Bei bester Gesundheit hat die Krankenhausgesellschaft des Landkreises ihren 20. Geburtstag gefeiert. Zu verdanken hat sie das vor allem ihren inzwischen fast 1300 Mitarbeitern. Und viele von ihnen waren in die Seehofhalle in Memmelsdorf gekommen, wo die Krankenhausgesellschaft mit viel Prominenz aus Politik und Gesundheitswesen ihr Jubiläum beging. "Unsere engagierten Mitarbeiter stehen heute im Mittelpunkt", betonte denn auch der Ärztliche Direktor der Kliniken, Sören Maaß. Und Landrat Johann Kalb (CSU) durfte als Aufsichtsratsvorsitzender der gemeinnützigen GmbH verkünden, dass Aufsichtsrat und Geschäftsleitung beschlossen hatten, den lobenden Worten auch Taten folgen zu lassen: ein zusätzlicher Tag Urlaub für alle Mitarbeiter im Jahr 2015.

20 Jahre schwarze Zahlen
So richtig im Mittelpunkt der Festveranstaltung stand dann aber vor allem einer der Mitarbeiter, und zwar der oberste: Manfred Fischer. Denn die Geburtstagsfeier war auch eine Abschiedsfeier für den Krankenhausmanager, der bei der Gründung vor 20 Jahren zum Geschäftsführer berufen wurde und seither das Kunststück fertiggebracht hat, jedes Jahr schwarze Zahlen zu schreiben. Aus zwei Landkrankenhäusern - in Scheßlitz und Burgebrach - hat er einen kleinen Gesundheitskonzern geformt und im schwierigen Umfeld diverser Gesundheitsreformen auf Kurs gehalten. Eine Erfolg, für den ihm alle Redner, ob Landrat oder Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU), größten Respekt zollten.

Entschleunigung per Porsche
Laudator Professor Alexander Schraml, Vorstand des Netzwerks Klinikkompetenz Bayern, charakterisierte Fischer in seiner launigen Lobrede anhand der beliebten Manager Fibel "Shaolin - Du musst nicht kämpfen, um zu siegen". Wissentlich oder nicht, Manfred Fischer habe viele der Lebensprinzipien der chinesischen Kungfu-Mönche verinnerlicht, so Schraml. Zum Beispiel das Prinzip der Langsamkeit, was vielleicht manchen etwas verwundere und der sich frage, wie das mit dem umtriebigen Geschäftsführer zusammengehe.

Dabei kam Schraml - wie auch andere Redner auf Fischers Faible für historische Porsche-Traktoren zu sprechen. Und Manfred Fischer ging dann auch in seinen Dankesworten darauf ein, in dem er ankündigte, dass er tatsächlich mit einer sogenannten Rotnasen eine Pilgerfahrt nach Santiago de Compostela plane. Ansonsten ging es, sichtbar gerührt, auf seinen Lebensweg ein. Auf den "Pfälzer Migrationshintergrund" (Johann Kalb), wie er über den Schwarzbau eines Pferdestalls im Pfälzer Wald Kontakt zu einem Beamten bekam, der im schließlich den Weg von der Finanzbehörde ins Krankenhauswesen ebnete, und wie er über den Umweg Saudi-Arabien nach Oberfranken gelangte. Fischer wagte auch einen Ausblick auf sein künftiges Rentnerleben und versprach, sich bei seiner Frau Anne für die viele Zeit zu revanchieren, die sie für ihn geopfert habe.

Blick in die Zukunft
Der Blick in die Zukunft der Krankenhausgesellschaft blieb dann Fischers designierter Nachfolgerin Monika Röther vorbehalten. Wie Fischer stammt sie aus der Pfalz und hat ebenfalls am 16. März Geburtstag, Fischer feierte vor wenigen Tagen seinen 65., Röther ist 47 Jahre alt. Seit 1. Januar ist sie in der Krankenhausgesellschaft und wird am 1. April die Geschäftsführung übernehmen. Wichtigstes Anliegen ist ihr die Sicherstellung der medizinischen Versorgung im ländlichen Bereich angesichts des demografischen Wandels. Dabei wirtschaftlich zu arbeiten sei kein Selbstzweck, sondern erfülle eine dienende Funktion. Es gehe darum, Geld für zukunftsweisende Investitionen zu erwirtschaften. Um weiterhin auch gute genügend Mitarbeiter zu finden, müsse man diese auch gut behandeln. Darum wolle sie für eine "Kultur der Wertschätzung" werben.

Die Fäden der Festveranstaltung wurden von Moderator Rolf-Bernhard Essig souverän zusammengehalten. Auftritte der Kreismusikschule und der Theatergruppe der Juraklinik Scheßlitz, die Fischer unter anderem mit einem umgetexteten Abba-Hit (Refrain zum Mitsingen: "Manni, Manni, Manni - jetzt geht Manni - in die Rentnerwelt") verabschiedeten, rundeten das Programm ab.