Angefangen hat eigentlich alles mit einer Küche, die nicht mehr auf dem Stand der Zeit und somit nicht mehr für den Schulbetrieb zugelassen war. Inzwischen ist daraus ein ganzes Schul-Dorf, oder auf neudeutsch eine "Schul-Village", entstanden. Die Rede ist von den Berufsfachschulen Mariahilf für Ernährung und Versorgung, Kinderpflege und Sozialpflege der Erzdiözese Bamberg. Da hier, in den Räumen am Stephansberg, besagte Küche erneuert werden musste, hat sich die Erzdiözese nach intensiven Gesprächen dazu entschlossen, das altehrwürdige und traditionsreiche, aber in die Jahre gekommene Schulgebäude nach diesen Sommerferien komplett zu sanieren.


Container unerwünscht

Um aber die Schulgemeinschaft für die Interimszeit unterzubringen, wurde für rund 1,8 Millionen Euro am Heinrichdamm auf dem Gelände des ehemaligen Priesterseminars eine Schul-Village errichtet. Diese wurde nun rechtzeitig zum Schulbeginn fertiggestellt und gestern feierlich von Generalvikar Monsignore Georg Kestel eingeweiht und dem Schulbetrieb übergeben.

In den nächsten zwei Jahren werden hier die rund 150 Schülerinnen und Schüler der Berufsfachschulen Mariahilf ihre neue Bleibe finden. Das neue Schulgebäude umfasst zwei Gebäudeteile in Holzbauweise, die durch ein Dach miteinander verbunden sind, so dass alle Schüler trockenen Fußes ihre Klassenzimmer bzw. Fachräume erreichen können. "Wir wollten keineswegs ein Containerlösung haben. Eine freundliche und angenehme Unterrichtsatmosphäre war uns sehr sehr wichtig. Und ich glaube, dies ist uns mit dem neuen Schuldorf eindrucksvoll gelungen", freute sich Schulleiter Wilhelm Schmidt bei der Einweihungsfeierlichkeit.


Die nächsten Bewohner

Wenn dann im Jahr 2018 die Schulgemeinschaft der Mariahilf-Schulen in ihr bis dahin (hoffentlich) fertig saniertes Schulgebäude zurückkehren wird, wird das Schul-Dorf Ausweichstätte für eine weitere Schule: nämlich für die Maria-Ward-Schule. Allerdings muss das Village dann noch einmal aufgestockt werden. Schließlich müssen dann um die 800 Schülerinnen und ihre Lehrer für voraussichtlich drei Jahre Platz finden.

"Da uns aber sehr viel Wert an Nachhaltigkeit gelegen ist, wird das Dorf, welches extra dafür in Holzständer-Bauweise hochgezogen wurde, im Jahr 2021 am Bistumshaus wieder abgebaut und an einem anderen Ort einer neuen Bestimmung übergeben", erläuterte Josef Schwab, Baudirektor der Erzdiözese. Wo das Village dann landen wird und welchen Zweck es dort erfüllt, bleibt vorerst aber noch völlig unklar. Zunächst einmal ist dort in den nächsten Jahren für Schüler büffeln und pauken angesagt.