Zwei Jahre Drehzeit hatte Regisseur und Autor Stefan Schwenk ursprünglich eingeplant. Letztendlich sind es fünf geworden. "Ich wollte es ordentlich machen", begründet der 34-Jährige mit einem Lächeln. Nun sei er irgendwie froh, dass alles vorbei ist. Auf die faule Haut legen kann sich Schwenk allerdings nicht: Für seinen Fantasy-Vampirfilm "Montrak" muss der Regisseur knapp vier Terabyte Rohmaterial sichten und schneiden.

Ein Vampirfilm? Abgedreht in Franken? "Ich weiß, das Genre ist in Deutschland nicht so verbreitet wie in Amerika. Aber mich haben Vampir-Themen schon immer fasziniert. Und ich wollte als junger Filmemacher etwas Neues ausprobieren." Herausgekommen sei seine ganz persönliche Version eines Vampirfilms. "Ein deutsch-fränkisches Märchen", ergänzt der Bayreuther.


Vergleichsweise geringe Gagen

Dass die Low-Budget-Produktion über Sponsoren und Crowdfounding finanziert werden musste und in Franken abgedreht wurde, schreckte die deutschen Schauspiel-Szene anscheinend nicht ab. Schwenk musste nur selten Überzeugungsarbeit leisten, obwohl die Gagen vergleichsweise gering ausfielen. "Da war viel Mundpropaganda dabei. Es scheint, als hätten viele genauso viel Lust auf das Thema wie ich."



Immerhin konnten so Darsteller wie Dustin Semmelrogge, Cosma Shiva Hagen, Sönke Möhring und Stephanie Jost ans Set gelockt werden. Und auch Michaela Schaffrath - einst im Pornobusiness zu Hause, seit Jahren aber für diverse Filme (unter anderem im Tatort) vor der Kamera - reiste für eine Gastrolle ins beschauliche Creußen (Landkreis Bayreuth) an. "Sie war nur einen Tag dabei, wollte aber gar nicht mehr weg", erinnert sich Schwenk.


360 Komparsen

Keine Frage: Stefan Schwenk ist stolz, wie sich dass Projekt entwickelt hat. "Am Anfang waren wir fünf Mann am Set. Jetzt steht ein Spielfilm, bei dem unter anderem 360 Komparsen mitgewirkt haben." Dass er mit "Montrak", der im November in Bayreuth Premiere feiern wird, nicht reich werden dürfte, ist dem 34-Jährigen bewusst. Aber darum geht es Schwenk auch nicht. "Ich freue mich, dass ich in meiner Heimat einen Vampirfilm abdrehen konnte. Ich sehe das Projekt als Visitenkarte für die Zukunft. Man muss im Leben auch mal was ausprobieren."


Der Film

Im finsteren Mittelalter lebte einst Graf Montrak. Durch einen von Luzifer verzauberten Ring erlangt er die Unsterblichkeit und verwandelt sich in einen Vampir. Getrieben von der Gier nach Blut, erschafft er sich seine ersten Untertanen. Doch er weiß, dass seine Armee der Finsternis noch nicht groß genug ist, um über die Menschen die Oberhand zu gewinnen.

Als er und seine Gefolgschaft von den Menschen gejagt werden, schmiedet Montrak einen Plan: Er lässt sich töten und hinterlässt den Ring einem Bauern. Denn nur ein Mensch kann den Ring mit seinem Zorn reaktivieren und somit einen neuen Vampirmeister zum Leben erwecken.

Dieser will in der Zukunft die Welt mit seiner Armee ins Chaos stürzen. Nur eine kleine Gruppe von Menschen stellt sich ihnen in den Weg. Auch der nach Rache sehnende Vampirjäger Harry und Frank, der den Bestien in die Fänge gerät, sagen den Blutsaugern den Kampf an.