Der Wettergott muss den Muttertag besonders mögen, oder den Pferdemarkt in Mürsbach. Fest steht jedenfalls, dass für die vielen, vielen Mütter, die man hier antrifft, ihr Tag am erfüllendsten auf dem Mürsbacher Pferdemarkt ist.

Ausgefüllt, das ist er in jedem Fall für Sibylle Scheer. Die dreifache Mutter begeht ihren Tag mit jeder Menge Bewegung. Schon frühmorgens ist sie auf den Beinen und als Helferin im Einsatz. Gefreut hat sie sich aber doch über eine Aufmerksamkeit: Ihr fünfjähriger Sohn Paul hat jhr im Kindergarten ein Waldglas mit Moos und Pflanzen und einer Matschdecke obendrauf gebastelt.

Den Muttertag so richtig begehen, "mit Essen gehen und so", das machen sie und ihre Schwägerin Anita Schmitt - lutz mit ihren Männern und Familien am kommenden Sonntag. Vielmehr kann auch die Schwägerin nicht verraten, als mobile Reserve und Springer, springt sie von einem Einsatzort - Wechselgeld, Kuchentheke, Schauprorogramm. Sie vermisse nichts. Im Gegenteil. Pferdemarkt, das ist sei wie eine "große Familie."

Zu der gehört auch Nadja Hälterlein. Die Mürsbacherin hat seit Urzeiten ihr jeweiliges Pferd am Hof stehen und hat beim Markt schon mitgeholfen, seit es ihn gibt. So war es nur natürlich, dass sie auch als sie Mutter war, ihren Muttertag hier verbrachte. Ein einziges Mal, so erinnert sich die 37-Jährige, da habe der Markt nicht stattgefunden oder zumindest nicht am Muttertag. "Und was habe ich gemacht? -Mich ins Auto gesetzt und bin auf einen anderen Pferdemarkt gefahren, sagt's und wendet sich dem Kaffeeausschank zu und ruft zum Absched noch hinterher: "Kaffee, Kuchen und ganz viele Leute, genau so und nicht anders möchte ich meinen Muttertag."
Für die Leute vom Haflingerhof heißt Muttertag automatisch Pferdemarkt und Präsenz vor Ort.

Das gilt auch für Katrin Peichelt, seit drei Jahren selbst Mutter und wie ihre eigene Mutter Karin im Helferteam im Einsatz.

Finden sich auch Mütter, die nicht irgendwie zum Hof gehören und den Markt nur besuchen? Jede Menge. Erkennbar am Nachwuchs, der noch im Kinderwagen sitzt, schon brav an der Hand mitläuft oder bereits selbst lässig nebenher trabt.

Warum kommen Mütter ausgerechnet an ihrem Ehrentag zum Pferdemarkt?

Besondere Atmosphäre

"Weil das für mich das Schönste ist", erklärt Martina Korzendorf (33) aus Bad Staffelstein, die ihre zweieinhalbjährige Elly dabei hat. "Die Atmosphäre hier ist ein Traum und ich komme jedes Jahr hierher."

Das wird künftig wohl auch für Christine Rosensprung (63) gelten. Vor kurzem hat ihre Freundin Dorothea Girschke ( 61) sie mit auf den Haßfurther Pferdemarkt mitgenommen. Seitdem, so schwärmt die Coburgerin nun, "bin ich ein Pferdefreund von oben bis unten."

Seit die Kinder aus dem Haus und älter sind, so lässt Dorothea Girschke wissen, gelte für sie "am Muttertag mache ich, was ich will und sie können mich meinetwegen am Abend besuchen".

Vorher jedenfalls genießt sie mit ihrer Freundin intensiv den Pferdemarkt. Dazu gehört der intensive Geruch der Pferde und natürlich der Duft, der von der Grillbude aus übers Marktgelände zieht. Hier werden die beiden Coburgerinnen sicher "zuschlagen". Bei den 35 Pferden, Ponys und Eseln wird's wohl das Anschauen und Bewundern tun.