„Trotz der winterlichen Einflüsse ist die Arbeitslosigkeit im Agenturbezirk Bayreuth-Hof weiter rückläufig. Sowohl bei der Anzahl der Arbeitslosen als auch bei der Arbeitslosenquote liegen wir nicht nur deutlich unter den Vorjahreswerten, sondern auch unter den Novemberwerten der Jahre 2018 und 2019“, sagt Agenturchef Sebastian Peine. Das teilt die Agentur für Arbeit Bayreuth-Hof mit.

Saisonüblich meldeten sich mehr Menschen aus Erwerbstätigkeit arbeitslos als im Vormonat, insbesondere witterungsbedingt. Dennoch gab es gegenüber Oktober einen leichten Rückgang an Arbeitslosen. Von der aktuellen Entwicklung profitieren auch die Langzeitarbeitslosen. „Die Langzeitarbeitslosigkeit stieg seit Beginn der Corona-Pandemie kontinuierlich an, geht seit dem Herbst langsam wieder zurück und liegt nun insgesamt erstmals wieder leicht unter dem Vorjahreswert, jedoch weiter auf einem hohen Niveau,“ erläutert Peine.

Dabei ist der Rückgang insgesamt ausschließlich auf die Entwicklung im SGB III zurückzuführen, im Bereich der Jobcenter liegt der Wert weiterhin über dem Vorjahr. Nahezu die Hälfte der Langzeitarbeitslosen ist älter als 55 Jahre. Ebenfalls fast 50 Prozent verfügen über eine abgeschlossene Ausbildung. Das zeigt, dass Arbeitssuchende und Arbeitslose über 50 es oft besonders schwer haben ein neues Beschäftigungsverhältnis zu finden. „Um dem hohen Fachkräftebedarf begegnen zu können, müssen wir alle Potentiale nutzen“, betont Agenturchef Peine.

„Dazu brauchen wir eine neue Selbstverständlichkeit bei Arbeitgebern, dass gesuchte Fachkräfte auch in dieser Altersgruppe zu finden sind und ebenfalls eine Selbstverständlichkeit bei den Arbeitnehmern, dass auch in fortgeschrittenem Alter ein Neuanfang gelingen kann.“ Bei notwendigen Anpassungsqualifizierungen kann die Arbeitsagentur mit einem umfangreichen Hilfsangebot unterstützen.

11.707 Personen waren der Unterbeschäftigung zuzurechnen, 2.276 weniger als im Vorjahr. Die Unterbeschäftigung bildet umfassender als die Arbeitslosigkeit alle Personen ab, welchen ein reguläres Beschäftigungsverhältnis fehlt. So werden auch Personen einbezogen, die nicht als arbeitslos gelten, beispielsweise kurzfristig Arbeitsunfähige und Teilnehmer an einer Maßnahme der Arbeitsmarktpolitik. Aktuell liegt die Zahl der Maßnahmeteilnehmer rund zwölf Prozent unter dem Vorjahresniveau.

Die Arbeitskräftenachfrage war saisontypisch etwas geringer als im Oktober, aber weiterhin sehr dynamisch. Den Arbeitgeber-Services wurden 1.411 Stellen neu gemeldet, 80 weniger als im Vormonat aber 127 mehr als im Vorjahresmonat. Seit Jahresbeginn gingen damit 16.127 Vermittlungsaufträge ein. Gegenüber dem Vorjahrszeitraum ist das ein Plus von 3.767 Stellenmeldungen. Mit 7.921 offenen Stellen erreicht der aktuelle Bestand einen neuen Rekordwert.

Die Zahl der eingehenden Anzeigen für Kurzarbeit steigt wieder an. Nach aktuellen Hochrechnungen wurde im Oktober für 1.078 Personen Kurzarbeit angemeldet. Im November 2020 lag die Zahl bei 2.762, im November 2019 bei 654. Die Erfahrungen haben gezeigt, dass die realisierte Kurzarbeit in der Regel deutlich unter den vorsorglichen Anzeigen liegt.

Die Daten zur tatsächlich eingetretenen Kurzarbeit liegen aktuell für den Monat Juli vor. Betroffen waren in 875 Betrieben 4.947 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.

