Weichspülen ist nicht ihr Ding. Ungerührt von einschmeichelnden Wellness-Trends führt uns Heidi Friedrich zu den "Problemzonen des Daseins". Nach der Lektion "Bauch, Beine, Hirn" erwartet die "Generation zwischen bauchfrei und zahnlos" nun "Push Up". Wir sprachen mit der Komödiantin, deren Gehirnjogging uns auf Trab hält und nicht vorzeitig abschlaffen lässt, vor der Premiere.


Der Jugendwahn der alternden Gesellschaft

inFranken: Erneut karikieren Sie den Jugendwahn der alternden Gesellschaft. Soll "Push Up" als Fortsetzung von "Bauch, Beine, Hirn" letzte Schlafmützen aufrütteln?

Heidi Friedrich: Natürlich taucht diese Thematik bei mir immer wieder auf. Generell geht es mir beim neuen Programm aber um den Bluff: Den Bluff in jeder Beziehung bis hin zur Wahl der Körbchengröße für unsere mentale Oberweite.

inFranken: Darf man das vielleicht auch als Anspielung auf das Wahlkampfgetöse der vergangenen Wochen sehen?

Heidi Friedrich: Ein gutes Beispiel dafür, wie man mit Plattitüden fundierte Inhalte ersetzt. Es geht in unserer Gesellschaft eben vor allem um den äußeren Schein, der nicht hinterfragt wird. Selbst die derzeitige Finanzkrise sollte man vor diesem Hintergrund sehen.


Senioren verstanden keinen Spaß

inFranken: Glücklicherweise hinterfragen Sie, nehmen kein Blatt vor den Mund und reden Klartext. Aber nicht jedes Publikum versteht Spaß - oder?

Heidi Friedrich: Nein. Die krasseste Reaktion bekam ich auf einem Kreuzfahrtschiff. Ich trat vor Senioren auf, die meinten, so respektlos könne man nun wirklich nicht mit dem Alter umgehen.

inFranken: Haben Sie Ihr Programm entsprechend entschärft?

Heidi Friedrich: Ganz und gar nicht. Solche Kritik tut gut. Dafür macht man's ja.

Scharf auf Möpse?

inFranken: Scharf ist auch Ihr Plakat mit den Möpsen, das jedem gleich ins Auge sticht.

Heidi Friedrich: Offenbar. Ganz und gar nicht witzig fand ich allerdings den daraus resultierenden Plakatklau: So viele Leute bedienten sich, dass ich noch mal losziehen und nachplakatieren musste.

inFranken: Planen Sie nach solchen Reaktionen einen entsprechenden Auftritt im Jazzkeller?

Heidi Friedrich: Nein, in dieser Hinsicht werde ich viele Fans vermutlich bitter enttäuschen.

inFranken: Das ist wahr. Immerhin versprechen Sie "orgiastische Tanzeinlagen", die uns in gewisser Weise entschädigen. Danke für den Vorgeschmack.