Wenn Warnmeldungen auf den Handys aufploppen und Sirenen ertönen, gibt es ausnahmsweise keinen Grund zur Sorge: Diese Woche ist bundesweiter Warntag. Was zum Probealarm in Bayern wichtig ist.
Um die Menschen bei Katastrophen, Notfällen oder im Verteidigungsfall schnell und effektiv informieren zu können, müssen die Warnsysteme funktionieren. Daher heulen in ganz Deutschland - auch in Bayern - am Donnerstag (10. September 2026) erneut testweise die Sirenen. Handys senden Hinweistöne und Warnmeldungen erscheinen auf den Displays. Anlass ist der bundesweite Warntag, an dem die verschiedenen Warn- und Meldewege im gesamten Bundesgebiet getestet werden.
An dem gemeinsamen Aktionstag von Bund, Ländern und Kommunen, den es seit 2020 gibt, wird geprüft, wie gut die unterschiedlichen Warnkanäle zusammenspielen. Ziel des Probealarms ist auch, die Bevölkerung aufzuklären und zu sensibilisieren. In der Regel findet der bundesweite Warntag jährlich am zweiten Donnerstag im September statt.
Bundesweiter Warntag 2026 - das Wichtigste im Überblick
Die wichtigsten Fragen und Antworten: Der Probealarm beginnt um 11 Uhr. Der Bund verschickt einen Warntext an Rundfunksender, App-Server und weitere Multiplikatoren, die an das Modulare Warnsystem des Bundes (Mowas) angeschlossen sind. Diese übermitteln die Probewarnung zeitversetzt an Warnkanäle wie Fernseher, Radios und Smartphones. Entwarnt werden soll gegen 11.45 Uhr.
Um die Bevölkerung im Ernstfall warnen und mit notwendigen Informationen versorgen zu können, gibt es auch in Bayern verschiedene Möglichkeiten. Warnmeldungen können neben TV und Radio auch über Sirenen, Lautsprecherdurchsagen oder digitale Informationstafeln in Städten oder an Bahnhöfen kommen. Sie werden zudem über Cell Broadcast direkt auf die Mobiltelefone geschickt oder über die Warn-Apps Nina und Katwarn verbreitet. Über das Modulare Warnsystem des Bundes wird laut einer Sprecherin des bayerischen Innenministeriums in mehreren Sprachen gewarnt, um so auch Menschen mit geringen oder keinen Deutschkenntnissen zu informieren.
Der Freistaat sieht sich gut vorbereitet. "Sowohl das Innenministerium als auch die Bezirksregierungen als höhere Katastrophen- und Zivilschutzbehörden und die einzelnen Kommunen bereiten sich sorgfältig auf den Warntag vor", erklärte eine Sprecherin. Es sei wichtig, die Funktionsfähigkeit aus digitalen und analogen Warnmitteln regelmäßig zu testen, um sicherzustellen, dass die Bevölkerung im Ernstfall bestmöglich erreicht und vor Gefahren gewarnt werden könne. Die Ministeriumssprecherin verwies darauf, dass der Freistaat daher seit über 20 Jahren jeweils im März einen eigenen landesweiten Probealarm durchführe.
Teilnahme für Kommunen keine Pflicht
Beim ersten Warntag dieses Jahres wurde erstmals auch die Entwarnung über Cell Broadcast getestet. Insgesamt verlief der landesweite Probealarm laut Innenministerium positiv und überwiegend störungsfrei. Mit vielfältigen Warnmitteln wie Sirenen, Warn-Apps und digitalen Stadtinformationstafeln sei man gut für den Ernstfall gerüstet, um die Bevölkerung schnell und zuverlässig zu warnen. Kleinere Störungen, etwa verzögerte Auslösungen, seien inzwischen behoben worden, hieß es.
In Bayern gibt es derzeit mehr als 11.000 Sirenen. Ein Großteil davon wird der Sprecherin zufolge am Donnerstag auch zu hören sein. Da die Teilnahme an dem Aktionstag aber freiwillig ist, werden wohl nicht alle Kommunen ihre Warnkanäle vor Ort testen.
Auf seiner Webseite hat das Bayerische Innenministerium die drei wichtigsten Sirenensignale aufgeführt. Um die Bevölkerung zu warnen, wird ein einminütiger auf- und abschwellender Heulton abgespielt. Dieser zeigt an, dass schwerwiegende Gefahren für die öffentliche Sicherheit bestehen und man auf Durchsagen in den Medien achten soll. Ein einminütiger Dauerton hingegen gibt Entwarnung.
Was bei Problemen getan werden kann
Außerdem gibt es einen dreimal in der Höhe gleichbleibenden Ton, der zwölf Sekunden dauert. Zwischen den Tönen liegen je zwölf Sekunden Pause. Dieser Ton dient in Bayern dazu, bei Feuern und anderen Notständen Einsatzkräfte der Feuerwehren zu alarmieren. Wer sich anhören möchte, wie die Signale klingen, findet auf der Webseite des Bayerischen Innenministeriums entsprechende Hörproben.
Wie in den Jahren zuvor können Bürgerinnen und Bürger auch in diesem Jahr nach dem Probealarm ihre Erfahrungen teilen. Von Donnerstag, 11.00 Uhr, bis zum 17. September kann bei einer Online-Befragung des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe mitgemacht werden.
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