"Heute Vormittag standen wir noch im Schneesturm hier auf der Bühne am Marktplatz. Aber natürlich haben wir den 48. Baunacher Faschingsumzug nicht abgesagt", erklärte Moderator Reinhold Schweda, als die ersten Wagen bei sonnigem Wetter um die Ecke kamen. Und das war auch gut so, denn einmal mehr stellte der Faschingsumzug einen Rekord auf.

Die besten Teilnehmer wurden von einer Jury, besetzt mit den drei Bürgermeistern der Stadt, prämiert.
Fast 60 Gruppen hatten sich zum Faschingsumzug in Baunach angemeldet, so viel wie noch nie. "Wir mussten sogar die Route ändern, die vielen Wagen wollen gar nicht in unsere Altstadt passen", berichtete Reinhold Schweda.

Diesmal kam der Zug von der Überkumstraße auf den Marktplatz, und nicht wie sonst vom Zentweg. Schweda begrüßte jede teilnehmende Gruppe mit einem dreifachen "Bunahu" und stellte die Vereine, Organisationen und Personen vor.


So vielfältig wie das Teilnehmerfeld waren auch die Themen. Während sich zahlreiche Stammtische ganz klar "Party" auf die Fahnen (und den Wagen) geschrieben hatten, gab es auch ernstere Töne, etwa das Sterben der Dorfgasthäuser, das auch in Baunach und den Stadtteilen ein großes Thema ist.

Der Anglerverein aus Baunach hatte dafür ein Mobnidoga, ein "Mobiles Dorfgasthaus" geschaffen, die Zapfendorfer Burschen machten ebenfalls eine eigene Kneipe auf. Oder die Integration: "Gleiche Rechte, gleiche Pflichten", titelte der Verein Pferdepartner Franken aus Baunach und bot einen Mix aus allerlei Religionen.

Ebenfalls ein lokales Thema hatte sich der Wanderclub Baunach ausgesucht: "Die Hölzernen Männer, von Christo verpackt" lautete der Titel des Faschingswagens. Hintergrund: Das Wahrzeichen der Stadt, eben diese Hölzernen Männer, auf die sogar ein Schild an der Autobahn hinweist, befinden sich seit Jahren eingelagert in einer Scheune und warten auf eine Restaurierung.

Danach wäre aber unbedingt eine Dachkonstruktion notwendig, um das Kunstwerk vor Regen zu schützen - ein Thema, das zurzeit den Stadtrat beschäftigt. Also hatte der Wanderclub einfach ein paar Regenschirme aufgespannt ...

Mit dabei waren aber nicht nur Baunacher, auch aus den Nachbargemeinden hatten sich zahlreiche Gruppen angemeldet. Aus Reckendorf etwa machte sogar der Bürgermeister Werbung für die am Sonntag, 15. Februar, stattfindende Altweibermühle - ein echtes Faschingshighlight, das nur alle zehn Jahre in Reckendorf zu sehen gibt.

Die von der Bundesregierung schon so gut wie beschlossene Autobahnmaut war Thema beim Bacardi-Fanclub Rattelsdorf, die Birkacher Jugend verweigerte das Auswerfen von Bonbons und die Ausgabe von Bier aufgrund eines Streiks - schließlich sei 2014 das Jahr der großen Streiks gewesen.

Deutlich weiter angereist waren Teilnehmer aus Ebern, Rentweinsdorf, Wasmuthhausen, Maroldsweisach und Döringstadt.

Auch 2015 wurden die besten Fußgruppen und Wagen von einer Jury prämiert. Die war in diesem Jahr mit den drei Bürgermeistern der Stadt Baunach, Ekkehard Hojer, Peter Großkopf und Tobias Roppelt, prominent besetzt. Sie entschieden sich für den Musikverein Priegendorf, der mit Clowns durch Baunach zog, für die Kemmerer Läusniegel mit einem großen Wagen und dem Motto "Wickie und die starken Männer" und für die Freiwillige Feuerwehr Baunach, die sich die Fernsehsendung "Bauer sucht Frau" zu Herzen genommen hatte.

Nach dem Umzug präsentierten sich die Garden des Baunacher Faschingsclubs Narretei auf der Bühne am Marktplatz.