Nach langer Abstinenz ist Bamberg in der kommenden Saison wieder mit einer Herrenmannschaft in der Handball-Landesliga vertreten. Als vor 23 Jahren mit der HG letztmals ein Männerteam überbezirklich auf Torjagd ging, waren die meisten der diesjährigen Aufstiegs-"Helden" noch im Kindergarten. Doch mit der Meisterschaft in der Bezirksoberliga machte der HC 03 in dieser Spielzeit die Rückkehr der Bamberger Handballer nach einer langen Durststrecke in die Landesliga perfekt.

Aufstieg mit Ansage

"Schon seit drei Jahren spielen wir vorne mit. In den letzten Jahren sind wir zweimal ganz knapp gescheitert. Diesmal waren wir einfach dran", meinte der HC-Vorsitzende Martin Bruchner. Es war ein Aufstieg mit Ansage:

In die Saison waren die Bamberger mit dem erklärten Ziel Meisterschaft gestartet. Und der große Wurf gelang mit Bravour: 20 Siege aus 22 Spielen feierte die Mannschaft von Trainer Uli Hillebrand. Nur dem Tabellenzweiten SG Rödental, der mit 38:6 Punkten am Ende drei Zähler Rückstand auf den Meister (41:3) aufwies, gelang es, dem HC 03 mit dem 31:28-Heimsieg am 1. März eine Niederlage zu bereiten. Das 29:29 im Hinspiel gegen den hartnäckigsten Titelrivalen im November hatte den einzigen Punktverlust der Bamberger in eigener Halle zur Folge.

Doch ansonsten war die Bilanz makellos. "In dieser Saison hat die Mannschaft die Konstanz gezeigt, die uns in der Vergangenheit den Aufstieg gekostet hat. Trainer und Spieler wussten, woran sie arbeiten mussten und haben das hervorragend umgesetzt", lobt Bruchner. So steckte das Team die Niederlage in Rödental schnell weg und beendete die Saison mit fünf Siegen in Folge, während die Konkurrenz noch Federn ließ. Und schon zuvor hatte der HC mit dem klaren 32:22-Erfolg gegen den Landesliga-Absteiger und späteren Dritten SG Bad Rodach/Großwalbur deutlich gemacht, dass der Weg zur Meisterschaft nur über ihn führt. "In diesem Spiel haben wir wohl unsere beste Saisonleistung gezeigt", sagt der HC-Vorsitzende.

Beste Abwehr der Liga

Die 22 Gegentreffer aus dieser Partie entsprechen exakt dem Saisonschnitt, mit dem die Bamberger die beste Abwehr der Bezirksoberliga stellten. Als großer Rückhalt erwiesen sich die beiden Torhüter Carsten Kropf und Odin Jost. Doch auch bei den Feldspielern waren die HCler auf allen Positionen ausgeglichen besetzt. So kam es bei Auswechslungen kaum einmal zu einem Bruch im Spiel.

Gut getan hat dem Bamberger Team nach Ansicht Bruchners die "Blutauffrischung" durch Studenten aus anderen Bundesländern wie Christoph Schäper und Tim Schnippering, die sich gut in das eingespielte Team um die ehemaligen HC-Jugendspieler Julian Sommer, Felix Schaad und Matthias Müller integriert hätten.

Großen Anteil am Erfolg hat aber auch der Trainer. "Uli Hillebrand hat die Mannschaft konsequent weiter entwickelt, neue Strategien entworfen und einige Spieler umpositioniert", lobt Bruchner den Mann, der den HC vielleicht verlassen hätte, wäre der Aufstieg abermals verpasst worden. Hillebrand geht nun den Weg in die Landesliga aber mit - wie auch die Mannschaft, die zusammenbleibt und noch punktuell verstärkt werden soll. "Wir strecken unsere Fühler aus und hoffen, gute Landesliga-Spieler nach Bamberg locken zu können. Als Verein ohne Hauptsponsor fehlen uns natürlich die Mittel, ehemalige Bundesliga- oder Regionalligaspieler zu verpflichten, wie es andere Teams in der Landesliga tun", sagt Bruchner.

Dennoch trauen es sich die Bamberger zu, sich in der höheren Liga, in der weite Fahrten nach Hochfranken, in die Oberpfalz und nach Oberbayern anstehen, zu etablieren. "Wir wollen zu einer festen Größe in der Landesliga werden", hofft der HC-Vorsitzende, dem seine Herrenmannschaften in dieser Saison reichlich Freude bereiteten. Denn neben der "Ersten" schafften auch die Herren II (in die Bezirksoberliga) und die Herren III (in die Bezirksliga) den Aufstieg.