Vor kurzem hat die IHK die Ergebnisse ihrer aktuellen Konjunkturbefragung für den IHK-Bezirk veröffentlicht. Jetzt liegen auch Auswertungen auf Ebene der IHK-Gremien vor. Dabei zeigt sich, dass die IHK-Unternehmen aus Stadt und Landkreis Bamberg das derzeit schwierige Umfeld offenbar nach wie vor gut meistern. Die Beurteilung der aktuellen Geschäftslage wird wie bereits zu Jahresbeginn im Saldo recht ausgeglichen eingestuft. Auch die Erwartungen an die kommenden Monate können ihre leicht positive Ausrichtung beibehalten, wenn sich auch die Stimmung etwas eintrübt.

Wie die IHK für Oberfranken Bayreuth berichtet, sinkt der Konjunkturklimaindex für die Wirtschaftsregion Bamberg um zwei Zähler und liegt jetzt bei 105 Punkten. "Die Wirtschaft in Stadt und Landkreis Bamberg präsentiert sich stabil. Dass angesichts der vielen Herausforderungen für die Betriebe die Zukunftserwartungen optimistisch bleiben, ist eine positive Überraschung", erläutert IHK-Vizepräsident Herbert Grimmer, der auch Vorsitzender des IHK-Gremiums Bamberg ist.

Bei der Beurteilung ihrer derzeitigen Geschäftslage geben die Betriebe aus Stadt und Landkreis Bamberg erneut ein nahezu ausgeglichenes Ergebnis zu Protokoll. 29 Prozent der Befragten stufen die eigene Situation als gut ein, 27 Prozent nennen sie schlecht. Die übrigen 44 Prozent bezeichnen ihre Lage als befriedigend. Zurückzuführen ist die verhaltene Bewertung laut IHK vor allem auf rückläufige Umsätze auf dem Inlandsmarkt. Im Auslandsgeschäft können die Umsätze hingegen noch weitgehend konstant gehalten werden. Die Kapazitätsauslastung der Bamberger Wirtschaft ist unterschiedlich. Jeweils ein Drittel der Befragten berichtet von einer guten, einer befriedigenden bzw. einer schlechten Auslastung. "Die Geschäftslage spitzt sich in manchen Branchen zusehends zu. Viele Betriebe berichten von einer starken Betroffenheit von hohen Energie- und Rohstoffpreisen. Probleme in den Lieferketten schränken vielerorts die Verfügbarkeit von Waren und Vorprodukten ein", so Grimmer.

Der Blick in die Zukunft bleibt verhalten optimistisch
Auch im Wirtschaftsraum Bamberg haben die Unternehmen und Gewerbetreibenden aktuell also mit einer Vielzahl von Schwierigkeiten zu kämpfen. Neben den Folgen des Ukraine-Krieges, der Pandemie und hohen Kosten bleibt der zunehmende Fachkräftemangel ein großes Thema. Dazu gekommen sind die Inflationstendenzen und steigende Zinsen, die Investitionen verteuern.
Vor diesem Hintergrund ist es überraschend, dass die Erwartungen der Unternehmen aus Stadt und Landkreis Bamberg an die Entwicklung der nächsten zwölf Monate ihren positiven Grundton beibehalten. Allen Herausforderungen zum Trotz rechnen 35 Prozent der Befragten mit einer Verbesserung der Geschäftslage und nur 27 Prozent mit einer Verschlechterung. Die übrigen 38 Prozent erwarten keine gravierenden Änderungen. Impulsgeber der Entwicklung wird nach Einschätzung der Wirtschaft in den kommenden Monaten der Inlandsmarkt sein, dem mehr Wachstumspotenzial zugeschrieben wird als den Auslandsmärkten. "International ist die Lage nicht nur aufgrund des Krieges und der beschlossenen Sanktionen angespannt. Der Warenaustausch läuft nicht reibungslos. Es ist zu befürchten, dass sich die Probleme in den Lieferketten durch die Folgen der strengen Coronamaßnahmen in China noch verstärken", so der Gremiumsvorsitzende.

Bremsspuren beim Investitionsniveau
Die internationale Lage, sicherheitspolitisch wie wirtschaftlich, sorgt für Verunsicherung. Das wirkt sich auch auf Investitionsabsichten der befragten Unternehmen aus Stadt und Landkreis Bamberg aus, die einen deutlichen Dämpfer bekommen. Optimistisch bleibt die Wirtschaft dagegen, wenn es um die anstehende Personalplanung geht. Im Saldo wollen mehr Betriebe Mitarbeiter einstellen als freistellen, so dass für die kommenden Monate von einem Anstieg der Mitarbeiterzahlen im Raum Bamberg ausgegangen werden kann. "Der Arbeitsmarkt aber ist weitgehend erschöpft, so dass offene Stellen nur schwer besetzt werden können. Ich kann nur appellieren, mehr Energie in die Berufsausbildung zu investieren. Die Ausbildung der eigenen Fachkräfte von morgen ist Voraussetzung für den künftigen Geschäftserfolg", so Grimmer.

Insgesamt ergibt die IHK-Konjunkturumfrage ein unterschiedliches Bild der wirtschaftlichen Lage in den Teilregionen. "Die Indices in den acht IHK-Gremien umfassen in der aktuellen Umfrage eine große Spannweite und liegen zwischen 86 und 120 Punkten. Das zeigt, wie ungleich die derzeitigen Herausforderungen auf die Wirtschaft vor Ort wirken", so IHK-Konjunkturreferent Malte Tiedemann.