Im Grunde kann die DJK Don Bosco Bamberg die restliche Saison in der Fußball-Bayernliga abhaken - und als Erfolg verbuchen: Vorsprung von 15 Punkten auf die Abstiegsrelegationsplätze, den Klassenerhalt fast in trockenen Tüchern. Den Wildensorgern droht aber in den verbleibenden zwölf Spielen die große Langeweile, da der Zug zur Tabellenspitze mit 13 Zählern Rückstand ebenfalls abgefahren ist. Die Brisanz fehlt.

Und doch ist der Sportlichen Leitung um Holger Denzler die Platzierung im Niemandsland der Tabelle ganz recht. Sie kennen ja auch das andere Extrem, wie es ist, bis kurz vor Saisonende zu bibbern. Exakt vor einem Jahr sah die Lage weniger entspannt aus. Da belegte die DJK einen Abstiegsrelegationsplatz - und rettete sich erst am vorletzten Spieltag. "Das war brutal anstrengend für alle im Verein. Der Druck war extrem, wir wollten die Klasse unbedingt halten, um weiterhin die Bayernliga gewährleisten zu können", sagt Denzler.

In dieser schwierigen Phase sprach der Verein frühzeitig seinem Trainer Mario Bail das Vertrauen aus - und legte damit den Grundstein für eine passable Restsaison 2017/2018 und eine sehr gute Hinrunde in dieser Spielzeit. Betrachtet man nur das Kalenderjahr 2018, hat die DJK in diesem Zeitraum 55 Punkte geholt - ein Top-5-Wert in der Bayernliga.

Für Denzler kommt die Entwicklung nicht zufällig: Mit dem regionalligaerfahrenen Manuel Müller vom FC Sand wurde die Defensive gezielt verstärkt. "Unser Königstransfer", wie Denzler sagt. Dazu ein Christopher Kettler, der sich an seiner offensiven Rolle erfreut und bisher neun Tore beigesteuert hat. Oder Johannes Rosiwal, mit elf Treffern und acht Vorlagen der Dreh- und Angelpunkt im Spiel. "Ich möchte aber niemanden in den Mittelpunkt stellen. Wir haben ein toll funktionierendes Teamgefüge, die Jungs haben alle einen hervorragenden Charakter. Jeder stellt sich in den Dienst der Mannschaft. Das zeichnet uns aus", sagt Denzler.

Geballte Bayernliga-Erfahrung

Kein Wunder, dass die Transferaktivitäten im Winter überschaubar waren - die Notwendigkeit zu handeln war schlicht nicht da. Bei Manuel Hümmer wurde Denzler dann aber doch schwach. Nach einem USA-Aufenthalt ist der 28-Jährige in seine fränkische Heimat zurückgekehrt. "Und wenn so jemand auf dem Markt ist, wäre es fahrlässig, wenn wir uns nicht um ihn bemüht hätten", sagt Denzler.

Die Vita von Hümmer liest sich beeindruckend: 140 Spiele bestritt er in der Bayernliga, eine Saison beim VfL Frohnlach, anschließend sieben Jahre als absoluter Stammspieler beim TSV Aubstadt. "Manuel lebt den Fußball, bringt unglaublich viel Erfahrung und die richtige Einstellung mit. Dazu ist er ein lockerer Typ, es passt einfach", sagt Denzler. Ein weiterer Vorteil ist dessen Flexibilität: In Aubstadt meist als universelle Kraft im Mittelfeld eingesetzt, wird Hümmer bei der DJK die Rolle auf den Außenbahnen begleiten - defensiv oder offensiv.

Offiziell ist Hümmer zwar der einzige Neuzugang, mit Julian Baumgärtner schickt sich aber ein Eigengewächs an, fester Bestandteil der 1. Mannschaft zu werden. Der 18-Jährige gilt als das derzeit größte Talent im Nachwuchsstall der DJK und wurde drei Jahre lang beim 1. FC Nürnberg ausgebildet. Gut möglich, dass er schon bald zu seinem ersten Bayernliga-Einsatz kommt. "Julian bringt alle Voraussetzungen mit, die es braucht - sportlich wie menschlich. Es kann sehr schnell gehen, dass er ein fester Bestandteil des Teams wird. Er ist bereits jetzt bestens integriert. Trotzdem dürfen wir ihn nicht verheizen", sagt Denzler. Baumgärtner ist mit seiner Präsenz und seiner Spielübersicht prädestiniert für eine der Rollen im zentralen Mittefeld, defensiver auf der "6" oder mit offensiver Ausrichtung auf der "8".

Testspiele: ein Sieg, eine Pleite

In den beiden bisherigen Vorbereitungsspielen gegen die SpVgg Jahn Forchheim (1:0) und den Baiersdorfer SV (2:3) stand Baumgärtner jeweils in der zweiten Halbzeit auf dem Platz. Ohnehin verschaffte Coach Bail jedem einsatzfähigen Spieler seine Minuten. Bis auf Christopher Kettler (Knochenhautentzündung) plagt sich kein Spieler mit einer ernsthaften Verletzung. "Wenn, dann gibt es das ein oder andere Wehwehchen. Das ist aber nicht der Rede wert", sagt Denzler. Die beiden Testspiel-Ergebnisse will er gar nicht überbewerten, es wurde viel probiert und in der Halbzeit einmal komplett durchgewechselt. "Das Manko war noch die Chancenverwertung, aber das kriegen wir hin", sagt Denzler: "Unser Augenmerk liegt sowieso auf dem Liga-Auftakt am 2. März bei der SpVgg Ansbach. Darauf arbeiten wir hin. Wir freuen uns, wenn es wieder losgeht."

Nun, in sportlich ruhigem Fahrwasser, ist die Lust auf Bayernliga endgültig in Wildensorg zurück. "Wir haben vergangenes Jahr vieles richtig gemacht und aus unseren Fehlern gelernt. Wir sind sehr zufrieden mit dem, was die Mannschaft und alle im Verein bis hierhin geleistet haben", sagt Denzler.

Luftschlösser wollen sie am DJK-Gelände aber keine errichten, bei der Frage nach einem möglichen Regionalliga-Aufstieg in mittelfristiger Zukunft winkt Denzler ab. "Stand jetzt ist die Regionalliga für uns überhaupt nicht darstellbar und die Bayernliga das Höchste der Gefühle. Es ist eine Sache des Geldes. Wir möchten Konstanz schaffen im sportlichen wie organisatorischen Bereich und uns auf Dauer unter den besten acht Teams der Bayernliga etablieren", sagt Denzler. Der Weg in diese Richtung ist jedenfalls eingeschlagen.

Die nächsten Testspiele

Samstag, 9. Februar, 14 Uhr: DJK Don Bosco - SG Quelle Fürth

Samstag, 16. Februar, 12 Uhr: DJK Don Bosco - 1. FC Nürnberg II

Samstag, 23. Februar, 14 Uhr: DJK Don Bosco - FC Coburg