Fangesänge und Vuvuzela-Klänge, gefolgt von Hupkonzerten (im günstigsten Fall): So klingt Sport normalerweise. Es sei denn J. B.O. fetzen los, um unter schwarz-rosa-goldener Flagge die Herausforderung "S.P.O.R.T." anzugehen. Denn so betitelten die Erlanger Spaßbarden ihren am 3. Mai erscheinenden Silberling mit der Hymne "Bamberch - Freak City". Wie aber kamen die gereiften Metaller dazu, ein Leibesertüchtigungsprogramm zu schreiben? Und was verbindet sie mit den Brose Baskets? Wir sprachen mit Vito C. als Sänger und Gitarristen.

inFranken: 1989 formierten sich J.B.O. Seit fast einem Vierteljahrhundert steht die Band somit auf der Bühne und präsentiert sich nun mit neuem Sportsgeist: Gibt es einen gewissen Zusammenhang?

Vito C.: Ich denke, ab einem bestimmten Alter muss man an Sport denken, um nicht völlig zu verfallen.
Darüber hinaus huldigt die Band dem allgemeinen (und eigenen) Interesse am Mannschaftssport.

Nur der Geist ist willig
inFranken: Eine gewisse Schadenfreude schwingt aber mit, wenn J.B.O. die Höhen und Tiefen des Spiel- und Bewegungsdrangs thematisieren.

Vito C.: Wir tragen nur der Gesetzmäßigkeit Rechnung, dass der Geist hin und wieder willig, das Fleisch in der Regel aber schwach ist. So besingen wir auch den, der auf der Couch sitzt und alles besser kann als die, die in der Glotze über den Platz laufen .

inFranken: Wie steht's mit der Fitness von J.B.O.? Gab's Auftritte, die Bandmitglieder im "gesetzten" Alter restlos aus der Puste brachte?

Vito C.: Nö, Konzerte kriegen wir immer noch gut hin. Die nötige Fitness für die Bühne haben wir. Trotzdem schadet's nicht, die Kondition hin und wieder zu stärken. Im täglichen Leben gibt's schließlich Situationen, in denen Fitness von Vorteil ist - wie beim Besteigen des Empire State Buildings.

Reine PR?
inFranken: Klar. - Kommen wir zu den Brose-Baskets: Besingen Sie die Mannschaft, um die Reichweite der neuen EP zu vergrößern oder steckt wahrer Enthusiasmus dahinter?

Vito C.: Kontakte gab es schon, als die Brose Baskets noch GHP Bamberg hießen. Wir interessieren uns also seit langem für den Sport und die Erfolgsmannschaft, nachdem die Basketballer neben dem "Glubb" und den Nürnberg Ice Tigers zu den drei fränkischen Spitzenvereinen zählen.

inFranken: Am 33. Spieltag präsentierten J.B.O. "Bamberch - Freak City" vorab in der Arena: Welche Reaktionen kamen von Zuschauer- beziehungsweise Spieler-Seite?

Vito C.: Den Zuschauern hat der Song gefallen - und ich denke auch den Basketballern. Angesichts ihrer Größe hat man ja eine gewisse Scheu, Spieler direkt anzusprechen. Drohungen gab's bislang nicht.

Bamberger Steuerberater
inFranken: Was verbindet Euch als Erlanger neben der Basketball-Connection noch mit Bamberg?

Vito C.: Hannes, unser zweiter Sänger und Gitarrist, wohnte Jahre lang in Strullendorf. Daher hat er bis heute zu Bamberg auch eine besondere Beziehung. Ja, und unser Steuerberater ist aus Bamberg. Ich selbst habe öfter den Live Club und Jazzkeller besucht - das ist meine Connection.

Zuletzt zur Online-Premiere von J.B.O. Ende Februar: Gibt's für Fans nach dem Erfolg der ersten Liveübertragung via Stream von der Erlanger Kellerbühne aus weitere Web-Konzerte?
Vito C.: Nein. Das war eine einmalige Aktion mit extremem Aufwand. Ein eigenes Storyboard wurde entworfen. Wir haben Einspieler vorproduziert, um Zuschauer einen vermeintlichen Blick hinter die Bühne werfen zu lassen, und arbeiteten mit einem kompletten Kamerateam. Tolle Sache, um übers Web neue Leute zu erreichen, die J.B.O. bislang nicht kannten oder beachteten. Mehrere tausend Zuschauer verfolgten die Übertragung. Dennoch: ein zu großer Aufwand, um das Ganze öfter zu machen.

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