"Das ist wie ein Sechser im Lotto!" Marco Zweig schwärmt auch Tage danach noch. Der Pferdefreak war im Mekka des Pferdesports - in der Aachener Soers - bei dem internationalen Reit- und Springturnier Deutschlands, das kennt man seit Jahrzehnten durch die Übertragungen im Fernsehen. Der 28-Jährige saß aber nicht auf den Zuschauerrängen und bestaunte die international führenden Reiterinnen und Reiter im Parcours. Vielmehr saß er auf dem Kutschbock und dirigierte seine schmucken Friesengengste Nero und King durch die große Arena. Rund sieben Minuten lang. Vater Herbert neben ihm als Beifahrer. Und dann der tosende Applaus von 40 000 Zuschauern.
"Gänsehaut pur, ein Moment, den du das ganze Leben lang nicht mehr vergisst", zeigt sich der 28-Jährige bewegt.

Wie kommen der Sassanfahrter und sein fünfköpfiges Helferteam von Sassanfahrt zum Weltreiterspektakulum nach Nordrhein-Wetsfalen? Über die Ausbildungschiene. Seit vielen Jahren bilden Vater Herbert Zweig (54) und sein Filius Marco Fahrpferde aus. Unter anderem ein Pferd der noch ganz jungen Rassen Warlander (eine Kreuzung aus Friesen und Spanier).

Dessen Besitzerin sollte das Pferd in Aachen bei einer Rassepräsentation vorstellen und stellte bei den Veranstaltern den Kontakt zur Familie Zwei her, die bekanntermaßen über mehrere eigene Friesenhengste verfügen. Denn zu dem Zeitpunkt wurde noch nach Friesen gesucht. Neben hochkarätigen und hochdotierten Wettbewerben in nahezu allen Sparten des Pferdesportes gibt es bei der neuntägigen Veranstaltung Präsentationen. Unter anderem einen Barockpferde-Tag. Barockpferde sind Pferde diverser Rassen, die sich durch ähnliche Attribute auszeichnen und von der Optik her an Rubensmodelle erinnern. Jedenfalls hatte der Veranstalter noch nach rassetypischen Vertretern der Friesen gesucht. "Nero und King entsprechen dem am meisten", erklärt Marco Zweig. Keine Frage, dass man bei der telefonischen Nachfrage aus Aachen ohne zu zögern zusagte.

"So ein Anruf kommt nur einmal im Leben, wenn überhaupt", unterstreicht Marco Zweig, der schon bei vielen Events in Bayern für Aufsehen gesorgt hat. Unter anderem, wenn er vier Friesenhengste vor seinen römischen Kampfwagen spannt.

Angesichts der vielen Auftritte sind und haben Zweigs ein eingespieltes (Helfer-) Team. Neben Mutter Monika gehören Marcos Freundin Sina Gebauer und deren Vater Peter dazu. Für die Logistik stand Christian Zeh zur Verfügung.

Rund 500 Kilometer mit Pferden, Kutsche und Tross nach Aachen. Man fuhr nachts, und kam dann zeitgleich mit Superstar "Totilas" an. Der war in einem anderen Stallzelt untergebracht, merkt Zweig dazu an. Und jede Menge weitere zwei und vierbeinige Stars auf Schritt und Tritt.

Aufgabe der Zweigs war es, die Hengste an der Hand (also geführt) zu präsentieren. Das taten Sina Gebauer und ihr Vater. Wohl weil sie am meisten Kondition besitzen. Denn beim Vorführen müssen die Pferde auch im Trab gezeigt werden. Auf dem kleinen Platz wurden die Sassanfahrter Hengste an der Hand und vor der Kutsche gezeigt, und dann in der großen Arena. "Ein unbeschreibliches Gefühl", schwelgt Marco Zweig in Begeisterung.
Weltstar Totilas ist mit zwei Siegerschleifen aus Achen abgereist. Auch für Nero und King hat es Schleifen und Erinnerungsplaketten gegeben. Zusammen mi den dann gerahmten Erinnerungsphotos werden sie im Sassanfahrter Stall einen Ehrenplatz bekommen.