Der Tagesordnungspunkt neun "Anträge auf Schulwegsicherheit und Straßenquerungen von Fußgängern" wird vorgezogen. Es ist schließlich der Punkt, weswegen die zahlreichen Bürger ins Rathaus am Montagabend gekommen sind.

Die Sitzung des Stegauracher Bauausschusses steht an dem Tag unter dem Eindruck des Unfalls vor zwei Wochen, als ein siebenjähriger Bub in Waizendorf angefahren und verletzt worden war. Es soll nun schnellstmöglich eine Lösung her.

Viele interessierte - ja, besorgte - Bürger sind gekommen. Alle sollen zu Wort kommen. Sitzungsleiter Günter Litzlfelder (CSU/Bürgerblock), der Bürgermeister Siegfried Stengel vertritt, hat dies zugelassen.

Gefahren in gesamter Gemeinde

Die Eltern diskutieren also mit in der Sitzung, in der es darum geht, was die Gemeinde nun fordern sollte in einem Antrag an das Landratsamt, das zuständig ist für die Straße durch Waizendorf. "Wir wollen eine Bedarfsampel nicht nur für Waizendorf, sondern auch in Mühlendorf - dort ist es noch gefährlicher", sagt Frieda Metzler, Elternbeiratsvorsitzende der Stegauracher Schule. Aber auch in Unteraurach sei es gefährlich, die Straße zu überqueren.

Metzler macht deutlich, dass die Sicherheit in der gesamten Gemeinde auf den Prüfstand müsse. Auch ein Antrag der Eltern mit 150 Unterschriften lautet im Kern: Nur eine Bedarfsampel ist die richtige Lösung, denn es gehe neben der Sicherheit für die Schüler auch um die der älteren Menschen.

Sieben Anträge sind nach dem Unfall mit dem Siebenjährigen, dem es inzwischen wieder besser geht, bei der Stegauracher Verwaltung eingegangen. Sie alle wurden im Bauausschuss behandelt. Auch die der vier Fraktionen Bürgernahe Liste, CSU/Bürgerblock, Grüne/Aktive Bürgerstimme und der Freien Wähler. Ebenso ein Antrag vom Verkehrsclub Deutschland liegt dazu vor.

Arbeitskreis mit Verkehrsplaner

Es herrscht Einigkeit in den Forderungen. Neben einer Bedarfsampel soll auch ein Arbeitskreis gebildet werden, der sich mit der gesamten Situation in der Gemeinde befasst. Nur so könne man was erreichen, meint unter anderem Bernd Fricke (Grüne/ Aktive Bürgerstimme). Heinrich Schubert (Bürgernahe Liste), Thilo Wagner (Freie Liste/ÜWG) und Daniel Palasti (CSU/Bürgerblock) pflichten bei.

Die vier Bürgermeisterkandidaten sind sich einig: Zu überzeugen ist das Straßenverkehrsamt. In dem Arbeitskreis soll auch ein Verkehrsplaner vertreten sein, der als Experte zur Seite stehen kann. Ebenso Elternvertreter und ein Busfahrer, der die Gefahren in den Orten aus eigener Erfahrung kennt.

Matthäus Metzner (Freie Liste/ÜWG) fordert als Sofortmaßnahme Verkehrshelfer für Waizendorf, Mühlendorf und Unteraurach. An einem anderen Problem setzt Manfred Amon (CSU/Bürgerblock) an: "Der Verkehr muss langsamer werden." Dinge, die der Arbeitskreis klären soll.

Öffentlichkeit einladen

Der Beschluss nach einer Ortsbesichtigung in Waizendorf und der langen Diskussion im Rathaus fällt im Bauausschuss dann einstimmig und folgendermaßen aus: Es soll so schnell wie möglich eine Bedarfsampel in Waizendorf her, vorübergehend eine provisorische Anlage. Der Arbeitskreis wird am 24. Februar um 19 Uhr im Rathaus zusammenkommen. Dazu will die Gemeinde noch öffentlich einladen. Weiterhin sollen Verkehrshelfer organisiert werden.

Laut Helmut Hartwich, zuständig für Straßenverkehr am Landratsamt Bamberg, ist das Anbringen selbst einer provisorischen Ampelanlage erst nach einer Verkehrsschau möglich, die nun wohl nach Fasching stattfinden soll. Vor Ort müsse sich ein Bild gemacht werden, wo überhaupt eine Ampel angebracht werden könne. Es werden dann auch die Ergebnisse einer Verkehrszählung vorliegen, die das Staatliche Bauamt in den kommenden Tagen durchführt. Erst dann könne man eine Entscheidung treffen.