Wer möchte zur besten Sendezeit im ZDF zu sehen sein? Die Münchner Produktionsfirma Tangram ist auf der Suche nach Protagonisten für die zweite Staffel der Dokumentation "20-40-60". Die wird wiederum die studierte Filmemacherin Dominique Klughammer drehen.

Die erste Staffel wurde im Januar diesen Jahres ausgestrahlt. Die dreiteilige Dokumentation widmete sich drei Generationen aus unserer Mitte in Deutschland - die Ziffern im Filmtitel stehen für das Alter dreier verschiedener Lebensabschnitte. Drei Jahre lang hat die Regisseurin Menschen an entscheidenden Wendepunkten ihres Lebens in einer Langzeitbeobachtung begleitet und die jeweiligen Herausforderungen dargestellt. Jedes Lebensalter hat diese: der Aufbruch mit 20, die Zwischenbilanz mit 40, ein Neustart mit 60. Nun ist eine neue Staffel im Entstehen.

Die Protagonisten für den Teil der 60-Jährigen hat Jette Blankenburg von der Münchner Produktionsfirma Tangram bereits gefunden. Noch fehlen die Generationen 20 und 40.

Für die 20-er Kategorie sollten die Protagonisten, also die Darsteller, zwischen 18 und 21 Jahren jung sein. Hier gelten folgende Anforderungsprofile: "Jemand, der Hauptschul- oder Realschulabschluss hat, eine Lehrstelle sucht, bzw. gerade begonnen hat, fleißig ist und gerne anpackt; oder jemand, der schon von klein an im elterlichen Betrieb mithilft und ihn später übernehmen möchte; oder aber ein junges Pärchen, das zusammen ziehen möchte in die erste eigene Wohnung, Inserate durchstöbert.

Für die Generation 40 sucht Jette Blankenburg für die Regisseurin Menschen zwischen 38 und 41: Jemanden, der von Arbeitslosigkeit bedroht ist, sich komplett neu aufstellen, eventuell mit der Familie umziehen muss, nicht weiß es weitergehen soll. Oder jemanden, der seine Zelte abbricht, in eine andere Stadt oder zurück in die Heimat ziehen will; oder aber eine Familie (mit zwei bis drei Kindern), die sich den Traum vom Eigenheim erfüllen möchte, gerade einen Bauplatz gefunden hat oder noch sucht, viele Arbeiten selbst und mit Freunden erledigen möchte. Was erwartet einen? Regisseurin Klughammer und ihr Filmteam begleiten jeden der Protagonisten etwa vier Drehtage lang, die allerdings nicht am Stück abgewickelt werden. Das Drehen erstreckt sich dabei über eine Zeitspanne von etwa zweieinhalb Jahren.

Auf wen eines der Profile zutrifft, und wer gerne Protagonist sein möchte, setzt sich am besten mit Jette Blankenburg unter der Telefonnummer 089-236 60 60 oder über Email (jette.blankenburg@tangram-film.de) in Verbindung.

Deutschlandweite Suche

Gesucht wird zwar deutschlandweit. Aber wenn unter den Darstellern Franken wären, fände die Regisseurin das schön. Seit kurzem hat sie ein Faible für diesen Teil Bayerns. Was mit dem jüngsten Projekt zusammenhängt: Klughammer drehte einen Beitrag in und über Grafenrheinfeld für die Reihe "Daheim in...". Dabei seien Freundschaften entstanden, freut sie sich.

Außerdem: Es habe auch sein Gutes, wenn man zum Drehen nicht jeweils durch ganz Deutschland fahren muss. "Es wäre schon ganz recht, nicht immer nach Hamburg und Berlin fahren zu müssen," meint sie. Außerdem findet die gebürtige Augsburgerin Franken ganz nett. "Warum nicht Menschen aus der Region Bamberg?" Tangram war hier schließlich schon tätig - für Matti Bauers Dokumentationen "Lokalreporter in Bamberg" (2012) und Kochgeschichten (2013).

Die 46-jährige studierte Filmemacherin arbeitet seit 1994 für die Öffentlich Rechtlichen, macht seit 20 Jahren Dokumentarfilme. Hier spricht sie gleich einen großen Unterschied zu den Privaten an: In ihren eigenen Dokumentationen werde das Leben 1:1 abgebildet, im anderen Fall oft eine vorgeschriebene (scripted) Realität gezeigt. Da weise der Regisseur Darsteller an. Schüler im Schulhof etwa, "geh da mal rüber und hau dem eine rein." Für ihre Filme undenkbar.
Bei "20-40-60" gehe es um Lebensreigen, Menschen verschiedener Altersgruppen am Wendepunkt. Dazu bedürfe es Langzeitdokumentationen. Die spiegeln dann die Themen unserer Zeit wider mit den signifikanten Feldern Familie und Beruf.

Auf was müssen sich an dem neuen Projekt Interessierte einstellen? Zunächst auf eine Befragung und sozusagen ein Casting. Man wird interviewt, fotografiert, kurz gefilmt. Die Regisseurin packt die Lebensläufe in Drehbuchideen, das wird mit den zuständigen Redakteuren abgesprochen. Dann fällt die Entscheidung.

Bekommt der Protagonist eine Gage? Das sei bei Dokumentationen nicht üblich, lässt die Regisseurin verlauten. Im Einzelfall lasse sich über Verdienstausfall reden. Was bringt einem die Teilnahme dann? "Man lernt etwas über sich," sagt die Regisseurin. "Wir laden unsere Protagonisten meist zum Essen ein. Außerdem halten Sie am Ende einen professionellen Film über einen Teil des eigenen Lebens in Händen", wirbt sie weiter für das Projekt.

Die dreiteilige Dokumentation mit jeweils 45 Minuten Länge soll 2016 bzw. 2017 ausgestrahlt werden. Dafür läuft nun die Casting-Phase so richtig an.