innenminister Reul: "Fakt ist: Nicht die Stromerzeugung aus fossilen Brennstoffen ist ein Verbrechen, sondern kritische Infrastruktur anzugreifen ist ein Verbrechen." Für die Taten gebe es keine Rechtfertigung. "Keine Ideologie taugt als Ausrede." Wer im Namen des Klimaschutzes die Stromversorgung von Krankenhäusern gefährde, der rette nichts, sondern gefährde Leben. Zu möglichen Konsequenzen sagte Reul: "Wir müssen die kritische Infrastruktur besser schützen." Dafür brauche man klare Rechte und moderne Technik, etwa Kameras, Sensoren und Alarmsysteme.
Der Mann habe die Briefe allein unterschrieben und dabei sogar seine Wohnanschrift angegeben, was ungewöhnlich sei, sagte Reul und fügte hinzu: "Wenn man sieht, wo der überall rumgefahren ist, fragt man sich: Kann das einer alleine geschafft haben oder braucht er Helfer?"
Was passiert war
Es gab in dieser Woche mehrere Sabotageversuche mit Bezug zur Stromversorgung. Zuletzt sorgten Vorkommnisse in Nordrhein-Westfalen für Aufregung. So wurde an einem Umspannwerk in Dormagen zwischen Köln und Düsseldorf ein verdächtiger Gegenstand entdeckt, laut Polizei möglicherweise eine Abschussvorrichtung. Ein Spaziergänger hatte die Konstruktion bemerkt und die Polizei alarmiert.
Die gefundenen Konstruktionen ähneln laut Polizei stark den Abschussvorrichtungen, mit denen Unbekannte in Bergheim Kabel über die Oberleitungen geschossen und so mehrere Kraftwerksblöcke lahmgelegt hatten. Auch bei Jänschwalde in Brandenburg hatte es zuvor schon einen Angriff auf das Stromnetz gegeben. Am Kraftwerk Weisweiler bei Aachen und einem Umspannwerk in Eschweiler durchkämmte die Polizei am Freitag mit zahlreichen Kräften die Umgebung, weil der Ort in dem Bekennerschreiben genannt worden war.
Beim Kraftwerk Weisweiler stellte die Polizei zahlreiche dünne Drähte sicher, wie ein dpa-Reporter beobachtete. Die Beamten fokussierten sich auf mehrere Stellen auf einem Feld und in einem Gebüsch in unmittelbarer Nähe zu dem Kraftwerk und zu einem Umspannwerk in der Stadt Eschweiler. Die Bereiche wurden von Beamten mit Fotos dokumentiert. Offiziell machte die Polizei zunächst keine weiteren Angaben zu dem Einsatz.
Funde an mehreren Orten
Am Dienstagmorgen hatten Unbekannte zunächst in Brandenburg in der Nähe des Umspannwerks Turnow-Preilack unweit des Kraftwerks Jänschwalde einen Angriff auf die Stromversorgung gestartet. Abends kam es dann zu einer Störung an einem Umspannwerk in Bergheim bei Köln.
In der Nähe beider Orte wurden nach Angaben der Behörden Abschussvorrichtungen und Pyrotechnik gefunden - in Brandenburg nach dpa-Informationen mehr als 20 Raketen. Ermittelt wird wegen verfassungsfeindlicher Sabotage. In Sachsen wurden nach Hinweisen aus einem Bekennerschreiben "unbekannte Sprengvorrichtungen" entdeckt. "Die Polizeikräfte haben in dem noch laufenden Einsatz an zwei Fundorten vier Objekte gesichert und gehen jetzt die Entschärfung an", erklärte Innenminister Armin Schuster (CDU) auf dpa-Anfrage. In Niedersachsen sorgte in der Nacht zu Freitag ein offenstehender Schaltschrank bei einem Umspannwerk in Ganderkesee im Landkreis Oldenburg für Aufregung. Die Polizei prüft, ob es einen Zusammenhang mit einer Straftat gibt.
Die Polizei bat die Bevölkerung um Unterstützung bei den laufenden Ermittlungen und schaltete ein Hinweisportal frei. Wem im Bereich von Umspannwerken Personen oder Fahrzeuge aufgefallen, der könne dies unter https://nrw.hinweisportal.de/ melden. Von besonderem Interesse sei Bild- und Videomaterial.
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