Laden...
Bamberg
Großbaustelle

Großbaustelle in Bamberg: Wochenlang nur noch einspurig am Berliner Ring

An der Kreuzung Berliner Ring/Münchner Ring in Bamberg wird es nun richtig eng: Die Großbaustelle fordert Geduld - gerade im Berufsverkehr.
Artikel drucken Artikel einbetten
An der Kreuzung Berliner Ring/Münchner Ring in Bamberg geht es nur noch einspurig voran. Foto: Sebastian Martin
An der Kreuzung Berliner Ring/Münchner Ring in Bamberg geht es nur noch einspurig voran. Foto: Sebastian Martin

Es hupt. Der Verkehr stockt. Die Schlange an Autos am Münchner Ring ist am Donnerstagmittag (04. Juni 2020) länger als üblich. Weiter vorne an der Kreuzung zum Berliner Ring hat die Ampel auf rot geschaltet - sie läuft bereits auf Baustellenbetrieb. Hier werden die Linksabbieger von zwei Spuren auf eine gelenkt - deshalb die Schlange.

Auch auf dem Berliner Ring geht es nur noch einspurig voran: Die Großbaustelle Münchner Ring/Berliner Ring hat begonnen. Die Autofahrer brauchen Geduld.

Komplettsperrung der östlichen Fahrbahn Richtung Hallstadt

Um 11 Uhr wurde laut Harald Thiele vom Staatlichen Bauamt Bamberg der Verkehr umgelegt, die Polizei regelte solange das Geschehen. "Seit 11.30 Uhr läuft der Verkehr so wie er ist - überwiegend gut", sagt Thiele. Er meint damit natürlich, dass es hin und wieder auch klemmt, wie es bei einer solchen Baustelle eben vorkommt.

Vor allem aber in der Rush-Hour am Freitag wird es wohl noch mal ordentlich knirschen, erwartet der Projektleiter. Das betrifft die Kreuzung direkt, aber womöglich auch die Moosstraße, denn sie ist Ausweichstrecke für Linksabbieger vom Berliner Ring, die nicht mehr direkt in die Geisfelder Straße kommen. "Am Montag, spätestens am Dienstag, wird es besser laufen", prognostiziert Thiele. Nach dieser Zeit pendelt sich der Verkehr ein. Umleitungen sind eingerichtet.

In der ersten Bauphase haben die Autofahrer jetzt bis August jeweils nur noch eine Spur auf der westlichen Fahrbahn des Berliner Rings zur Verfügung - die komplette östliche Fahrbahn, die normalerweise den Verkehr zweispurig Richtung Hallstadt führt, ist gesperrt. Dort sind die Vorbereitungen abgeschlossen - am Freitag kommt die Fräse: Der Asphalt, die Bordsteine und Rinnen werden ausgebaut, vom Grünstreifen ein halber Meter am Fahrbahnrand abgezwackt, damit später auf der entgegengesetzten Fahrbahn Richtung Strullendorf die Rechtsabbiegespur mit einer Breite von 3,25 Meter errichtet werden kann.

Unfallschwerpunkt soll entschärft werden

Die Zusatzspur ist das Herzstück der Baustelle und soll einen Unfallschwerpunkt beim Abbiegen in den Münchner Ring entschärfen - denn bisher gibt es keine ausreichend lange Abbiegespur. Aufbau, Radien und Querschnitt der Fahrbahn und Kreuzung stammen laut Thiele aus den 1960er Jahren und müssen an den heutigen Standard angepasst werden.

Das passiert zunächst bis Anfang August auf der östlichen Fahrbahn. Dann soll Mitte August der Umbau auf der westlichen Fahrbahn mit den Abbiegespuren bis Oktober folgen.

Die Kreuzung wird außerdem barrierefrei ausgebaut. Fußgänger und Radfahrer erhalten eine Drückampel, um so später die Kreuzung sicher überqueren zu können. Der Fuß- und Radweg ist während der Bauphase auf der östlichen Seite bei der Muna gesperrt und wird über die westliche Seite geführt. Entlang der Muna ist jetzt ein Bretterzaun zu sehen, der "Tabuzaun", wie Thiele sagt. Der Zaun soll verhindern, dass die Baugeräte auf das Schutzgebiet geraten.

Neubau der Bahnbrücke

Die Fahrbahnerneuerung und der Kreuzungsumbau kosten zusammen 2,4 Millionen Euro, die das Staatliche Bauamt Bamberg zum Großteil trägt - einen kleineren Anteil muss die Stadt übernehmen. Sie ist für einen Teil des Abschnitts Baulastträger, so auch vom Geh- und Radweg am Münchner Ring in Richtung Rotensteinstraße.

Dieser entspricht mit einer Breite von 2,50 Meter ebenso nicht mehr dem Standard - 3,25 Meter werden benötigt. "Ziel ist der Ausbau vom Berliner Ring bis mindestens zur Rotensteinstraße", sagt Claus Reinhardt vom städtischen Baureferat über den Geh- und Radweg. Ein Umbau wird aktuell aber im Zuge des Kreuzungsausbaus nicht realisiert.

Das hängt mit dem geplanten Bahnausbau zusammen. Denn über den Münchner Ring verlaufen drei Brücken: Die der Nürnberger Straße, eine Gehwegbrücke sowie das Bauwerk, über das die Bahntrasse verläuft. Die Pfeiler begrenzen unter den Brücken derzeit den Platz für den Geh- und Radweg. Die Stadt sieht in einem Neubau der Bahnbrücke im Zuge des ICE-Ausbaus die Chance, dass sich das ändert. Freilich müssten dann auch die anderen Brücken entsprechend verändert werden. Ein Gespräch zwischen dem Staatlichen Bauamt, das Baulastträger ist, und der Stadt darüber soll im Juni stattfinden.