Michael Stoschek lässt keinen Zweifel an seiner Begeisterung: "Die Halle ist ein Juwel und ich hoffe, dass möglichst viele Menschen diese exzellente Sportanlage mit eigenen Augen sehen. Danach kann man sich kaum vorstellen, eine solche Immobilie abreißen zu lassen."

Mit den am Wochenende aufgetauchten und umgehend dementierten Gerüchten über eine geplante 10 000-Plätze-Arena auf dem Konversionsgelände hat die Botschaft des Aufsichtsratsvorsitzenden der Brose Baskets nichts zu tun. Stoschek und sein Manager Rolf Beyer haben die derzeit ungenutzte "Freedom Fitness-Facility" auf dem Konversionsgelände zusammen mit Vertretern der Stadt besichtigt und dann geprüft, ob eine Nutzung als Trainingshalle, für das Athletiktraining und für Büros in Frage käme.

Eine wünschenswerte Adresse wäre die Arena zweifellos. Die luxuriös ausgestattete Immobilie umfasst ein Doppelspielfeld mit umlaufenden Teleskoptribünen, eine 160-Meter-Laufbahn in der zweiten Ebene, Fitnesslandschaften so weit das Auge reicht und sprichwörtlich goldene Wasserhähne.

Doch das ist nur die glänzende Oberfläche. Wirtschaftlich gesehen ist ein Erwerb, vor allem aber eine Alleinnutzung bislang als unüberwindliches Problem dargestellt worden. Allein die Betriebskosten im Jahr liegen bei einer halben Million Euro. Dieses Hindernis kann auch Brose-Baskets-Manager Rolf Beyer nicht wegwischen. Er spricht von hohen Erwerbskosten und teuerem Unterhalt. Michael Stoschek signalisiert einerseits Unterstützung, weist aber auch auf die Hürden hin: "Unser Basketballmanagement könnte sich schon vorstellen, die Halle zu nutzen, aber es drücken uns die deutlich höheren laufenden Kosten als in unseren gegenwärtigen Gebäuden."
Die Brose Baskets sind nicht die einzigen, die zum Erhalt der Arena beitragen könnten. Um die Rettung des Palasts zu ermöglichen, lässt Oberbürgermeister Andreas Starke (SPD) derzeit eine Vielzahl von Perspektiven prüfen, seine Hoffnung liegt auf einer Kooperation. "Wir haben starkes Interesse daran, die Halle für den Schulsport, den Vereinssport und den Leistungssport zu erhalten."

Gespräche führt die Stadt mit Armin Andres, dem Vizepräsidenten des Deutschen Basketballbunds, über eine Nutzung durch den Verband. Auch die Stadt Hallstadt könnte eine Rolle im Konversionspoker spielen. Bekanntlich plant Hallstadt den Neubau einer zehn Millionen Euro teueren Dreifach-Turnhalle. Damit will Hallstadt den Mangel an Sportflächen beseitigen, hauptsächlich aber den Handballern des TV Hallstadt eine neue Heimat verschaffen, die derzeit quer durch den Landkreis vagabundieren.

Wäre die US-Arena da nicht eine willkommene Alternative? "Wir haben keine Scheuklappen auf und überlegen in alle Richtungen", sagt der Hallstadter Bürgermeister Thomas Söder (CSU). Zwar scheide ein Erwerb der US-Immobilie aus seiner Sicht aus, doch Kooperationen gegenüber sei man in Hallstadt durchaus aufgeschlossen - egal, wo die Halle steht. Dabei geht es nicht nur darum, Geld zu sparen. Auch die drohende Vernichtung von Volksvermögen treibt Söder um. "Den Bewohnern der Region sei es wohl kaum zu erklären, dass eine Halle abgerissen wird, während wenige Kilometer entfernt eine neue mit hohem Aufwand gebaut wird."

Sportcamp des BLSV?

Und es gibt noch eine dritte Chance, dass Bamberg nicht auf seiner Luxusimmobilie sitzen bleibt. Sie ist nicht gänzlich unbekannt. Bereits im Sommer 2013 waren die Halle und die umliegenden Sportanlagen als Standort für ein neues Sportcamp des Bayerischen Landes-Sportverbandes (BLSV) in Oberfranken ins Gespräch gekommen. Der BLSV vergab das 25-Millionen-Euro-Projekt, das vom Freistaat Bayern zu 90 Prozent aus Mitteln der EU gefördert werden soll, nach Bischofsgrün (Landkreis Bayreuth). Nach Informationen des BLSV-Kreisvorsitzenden Carsten Joneitis steht die nötige Zustimmung der Europäischen Union aber immer noch aus.
Joneitis, Sprecher der SPD im Kreistag, und sein Fraktionskollege Wolfgang Heyder wollen nun Bamberg und die Halle erneut als Alternative ins Gespräch bringen. "Sollte Bischofgrün scheitern, könnte Bamberg die besten Bedingungen bieten", sagt Joneitis. Der BLSV-Präsident habe bereits angekündigt, das Areal persönlich in Augenschein nehmen zu wollen. Die bereits vorhandene sportliche Infrastruktur Bamberg sei ohnehin weitaus besser als in Ostoberfranken, ergänzt Heyder. In das Nutzungskonzept für ein BLSV-Sportcamp könnten auch Gemeinden und Vereine aus Landkreis eingebunden werden, meint Joneitis - beispielsweise mit Blick auf Hallen-Neubaupläne im unmittelbar benachbarten Hallstadt.

Eine recht weitreichende Überlegung kommt von den Freien Wählern im Bamberger Stadtrat: Sie schlagen vor, während der geplanten Erneuerung der Turnhalle der Blauen Schule zuerst den Sportunterricht in die neue Halle zu verlagern, um in einem weiteren Schritt die gesamte Schule aufs Konversionsgelände zu verlagern. Effekt dabei laut Dieter Weinsheimer: Die Kosten für die Generalsanierung könnten gespart werden, denn auf dem ehemaligen US-Gelände gibt es ja Schulgebäude, die noch keine neue Nutzung haben. Sinnvoll wäre es aus Sicht der Freien Wähler, auch über einen Vorstoß in Richtung Staatsregierung nachzudenken. Eine Verstaatlichung der Realschule könne den Haushalt der Stadt um Millionen Euro pro Jahr entlasten.