Stadt und Landkreis Bayreuth

In Stadt und Landkreis Bayreuth blieb die Lage auf dem Arbeitsmarkt weitgehend stabil. Die Zahl der Arbeitslosen ging im Landkreis leicht zurück, was sich jedoch nicht auf die Arbeitslosenquote auswirkte. Im Stadtgebiet waren 34 Arbeitslose mehr zu verzeichnen. Insgesamt blieben die Bewegungen saisonal geprägt und es gehen auch weiterhin Meldungen von Saisonkräften mit Wiedereinstellungszusagen ein. Doch auch Corona hinterlässt auf dem lokalen Arbeitsmarkt wieder deutlichere Spuren. „In den Beratungsgesprächen zeigt sich, dass viele Kundinnen und Kunden durch die sich weiter verschärfende Corona-Situation sowohl beruflich als auch privat stark belastet und verunsichert sind“, sagt Sebastian Peine, Leiter der Agentur für Arbeit Bayreuth-Hof.

In den aktuell wieder vermehrt von Einschränkungen betroffenen Bereichen wie Gastronomie und Hotellerie, körpernahen Dienstleistungen und Verkauf zeigt sich der Markt wenig aufnahmefähig. Gute Chancen bietet hingegen der Bereich Informatik. Insgesamt ging die Arbeitskräftenachfrage saisonbedingt zurück, bleibt mit 489 Stellenmeldungen aber weiter hoch und kommt aus nahezu allen Branchen. 2.919 offene Stellen bieten aktuell Beschäftigungsmöglichkeiten in und um Bayreuth. Das sind 789 Stellen mehr als im Vorjahr.

In Bayreuth ist mit dem Winterdorf und dem Christkindlesmarkt ein Anziehungspunkt direkt von der Entscheidung des bayerischen Staates betroffen - und sowohl Winterdorf als auch Christkindlesmarkt haben ihren laufenden Betrieb schließen müssen. Auch in anderen Orten können geplante Märkte und Veranstaltungen nicht stattfinden. Entsprechende Anfragen für Kurzarbeit gehen wieder vermehrt ein.

Stadt und Landkreis Hof

In der Stadt und im Landkreis Hof ging die Arbeitslosigkeit im November weiter zurück, im Hofer Umland deutlicher als im Stadtgebiet, so dass sich im Landkreis der Rückgang auch bei der Arbeitslosenquote zeigte. Die Arbeitslosmeldungen nach Beendigung einer Erwerbstätigkeit nahmen mit 351 Neumeldungen wieder etwas zu. Sie kamen überwiegend aus den Bereichen Verkehr, Logistik, Schutz und Sicherheit, aus Produktion und Fertigung sowie von Beschäftigten im Bereich kaufmännische Dienstleistungen, Handel, Vertrieb und Tourismus. Die Dynamik bei den Arbeitsaufnahmen flachte im November saisonüblich ab.

Auch bei der Nachfrage nach Arbeitskräften war im Hofer Raum ein leichter Rückgang zu verzeichnen. Mit 477 offenen Stellen wurden 43 Stellen weniger neu gemeldet als im Vormonat. Die Nachfrage war aber höher als im Vorjahresmonat. Im Vergleich dazu gab es ein Plus von 57 Stellen. Das Gros der Stellenmeldungen kam aus dem Bereich des Verarbeitenden Gewerbes sowie dem Handel und der Instandhaltung und Reparatur von Kfz. Branchenübergreifend nehmen weiterhin Lieferschwierigkeiten von Einzelteilen und Rohstoffen zu, was Arbeitsausfälle und die Beantragung von Kurzarbeit nach sich zieht, obwohl die Auftragsbücher gut gefüllt sind.

Landkreis Kulmbach

Im Landkreis Kulmbach ging die Arbeitslosigkeit im November leicht zurück und sank damit wieder unter die 3-Prozentmarke. Insgesamt meldeten sich weniger Menschen nach einer Beschäftigung arbeitslos, die witterungsbedingte Komponente bleibt aber kennzeichnend. Darüber hinaus erfolgten bereits Meldungen von Saisonkräften für die Zeit ab Dezember 2021 und Januar 2022, überwiegend aus dem Garten- und Landschaftsbau, dem Bauhaupt- und - nebengewerbe, dem Straßen-/Tiefbau und der Tourismusbranche. Einige befristete Arbeitsverträge wurden nicht verlängert oder waren auf das jeweilige Projekt bezogen befristet.

