• Leben Paul Maars
  • Preise und Würdigungen
  • Bekannte Werke
  • Besonderheiten seines Schaffens
  • Fazit

Kurz vor seinem 85. Geburtstag hat der "Sams"-Erfinder, Kinderbuchautor und Illustrator Paul Maar die Leserschaft beschenkt: Er hat ein neues "Sams"-Buch veröffentlicht - und Lesestoff für Erwachsene: "Ein Hund mit Flügeln" heißt der Band, "Erfundenes und Erlebtes". Maar hat dafür Erzählungen, Reiseerinnerungen und Gedichte zusammengestellt - voller Heiterkeit, Tiefgründigkeit und Melancholie. Das Büchlein zeigt somit eine eher unbekannte Seite Maars, der zu den bekanntesten Kinderbuchautoren Deutschlands zählt. Vor allem die Bücher der "Sams"-Reihe wurden millionenfach verkauft und in zig Sprachen übersetzt. Es gibt Kinofilme und Theaterstücke, in Maars Heimatstadt Bamberg leuchtet einem sogar an einer Fußgängerampel ein rotes oder grünes "Sams" entgegen. 

Das Leben Paul Maars und seine Auszeichnungen

Geboren wurde Paul Maar am 13. Dezember 1937 in Schweinfurt in Unterfranken. Bevor er als Autor erfolgreich wurde, studierte er Malerei und Kunstgeschichte. Im Anschluss an das Studium war er für einige Jahre als Lehrer und Kunsterzieher beschäftigt. Doch er entschied sich um und konzentrierte sich auf die schriftstellerische Aktivität, indem er als freier Autor und Illustrator tätig wurde.

In seinem Roman "Wie alles kam" berichtet Maar ausführlich von seinem Leben. Es beginnt damit, dass er beschreibt, dass seine Erinnerungen lückenhaft sind. Er vergleicht sie mit kleinen und großen, verstreuten Pfützen im Starkregen. Dementsprechend sei auch sein Buch kaum chronologisch geordnet. Im Zentrum des Werkes stehen seine Kindheit sowie die frühe Jugend, welche vom Krieg und den Nachkriegsjahren geprägt wurden. Sein Großvater war es, der den jungen Maar mit Büchern und Geschichten in Berührung brachte und ihn ermunterte, seine Fantasiegeschichten zu notieren. Durch die in bunter Prosa verfassten Kindheits- und Jugenderinnerungen können Leser*innen sich besser in den Autor hineinversetzen.

Das Werk Paul Maars wurde unter anderem mit dem E.T.A.-Hoffmann-Preis, dem Deutschen Jugendliteraturpreis und dem Friedrich-Rückert-Preis ausgezeichnet. Zudem gibt es etliche Schulen, die seinen Namen tragen und damit würdigen. So beispielsweise die Paul-Maar-Schule Bad Homburg, die Paul-Maar-Grundschule im Landkreis Dahme / Spreewald oder die Paul Maar Schule Flörsheim am Main.

Das Werk und Schaffen Paul Maars

Die Arbeit Paul Maars ist vielseitig. Sein wohl bekanntestes Werk ist "Eine Woche voller Samstage" aus dem Jahr (1973). Heute ist die Sams-Kinderbuchreihe zehnbändig. Doch nicht nur die Wünsche erfüllende Sams-Figur mit den blauen Punkten entstammt dem Werk Maars. Bekannt geworden sind auch der von Abenteuern träumende Lippel in "Lippels Traum" aus dem Jahr 1984 und der zwischen Tier- und Menschenwelt wandelnde Bello in "Herr Bello und das blaue Wunder" aus dem Jahr 2005.

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Die Bücher Paul Maars sind von einer beeindruckenden Wortkunst geprägt. Sie sind durchzogen von Reimen, Rätseln und Gedichten. Seine Fähigkeit, mit Buchstaben und Worten zu "zaubern", zeigt sich beispielsweise in seinem Werk "Kreuz und Rüben. Kraut und quer. Das große Paul-Maar-Buch". Durch skurrile Situationen und subtile Ironie erzielt Paul Maar immer wieder eine einzigartige Komik.

Gegenüber der Jury bei der Verleihung des Deutschen Jugendliteraturpreises erzählt Maar, dass er sich in seiner Kindheit nicht vorstellen könnte, sein Leben lang denselben Beruf auszuüben. Sein fester Plan sei es gewesen, mindestens alle sieben Jahre den Beruf zu wechseln. Er habe dabei jedoch vergessen, dass man bei einem Beruf bleiben möchte, wenn er der richtige, ideale sei. Zudem könne er in seinem Beruf viele Möglichkeiten ausschöpfen. So könne er beispielsweise ein Drehbuch schreiben, wenn eines seiner Werke verfilmt werden soll, oder ein Theaterstück zu dem Roman. Zudem könne er selbst für seine Romane illustrieren, zeichnen und malen. Heute lebt der Autor in Bamberg und wird dort wohl noch einige Jahre in seinem für ihn idealen Beruf tätig sein.

Paul Maars Privatleben und seine Spuren in Bamberg

Bereits in der Abiturklasse lernte Paul Maar seine zukünftige Frau, Nele Ballhaus, kennen. Gemeinsam haben sie drei erwachsene Kinder und leben in Bamberg. Zwei seiner Kinder sind in seine Fußstapfen getreten: Anne Maar und Michael Maar sind ebenfalls schriftstellerisch aktiv. Nele und Paul Maar gehen gemeinsam der Übersetzung englischer Kinderbücher nach.

2019 wurde ihm bei einer Herzoperation eine neue Herzklappe eingesetzt. Im Anschluss war er zur Reha in einer Klinik am Ostersee, wo sein Sohn ihn besuchte. Unerwartet brachte er den Literaturagenten Matthias Landwehr mit, welcher Maar dazu anregte, ein autobiografisches Buch für Erwachsene zu schreiben. Die Grundzüge seines 2020 veröffentlichten Werkes "Wie alles kam - Roman meiner Kindheit" verfasste er während der Rehabilitation.

Der Autor lebt nicht nur in Bamberg, sondern wählte den Ort auch für drei Literaturverfilmungen. Er ist in der Stadt nicht mehr wegzudenken; und insbesondere das Sams hat wegen seiner Verfilmungen in Bamberg einen besonderen Stellenwert. So gibt es immer wieder verschiedene Ausstellungen zu Paul Maar, beispielsweise war in diesem Jahr in der Stadtgalerie Bamberg bis zum 24. April 2022 eine Ausstellung zu sehen, die mithilfe von Zeichnungen, Druckgrafiken und Fotografien einen Einblick in Paul Maars Leben und Werk gab. Überdies werden immer wieder Lesungen angeboten. Es lohnt sich, sich hin und wieder einmal zu informieren, wann eine weitere Ausstellung, Lesung oder Ähnliches stattfindet.

Fazit

Die bekanntesten Werke Paul Maars sind die Sams-Geschichten, von denen unter anderen das "Sams im Glück" und das "Sams in Gefahr" in Bamberg verfilmt wurden. Sein schriftstellerisches Werk umfasst hauptsächlich Kinder- und Jugendromane.

Er fokussiert sich nicht nur auf seine Rolle als Autor, sondern ist auch Illustrator, Übersetzer, Drehbuch- und Theaterautor. Die Vielseitigkeit, die er in seinem Beruf zeigt, zeigt sich auch in seinem Werk, weshalb er bereits vielfach geehrt und ausgezeichnet wurde.

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