Seltene Käferarten in Bamberg: Stadt bittet Bürger um Hilfe bei Erfassung

2 Min

Bamberg zählt zu den wichtigsten Lebensräumen seltener Käfer. Bürger können Funde melden und somit den Artenschutz unterstützen.

Der Große Eichenbock, der Eremit und der Hirschkäfer zählen zu den seltensten und am stärksten gefährdeten Käferarten Europas. Alle drei Arten stehen unter strengem Schutz. Gleichzeitig gilt das Bamberger Stadtgebiet als eines ihrer bedeutendsten Vorkommensgebiete.

Deshalb werden in diesem Sommer die aktuellen Bestände der seltenen Großkäfer in Bamberg, insbesondere im Bamberger Hain, erfasst. Um die wissenschaftlichen Erhebungen zu ergänzen, bitten die Naturschutzbehörden der Regierung von Oberfranken und der Stadt Bamberg die Bevölkerung um Unterstützung.

Wer bis Ende August 2026 einen Großen Eichenbock, Eremiten oder Hirschkäfer entdeckt, kann seine Beobachtung mit Standortangabe und möglichst aussagekräftigem Foto per E-Mail an naturschutz@stadt.bamberg.de melden. Ein Fotobeleg ist wichtig, damit die Arten zuverlässig bestimmt werden können.

"Alte Bäume sind wahre Schatzkammern der Artenvielfalt. Dass mit Hirschkäfer, Eremit und Großem Eichenbock gleich drei europaweit geschützte Käferarten in Bamberg vorkommen, zeigt, wie wertvoll unsere grünen Lebensräume sind", sagt Bürgermeister und Umweltreferent Jonas Glüsenkamp.

"Mit jeder gemeldeten Sichtung helfen Bürgerinnen und Bürger dabei, mehr über die Bestände dieser faszinierenden Tiere zu erfahren und ihren Lebensraum besser zu schützen", so Glüsenkamp weiter. "Ich lade deshalb alle ein, in diesem Sommer mit offenen Augen durch den Hain und unsere Parks zu gehen - vielleicht gelingt dem ein oder der anderen ja sogar die Entdeckung eines Eremiten. Das wäre ein echter Glücksfall für den Artenschutz."

Wo die Käfer zu finden sind

Die Käfer halten sich meist an oder in der Nähe alter Bäume auf, insbesondere an Eichen. Im Bamberger Hain wurden bislang die meisten Nachweise im Bereich der Buger Spitze sowie rund um den Musikpavillon erbracht. Dort stehen zahlreiche alte Eichen, die den seltenen Arten ideale Lebensbedingungen bieten.

So lassen sich die Arten unterscheiden

Der Hirschkäfer ist vor allem durch die großen, geweihartigen Oberkiefer der Männchen bekannt. Die Weibchen besitzen diese nicht und wirken deutlich kompakter.

Beim Großen Eichenbock sind die Geschlechter ebenfalls gut zu unterscheiden: Die Antennen der Männchen sind länger als ihr Körper, während die Antennen der Weibchen deutlich kürzer ausfallen.

Besonders selten ist der Eremit. Der Käfer lebt verborgen in mulmgefüllten Baumhöhlen (Mulm: feuchtes, zersetztes Holz) und verlässt diese nur selten.

Anders als der Große Eichenbock besiedelt er nicht nur Eichen, sondern auch andere alte Bäume wie Linden oder Obstbäume. Die Männchen verströmen einen charakteristischen aprikosenähnlichen Duft, um Weibchen anzulocken. Wer einen seltenen und zumeist gut versteckten Eremiten entdeckt, kann sich glücklich schätzen.

Seltene Käferarten nur beobachten und fotografieren

Alle drei Käferarten stehen unter strengem Schutz. Die Tiere dürfen weder gefangen noch mitgenommen werden. Für die Kartierung werden ausschließlich Beobachtungen mit Foto und Standortangabe benötigt.

Kartierung liefert Grundlage für künftige Schutzmaßnahmen

Mit der Kartierung der seltenen Großkäfer wurde ein biologisches Fachinstitut beauftragt. Die Meldungen aus der Bevölkerung ergänzen diese Untersuchungen und fließen in die Auswertung ein. So tragen Bürgerinnen und Bürger unmittelbar dazu bei, ein möglichst vollständiges Bild zu erhalten.

Die Kartierung wird aus Mitteln des Freistaats Bayern und der Europäischen Union finanziert. Die Ergebnisse bilden die Grundlage für gezielte Schutz- und Entwicklungsmaßnahmen, um die Lebensräume der seltenen Käferarten langfristig zu erhalten und zu verbessern.

Bei diesem Text handelt es sich um eine Pressemitteilung. 

Vorschaubild: © Dr. Jürgen Gerdes