Den "Gämaa-Flitzer" soll es weiter geben, allerdings nur noch in abgespeckter Form. Der Marktgemeinderat will sich den Fahrplan einer zweimal wöchentlich (Montag und Donnerstag) befahrenen Buslinie durch die Regierung von Oberfranken genehmigen lassen. An den Tagen soll ein Achtsitzer, möglichst behindertengerecht und für die Benutzung mit Kinderwagen tauglich, zu festgelegten Zeiten drei Touren durch das Gemeindegebiet fahren. Damit soll immobilen Bewohnern die Gelegenheit gegeben werden, Besorgungen in Hirschaid zu erledigen oder die Züge in Richtung Bamberg und Erlangen zu erreichen. Dieses Konzept will man ein Jahr testen. Es ist die Fortsetzung des Rufbus-Systems, das mangels Nachfrage ein Auslaufmodell ist. Die Förderung wurde bereits eingestellt. Die Gemeinde lässt den Rufbus noch bis zum Ablauf des Schuljahres laufen und trägt die Kosten von 17 500 Euro.


Werner Romig vom Ordnungsamt hatte die Kosten einer festen Linie ermittelt. Wenn sie an einem Tag in der Woche betrieben werde, entstünde pro Jahr ein Defizit von gut 10 000 Euro; bei fünftägigem Betrieb hätte die Gemeinde fast 48 000 Euro draufzulegen. Im Testjahr rechnet man mit rund 20 000 Euro Zuschussbedarf. Ob die kommunale Buslinie überhaupt genehmigt wird, sei fraglich. Der VGN könnte sein Veto einlegen, denn der hat im Großraum Nürnberg den Vorrang im öffentlichen Nahverkehr. Bürgermeister Klaus Homann (CSU) strebt an, die Linie zum 1. September auszuschreiben. Die Firma Seidl hat signalisiert, dass sie für eine Verlängerung des Vertrages über die Gemeindebuslinie nicht mehr zur Verfügung steht. Das Konzept wurde bei zwei Gegenstimmen beschlossen.


Ganztagsbetreuung ausgedehnt

Die offene Ganztagsschule für die Jahrgangsstufen eins bis vier soll es im neuen Schuljahr sowohl in Sassanfahrt als auch in Hirschaid an der Grund- und Mittelschule geben. Die Bedarfsermittlung der Schulverwaltung habe ergeben, dass fünf Gruppen bis 14 Uhr und eine Gruppe bis 16 Uhr notwendig sein werden. Der Staat wird die Personalkosten mit 73 700 Euro fördern, die Marktgemeinde muss 25 500 Euro zuzahlen und außerdem ein Defizit von 10 500 Euro auffangen.

Im Schuljahr 2016/17 verzichtet der Marktgemeinderat auf die Erhebung von Elternbeiträgen für Zusatzangebote. Die Betreuung der Schulkinder wurde zeitlich befristet an den Caritasverband für den Landkreis Bamberg vergeben.

Ein weiteres Thema war die Erschließungsstraße des Baugebietes auf dem ehemaligen Stumpf-Gelände in Sassanfahrt. Sie erhielt vom Gemeinderat den Namen "Voranger", entsprechend der Flurbezeichnung. In die Tiefen des Erschließungsrechts tauchte die Gemeindeverwaltung ein, um eine alte Streitfrage zu lösen: die Festsetzung des Straßenherstellungsbeitrag für die Sandstraße im Ortsteil Sassanfahrt. Zankapfel ist ein Stichweg, der aus rechtlichen Gründen nicht gebaut werden kann, aber gemäß der Rechtsprechung in die umlagefähigen Kosten einbezogen werden müsste. Für die zunächst ausgebaute Teilfläche der Sandstraße wurden die Erschließungsbeiträge 1990 erhoben.

Der Kommunale Prüfungsverband bemängelte das Verfahren. Seinem Rat zufolge hob der vom Marktgemeinderat die bisherige Beschlusslage auf. Festgelegt wurde: Die Gesamtkosten des Ausbaus von 1987/88 und aus dem Restausausbau 2011 werden auf alle von der Sandstraße erschlossenen Grundstücke verteilt. Die 1990 geleisteten Erschließungsbeitrage werden als Vorausleistungen auf den neuen Erschließungsbeitrag angerechnet.