Eigentlich sollte das noch immer schmucke Wohnhaus des früheren Zweiten Bürgermeisters Josef Schubert an der Fabrikstraße der Spitzhacke zum Opfer fallen, um Platz für das künftige Bürgerhaus im Hopfengarten zu machen. Aber nun wird es als Filiale des benachbarten Kindergartens St. Anna wiederbelebt. Das Schuberts-Haus bietet der "Schlaue-Eulen-Gruppe", also den Vorschülern der Kita, den Rahmen für Spiel und Spaß und klammheimliche Vorbereitung auf den Ernst des Lebens.


Nötig wurde die Suche nach einem Ausweichquartier, weil im Jahr 2016 von Eltern, die in Pettstadt wohnen, 29 Geburten gemeldet worden sind (um die 15 sind es in normal "fruchtbaren" Jahren). Fast im gleichen Maße zeichnete sich Bedarf nach Kita-Plätzen ab, so dass die Kindergartenleiterin Susanne Volk beim Bürgermeister vorstellig wurde. Der Kinderreichtum der 2000-Einwohner-Gemeinde hatte vor ein paar Jahren schon zur Einrichtung eines Waldkindergartens geführt. Aber nun schien das Raumangebot ausgereizt. Wäre da nicht der Zufall zu Hilfe gekommen.

Das von der Gemeinde zum Zwecke des Abrisses erworbene Wohnhaus auf der anderen Straßenseite darf noch ein paar Jahre stehen bleiben, weil das Projekt einer Innenverdichtung ins Stocken geraten ist. Und es dauerte nicht lange, bis Bürgermeister Jochen Hack (FWG), der Gemeinderat, die Katholische Kirchenstiftung als Kindergartenträger sowie die maßgeblichen Fachbehörden der Kindergarten-Aufsicht im Ziel einig waren: Das Wohnhaus mit seinen drei Räumen im Hochparterre, dem ehemaligen Bad und der Küche sowie den Nebengebäuden und dem über tausend Quadratmeter großen Grundstück können mit geringem Aufwand für eine Kindergarten-Gruppe umgemünzt werden. Selbst die Nebengebäude finden Verwendung, als Garage für die Tretautos und Roller sowie als Bastelwerkstatt.

Nur etwa 40000 Euro waren nötig, damit die 16 Vorschüler mit ihren Betreuern Timo Steppert und Miriam Mandioc einziehen konnten. Etwa ein Drittel des Betrags entfällt auf die Einrichtung, die später auch woanders verwendet werden kann, zum Beispiel in neuen Räumen nach einer etwaigen Aufstockung des Kindergartens.

Der Kindergarten-Verwalter der Kirchenstiftung, Peter Beierwaltes, und Bürgermeister Hack würdigten das gute Einvernehmen bei der Lösung des überraschend aufgetretenen Raumproblems und Diakon Georg Bauer bat um Gottes Schutz für die neuen Kindergarten-Räume. "Segne uns, denn der Weg ist weit", sangen die kleinen Schützlinge dazu und ließen ein Kruzifix weihen, das einer der Buben zuvor im Waldkindergarten gefertigt hatte.

Nur frohe Gesichter unter allen, die zu der kleinen Einweihungsfeier an einem strahlend schönen Herbsttag gekommen waren. Und Grund zur Freude haben auch jene glücklichen Eltern, die ihre ganz Kleinen in der zusätzlich eingerichteten Krabbelgruppe unterbringen konnten.