Seit über einem Jahr sind der Landkreis Bamberg und seine Gemeinden im Bereich der Elektromobilität sehr engagiert. So ist es beispielsweise Ziel, möglichst alle kreisangehörigen Kommunen mit einer Ladesäule für Elektrofahrzeuge auszustatten. Insgesamt haben nach aktuellem Stand bereits 26 der 36 Gemeinden des Landkreises eine derartige Ladesäule installiert.

Jetzt wurde geprüft, inwieweit man künftig verstärkt Elektrofahrzeuge im Fuhrpark des Landratsamtes einsetzen kann. "Zwei Elektrofahrzeuge sind bereits im Einsatz. Ziel aber ist es, den Anteil von Elektrofahrzeugen auf 40 Prozent zu erhöhen", schilderte Klimaschutzbeauftragter Robert Martin im Rahmen des Umweltausschusses. Allerdings können nicht alle Fahrzeuge im Dienste des Landkreises durch Elektrofahrzeuge ersetzt werden. Beispielsweise sind Langstreckenfahrzeuge - die E-Autos haben eine durchschnittliche Reichweite von rund 200 Kilometern, ohne dass man sie nachladen muss - ebenso wenig für Elektromobilität geeignet wie Lkws und Nutzfahrzeuge. Eine Auswertung der Fahrtenbücher im Bereich der Pkws hat jedoch ergeben, dass zehn von zwölf Fahrzeugen durchaus durch E-Autos ausgetauscht werden können.


Großes Einsparungspotenzial

Denn diese seien im Schnitt am Tag zwischen lediglich zwischen zehn und 160 Kilometern unterwegs. Insgesamt werden mit diesen zehn Fahrzeugen im Jahr 3278 Fahrten durchgeführt und rund 245 000 Kilometer zurückgelegt. Auf hundert Kilometer kommt jedes Fahrzeug auf einen Dieselverbrauch von sechs Litern. "Würde man die zehn Fahrzeuge nun durch E-Autos austauschen, würden wir beim Energiverbrauch im Jahr rund 7800 Euro einsparen", berichtete der Klimabeauftragte. Dadurch würden sich die höheren Anschaffungskosten der Elektrofahrzeuge in kürzester Zeit amortisieren. Ferner könnte dadurch ein großer Beitrag für die Umwelt geleistet werden, da man beim Umstieg auf Elektrofahrzeuge den CO2 -Ausstoß im Jahr auf 30 Tonnen vermindern könnte.

Die Umstellung auf E-Autos könnte Zug um Zug erfolgen. Allerdings müsste man dann weitere Ladestationen auf dem Gelände des Landratsamtes bereitstellen. "Denkbar wäre hier eine Umrüstung des Parkdecks als Solardach, wo wir weitere Ladestellen für E-Autos anbringen könnte", sagte Landrat Johann Kalb (CSU).
Neben der weiteren Anschaffung von E-Autos will der Landkreis aber auch ein flächendeckendes Netz von Ladepunkten für E-Bikes schaffen, um damit auch die Attraktivität der Region für Touristen, die mit elektrobetriebenen Fahrrädern unterwegs sind, zu erhöhen. Wobei die Umsetzung hier relativ einfach ist. Denn meistens benötigen die E-Bikes zum Aufladen ihrer Akkus nur eine Steckdose. "Das Laden selbst dauert rund 60 Minuten und kostet etwa zehn bis 15 Cent", erläuterte Robert Martin. Wichtig sei dabei nur, dass die E-Bike-Fahrer in der Nähe der Ladestation eine Möglichkeit haben, ihre Verweildauer zu gestalten.


E-Bikes willkommen

Projektziel sei es daher, dass sich möglichst viele Gastronomiebetreiber sowie Betreiber von touristischen Bereichen dazu bereit erklären, E-Bikes aufladen zu lassen und sich zudem in eine interaktive Karte eintragen lassen, damit die Radfahrer sehen können, wo sie ihre Akkus für ihre Räder aufladen können. Parallel dazu stellt der Landkreis kostenfrei ein Schild zur Verfügung mit der Aufschrift "E-Bike willkommen - Hier Lademöglichkeit". Diese können an den Gebäuden von Ladestationen angebracht werden. Aktuell haben sich bereits 68 Betriebe im Landkreis bereit erklärt, E-Bike-Fahrern das Laden von E-Bikes zu gestatten.


Carsharing auf Vormarsch

Weiter voranbringen will der Landkreis ferner das Carsharing von Elektrofahrzeugen. "Wir wollen die Bürger für die Elektromobilität sensibilisieren, dazu sollten wir die Möglichkeit schaffen, dass sie Elektrofahrzeuge einmal nutzen können", so Martin weiter. Allerdings käme hierbei nur die klassische Form des Carsharings mit festen Stationen in Frage. Dazu werde vom Landkreis beabsichtigt bei Autoherstellern E-Fahrzeuge zu leasen und diese den Gemeinden zur Verfügung zu stellen. Dabei übernimmt der Landkreis Bamberg unter Mitwirkung der Gemeinden die Verwaltung der Fahrzeuge und stellt alle vertraglichen Unterlagen zur Verfügung.

Die Kommunen müssten lediglich die Hälfte der Leasingkosten tragen, die je nach Auto zwischen 250 und 300 Euro liegen. Die Ausleihe für ein E-Fahrzeug soll am Tag 25 Euro betragen, für ein Wochenende 69 Euro. Im besten Fall, wenn die Ausleihe der Fahrzeuge gut funktioniert, würde den Gemeinden gar keine Kosten entstehen.

Allerdings, betonte der Landrat, wolle der Landkreis auf Dauer kein Autovermieter werden, sondern die Sache erst einmal für ein Jahr anschieben. Ferner stünde es jeder Gemeinde frei, auf eigene Regie ein E-Auto für ein Sharing-Modell selbst anzumieten.