Heirat, Kinderbetreuung und Ausbildung, der Lebensabend. Wichtige Bereiche eines Lebens. Da sollte schon alles passen. Da will man sich wohl fühlen und überlegt sich genau, wo dafür die geeignetste Lokalität ist. Sinnigerweise nimmt man deswegen Einrichtungen der Daseinsvorsorge an, die mit diesen Zäsuren verbunden werden sollen, in Au genschein. Doch was, wenn man nicht eben mal so hingehen und sich umsehen kann?

Kein Problem in Gundelsheim. Denn ab sofort verfügt die Homepage der Gemeinde über ein Rundum-Angebot. Eines, dank dem man sich virtuell umsehen kann und zwar auf der Basis von 360- Grad-Ansichten, also dreidimensional. "Mein Gundelsheim 360˚" heißt das Projekt.

Ganz bewusst geht die Gemeinde damit in die Offensive.
"Wir wollen weg von dem Image einer reinen Wohn- oder Schlafgemeinde", unterstreicht Bürgermeister Jonas Merzbacher (SPD). In der Gemeinde habe sich in den letzten Jahren einiges getan, das für ein Mehr an Attraktivität und Modernität sorge. Er nennt die Neugestaltung der Hauptstraße, Sanierung mit Erweiterung von Kindergarten, Sanierung der Schule, Sanierung der Alten Schule (mit neuem Trausaal) sowie den Bau des Seniorenzentrums. Darauf gelte es auch jenseits der 3500-Seelen-Gemeinde zu werben.

In Jörg Beßler und seiner am IGZ Bamberg ansässigen Firma habe man den passenden Partner gefunden. Beßler war seinerseits dank der jüngsten Aktivitäten auf Gundelheim aufmerksam geworden und wollte das Projekt als erstes seiner Art im Landkreis hier umsetzen. Die Idee vom April ist im Juni Realität.


Gebäude virtuell begehen

Auf der Homepage der Gemeinde (www.gemeinde-gundelsheim.de) kann man sich bequem die genannten Gebäude von außen und von innen ansehen, sie virtuell begehen, ebenso wie den Bereich an der Hauptstraße.

Gemeinde-Archivarin Maria Köppl hat für die öffentlichen Gebäude die wesentlichen Informationen über deren Historie und Funktionen zusammengestellt. Demnächst werden dazu auch Infotafeln angebracht.

Die Besonderheit: Sie enthalten QR-Codes (quick response). Die scannt man ins Handy (mit der entsprechenden App) oder in den Tablet- PC ein und schon ist auch so der virtuelle Rundgang im Gebäude und Ortskern möglich. Jederzeit und überall.

Standesbeamter Stefan Loch hat sich mit Herzblut eingebracht und sieht hier große Vorteile für die Gemeinde. Jetzt ist er gespannt, wie das Angebot ankommt. Merzbacher jedenfalls ist begeistert von der Qualität: "Es wackelt überhaupt nicht und ist absolut detailgenau", schwärmt er. Aus optischen Gründen wurde am Dorfplatz ein fehlender Stein per Computerprogramm sozusagen nachgepflastert.

Die Firma hat die drei Gebäude und die Straßen im Ortszentrum an drei Samstagen fotografiert - zehn bis 20 Einzelaufnahmen je Einstellung, 20 Minuten für ein Motiv und etliche Stunden Nachbearbeitung im Büro. Rund 8500 Euro hat die Gemeinde investiert und möchte die weiteren signifikanten Gebäude im Ort nach und erfassen.

Wenn sich heute jemand überlegt, an einen bestimmten Ort zu ziehen, dann ist eine Reihe von Informationen unter anderem zur Infrastruktur entscheidend, erklärt Merzbacher. Mit dem neuen Angebot auf der Homepage kann man sich bequem ein Bild von den Gundelsheimer Angeboten machen, sich ins Zentrum und die Gebäude dort begeben, ohne hin zu müssen. Schließlich wolle man wissen, wie es wo aussieht, bevor man eine Entscheidung trifft. Das aktuelle Angebot solle das erleichtern, meinen er und Loch. Die Reise per Mausclick ist mit dem heutigen Donnerstag möglich.