Bei der Firma Oeka, Hersteller von Kosmetikverpackungen, Autoteilen und Kunststoffteilen für die Medizintechnik, steht ein umfangreicher Abbau von Personal offenbar unmittelbar bevor. Das Unternehmen hatte Mitte Januar beim Amtsgericht Bamberg einen Antrag auf Insolvenz gestellt. Die Eröffnung dieses Insolvenzverfahrens sollte dem Vernehmen nach am 1. April erfolgen.

Doch schon zuvor scheint festzustehen: Eine deutliche Zahl der 320 Mitarbeiter wird wohl keine Zukunft im Unternehmen haben. Dem Vernehmen nach wurden Teile der Belegschaft in den vergangenen Tagen bereits mit dieser Tatsache konfrontiert. Von offizieller Seite gibt es aber keine Stellungnahme. "Es sind keine Kündigungen ausgesprochen worden", teilte gestern ein Sprecher des vorläufigen Insolvenzverwalters Joachim Exner auf Nachfrage mit.

Dreistellige Zahl?

Nichtsdestotrotz gab es unter anderem gestern längere Gespräche zwischen Geschäftsführung und Betriebsrat. "Der Betriebsrat wurde damit konfrontiert, dass ein nicht unerheblicher Abbau von Personal erfolgen müsse, damit es bei Oeka überhaupt weitergehen kann", berichtete Thilo Kämmerer, Zweiter Bevollmächtigter der IG Metall Bamberg. Wie viele Arbeitsplätze aktuell auf der Kippe stehen, ist bislang unklar. Von 40 bis 50 ist die Rede, es gibt aber auch Informationen von Mitarbeiterseite, die von einer dreistelligen Zahl sprechen. Fest steht nur eins: Der "nicht unerhebliche Personalabbau" soll, so wie es aussieht, sehr rasch vor sich gehen.

Infoveranstaltung am Montag

"Es geht uns beschissen", sagte ein Mitarbeiter. Er sprach von Frust und Tränen im Kollegenkreis. "Noch vor kurzem hat man uns vorgegaukelt, dass es weitergeht und wir durchhalten sollen. Es gebe genügend Aufträge. - Und jetzt das. Wir wollen endlich Klarheit."

Klarheit könnte es am Montag geben. Dann ist eine Informationsveranstaltung für die Belegschaft angesetzt. Dem Vernehmen nach sollen schon Einzelheiten für eine Transfergesellschaft feststehen. Sie stünde demnach den Betroffenen für dreieinhalb Monate zur Verfügung. Diese erhielten Transferkurzarbeitergeld.