Und plötzlich geht alles ganz schnell: In Bayern darf ab Samstag, 19. September, der Fußball wieder im Spielbetrieb rollen - und das über alle Altersklassen hinweg. Bis zu 400 Zuschauer sind dann wieder zugelassen, insofern die Voraussetzungen vor Ort stimmen.

Die Politik kam mit der Zulassung des Spielbetriebs vor Zuschauern auch einer Forderung des Bayerischen Fußball-Verbands (BFV) nach, der für den Sport ähnliche Regelungen wie für Kulturveranstaltungen gefordert hatte (wir berichteten).

Kurz nach der Erlaubnis zum Re-Start wirkte Rainer Koch erleichtert. "Das ist ein großartiger Erfolg, nicht nur für den Fußball, sondern für den gesamten Breitensport in Bayern", sagte der BFV-Präsident in einer Online-Pressekonferenz. Trotzdem müssen bis zum Wiederbeginn noch etliche Details geklärt werden. Ein Überblick.

Was sind 400 Zuschauer?

Ob es auf jedem Platz möglich ist, 400 Zuschauer zuzulassen, ist fraglich. "Die Abstandsregel muss eingehalten werden", sagte Pressesprecher Fabian Frühwirth. Mit 400 Personen seien nur Besucher gemeint, Spieler und Betreuer fallen nicht darunter. Für Vereine, die mehr als 400 Zuschauer zu ihren Spielen erwarten würden, sei es ein sinnvolles Instrument, einen Kartenvorverkauf zu starten. "Vielleicht wird der eine oder andere Verein anfangs auf Zuschauer verzichten, um komplizierte Hygiene-Konzepte nicht umsetzen zu müssen", sagte Koch. Der Verband werde sich intensiv mit dem Innenministerium austauschen, wie die Hygiene-Vorgaben gestaltet werden müssen.

20 Prozent wollen nicht

Bei der jüngsten BFV-Umfrage haben sich 20 Prozent der teilgenommenen Vereine dagegen ausgesprochen, in diesem Jahr noch zu starten. Das waren bayernweit mehr als 600 Klubs. Diese will der Verband mit ins Boot holen und dazu bewegen, doch ab 19. September am Spielbetrieb teilzunehmen. Wenn ein Verein nicht möchte, sei ein Zwangsabstieg die einzige Möglichkeit. "Wer sich jetzt nicht beteiligt, kann nur ans Tabellenende gesetzt werden. Schließlich haben sich 80 Prozent der Vereine für eine Fortsetzung ausgesprochen", sagte Koch, geht den nicht spielenden Vereinen aber einen Schritt entgegen: Eine Versetzung nach drei schuldhaft nicht angetretenen Spielen findet in die nächsttiefere Klasse statt, nicht aber in die unterste.

Wann werden die Spielpläne veröffentlicht?

Laut Verband haben die einzelnen Spielleiter noch am Dienstag begonnen, die ersten Spiele am Wochenende des 19. und 20. September anzusetzen. Bis heute sollen alle Partien der ersten Wochen feststehen. Dazu zählen neben den Ligaspielen auch der neu geschaffene Ligapokal. Ob mit Liga oder Pokal gestartet wird, hängt vom jeweiligen Spielleiter ab. Da sich Bayern entschlossen hat, die Saison fortzusetzen und nicht abzubrechen, habe man im Vergleich zu anderen Landesverbänden viel Zeit gewonnen - das sei ein großer Vorteil in Pandemie-Zeiten. "Das Wichtigste ist der Gesundheitsschutz und dass sich niemand am Platz infiziert. Wir müssen uns aber darauf vorbereiten, dass nicht an jedem Wochenende immer alle Spiele stattfinden können", so Koch.

Gibt es eine Hallensaison?

Auch diese Frage ist noch nicht geklärt. Koch ließ aber durchblicken, zugunsten anderer Sportarten womöglich die Hallenrunde hinten anzustellen. "Hier geht es um Solidarität mit anderen Hallensportarten. Diese Verantwortung tragen wir."