"Das hat sich gewaltig geändert!" Immer wieder macht Jonas Merzbacher diese Feststellung, als er durch die Reihen wandert. 20 Tafeln mit jeder Menge Farbfotos und aus dem Fränkischen Tag archivierten Artikeln. Heute ist bundesweiter Städtebautag. Als einzige Gemeinde im Landkreis Bamberg beteiligt sich Gundelsheim daran. Die Idee, dies mit einer Ausstellung zu tun, stammt aus der Verwaltung. In knapp zwei Monaten hat sie Gestalt angenommen und das Ergebnis dürfen sich die Bürger ab 16 Uhr Alten Rathaus anschauen. Auch dieses Gebäude ist im Zuge der Städtebauförderung zu neuem Glanz gekommen.

Seit dem Jahr 2008 laufen in der Ein-Ort-Gemeinde Städtebaumaßnahmen. Und seitdem sind vor allem die Bürger gefordert, ihre Heimat mit zu gestalten. Das Ganze im Rahmen des Programms "Soziale Stadt". Wie sich im Rückblick zeigt, ein "echter Segen für Gundelsheim", so der Bürgermeister. Denn aus eigener Kraft hätte man die Vielzahl an Maßnahmen niemals schultern können. Insgesamt sind in den vergangenen Jahren über 1,5 Millionen Euro geflossen. Noch einmal die gleiche Summe hat die Gemeinde ihrerseits investiert.

Gemeinde hat sich in den Jahren seit 2008 entwickelt
Die vielen, von Gemeinde-Archivarin Maria Köppl zusammengetragenen Fotos zeigen immer wieder große Gruppen, die in großer Runde die Köpfe zusammenstecken. Momentaufnahmen, in denen Gemeindeentwicklung entsteht. Und die Gemeinde hat sich in den Jahren seit 2008 entwickelt, wie die Fotodokumentation zeigt. Ohne den Städtebau gäbe es wohl weder den ansprechenden Ortsmittelpunkt, noch ein schön saniertes Altes Rathaus. Es gäbe ganz bestimmt keinen Bürgerpark und wohl auch auf das Seniorenzentrum müsste Gundelsheim noch etliche Jahre warten. Das heutige Zentrum am südlichen Ortsrand wurde aus einem Architektenwettbewerb heraus gestaltet und "zwar wie alle anderen Vorhaben auch gemeinsam mit den Bürgern", so Merzbacher.

Die finden im Quartiersmanagement im Alten Rathaus die Anlaufstelle, was die Weiterentwicklung des Orts auf vielfältigem Gebiet anbelangt. Hier ist auch die Anlaufstelle für die aus den vielen Projekten heraus generierten vier Arbeitskreise. Diese widmen sich den Themenfeldern Gewerbe, Mobilität, Umwelt und Kultur. Insgesamt sind da regelmäßig etwa 50 Gundelsheimer im Einsatz. Ohne die Koordination des Quartiersmanagement, so ist sich der Bürgermeister sicher, gäbe es auch keinen Wintermarkt. Der wurde vor nur einmal vier Jahren ins Leben gerufen und man habe schon jetzt das Gefühl, dass er nicht mehr wegzudenken ist.

Die Ausstellung zur Städtebauförderung in Gundelsheim wird am heutigen Samstag um 16 Uhr eröffnet. Zu sehen ist sie bis einschließlich 7. Juni zwar zu den Öffnungszeiten des Rathauses und an den Wochenenden in der Zeit zwischen 14 und 17 Uhr. Im Anschluss wird sie, sie ist bereits digitalisiert und ins Netz gestellt. Bereits in einem zweiten Dorfalbum, also Buch von Maria Köppl ist ein Großteil festgehalten. Das Werk, das in einer Auflage von 400 Stück gedruckt wurde, gibt es zum Preis von 10 Euro in der Gemeinde.

Rückblick und Reverenz
Die Ausstellung ist als Rückblick auf das Geleistete und damit auch als Reverenz an Akteure und Förderer gedacht. "Denn Bauen heißt immer auch Lärm und Dreck." Für das Verständnis gelte es, einmal "danke" zu sagen. Freilich sind mit der Ausstellung Städtebaumaßnahmen nicht abgeschlossen. Nächste Projekte umfassen die Gestaltung rund um das gemeindliche Anwesen Bachstraße 12 und die der Fläche gegenüber der Kirche.