Eine nicht unerhebliche Anzahl von Arbeitslosmeldungen erfolgte nach Ausschöpfen des Krankengeldbezuges, weil die Arbeitnehmer/innen ihre frühere Tätigkeit aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausüben können. Meist kommen diese Personen aus der Pflege und anderen physisch und psychisch stark beanspruchenden Berufen und haben diese Tätigkeiten jahrzehntelang ausgeübt. Einige Personen haben zum Zeitpunkt der Meldung bereits einen neuen Arbeitsplatz gefunden und sind nur für kurze Zeit gemeldet. Meist sind dies Fachkräfte mit Engpassberufen wie zum Beispiel Erzieherinnen und Erzieher, handwerkliche Fachkräfte oder medizinisches Fachpersonal.

Mit 244 neu gemeldeten Stellen legte die Nachfrage nach Arbeitskräften im November nochmals kräftig zu. Es besteht ein verstärkter Bedarf an Maschinen- und Anlagenführern/innen, Fachlageristen/innen und Lagerhelfern/innen, der fast ausschließlich von Industriebetrieben kommt. Weiterhin gesucht sind medizinische Fachkräfte wie Fach-/ärzte/innen, Pflegefachleute, zahn-/medizinische Fachangestellte, Physiotherapeuten/innen und soziales Fachpersonal.

Auch Bürofachkräfte mit Kenntnissen im Transportgewerbe haben einen aufnahmefähigen lokalen Arbeitsmarkt. Große Nachfrage besteht außerdem an Reinigungskräften. Die Kfz-Branche benötigt Kfz-Mechatroniker/innen, Fahrzeugpfleger/innen und Reifenmonteure/innen. Gesucht sind auch Kräfte für das Hotel- und Gaststättengewerbe, sowohl Fach- als auch Hilfskräfte oftmals allerdings in Teilzeit, für geteilte Dienste und auf Minijob-Basis. Insgesamt stehen damit im Landkreis Kulmbach 1.315 offene Stellen zur Verfügung, 360 mehr als im November 2020.

Landkreis Wunsiedel

Im Landkreis Wunsiedel zeigte sich der Arbeitsmarkt recht stabil. Die Zahl der Arbeitslosen ging gegenüber dem Vormonat leicht zurück und liegt deutlich unter den Werten des Vorjahresmonats. Die Zugänge aus Erwerbstätigkeit waren ähnlich hoch wie im Vormonat. 158 Personen meldeten sich nach Beendigung einer Beschäftigung arbeitslos, 2 mehr als im Vormonat.

Die meisten Meldungen kamen mit einem Anteil von rund 30 Prozent von Beschäftigten aus den Bereichen Verkehr, Logistik, Schutz und Sicherheit und einem Anteil von etwa 25 Prozent aus dem Bereich Rohstoffgewinnung, Produktion und Fertigung. Aus dem Bereich Unternehmensorganisation, Buchhaltung, Recht und Verwaltung kamen rund 15 Prozent der Neumeldungen nach einer Beschäftigung. Positiv ist zu vermerken, dass die Zugänge insgesamt wie auch aus Erwerbstätigkeit unter den Werten des Vorjahres liegen.

Mit 201 Stellenmeldungen war die Arbeitskräftenachfrage im November saisonüblich weniger dynamisch als im Monat zuvor. Die Zugänge liegen aber deutlich über dem Vorjahresniveau. Die neuen Stellen kamen aus allen Branchen und Berufen. Den größten Bedarf hatte dabei das Verarbeitende Gewerbe und die Zeitarbeit, auch der Bereich Handel, Instandhaltung und Reparatur von Kfz suchte rege Verstärkung.

Vor allem für Fachkräfte zeigt sich die Stellensituation günstig, aber auch auf Helferebene bietet die aktuelle Nachfrage Beschäftigungschancen. Seit Jahresbeginn gingen beim Arbeitgeber-Service insgesamt 2.605 Vermittlungsaufträge ein, 804 mehr als im selben Vorjahreszeitraum. Auch im Wunsiedler Raum ziehen die Anzeigen für Kurzarbeit wieder an.