Am Zentralen Omnibus Bahnhof (ZOB) ist es mittlerweile ein gewohntes Bild: Passanten, die stehen bleiben, um durch einen der Bilderrahmen in der Baustellenwand zu schauen. Denn dort lässt sich ein Blick auf eine der größten Baustellen Bambergs erhaschen, das sogenannte "Quartier an den Stadtmauern".
Zwischen der Langen Straße im Süden sowie der Franz-Ludwig-Straße und Promenadenstraße im Norden entsteht auf einer Fläche von 5200 Quadratmetern ein neues Viertel mitten in der Innenstadt. In dem Areal werden Wohnungen, Einzelhandel, Büro und ein Hotel angesiedelt sein, im Herbst 2018 soll alles fertig sein.

"Aktuell liegen wir voll im Zeitplan", sagt Mathias Polz, Pressesprecher bei der Sparkasse Bamberg. Auch ihm ist aufgefallen, dass das Baustellen-Treiben nicht mehr nur vom ZOB, sondern mittlerweile auch aus der Langen Straße von vielen neugierigen Blicken verfolgt wird. Der Grund: Eine weit aufklaffende Lücke zwischen den Häusern, dort, wo das ehemalige Sparkassengebäude stand. Dessen Abbrucharbeiten sind laut Polz "weitgehend abgeschlossen".


Als nächstes wird tief gebohrt

"Um auch in diesem Baubereich die Gründungsmaßnahmen durchzuführen, wird derzeit die Erde ausgehoben und über die Lange Straße abtransportiert. Anschließend werden Bohrpfähle in das Baugelände eingebracht."
Die sogenannten Gründungsarbeiten seien notwendig, weil es sich beim Baufeld um ein Schwemmgebiet mit teilweise weichem Untergrund handelt. "Deswegen sollen Pfähle bis in den massiven Untergrund getrieben werden", erklärt der Sparkassensprecher. Gut zu sehen sind von der Langen Straße aus zwei Metallgerippe. Für was sind sie gut? "Sie dienen zur Giebelsicherung der Nachbargebäude." Auf der anderen Seite der Baustelle, an der Franz-Ludwig-Straße, geht der Blick nicht nach oben sondern nach unten: Die Arbeiter laufen durch ein tiefes Loch im Erdreich. "Der Bodenaushub ist abgeschlossen und die Fundamentierung der Bodenplatte der Tiefgarage hat begonnen", erläutert Mathias Polz dazu.

Auch die archäologischen Grabungen seien mittlerweile nahezu beendet, nur in kleinen Randgebieten seien die Archäologen noch aktiv. Für die denkmalgeschützten Gebäude würden in Abstimmung mit den zuständigen Behörden Restaurierungskonzepte erstellt, führt Polz weiter aus. Er hat schließlich auch Neuigkeiten von einem jener Bauwerke, die dem kompletten Quartier seinen Namen gaben: "Die Freilegung der historischen Stadtmauer von der Stahlbetonwand des ehemaligen Parkdecks ist praktisch abgeschlossen. Derzeit wird die Mauer statisch stabilisiert."