Für Eli Wasserscheid ist der 3. Franken-Tatort ein echtes Heimspiel: Die 38-Jährige ist in Bamberg aufgewachsen. Im Interview spricht sie über ihre Heimatstadt und die Arbeit als Kommissarin.

Frage: Sind Sie als gebürtige Bambergerin besonders aufgeregt vor der Ausstrahlung Ihres Heim-Tatorts?
Eli Wasserscheid: Ich bin schon gespannt auf die Reaktionen.

Frage: Die Franken-Tatorte bewegen die Gemüter. Die erste Folge war ein Quotenhit, die zweite wurde kritisiert. Wie gehen Sie damit um?
Antwort: Das gehört dazu. Wenn viele Menschen eine Sendung sehen, dann gibt es viele Meinungen. Es wäre naiv zu glauben, dass alles immer gemocht wird. Das ist Teil unseres Geschäfts.

Frage: Wie bereiten Sie sich auf die Rolle als Ermittlerin vor?
Antwort: Ich kenne die Figur der Wanda Goldwasser ja schon eine ganze Weile. In der Vorbereitung beschäftige ich mich mit der Geschichte und suche die Haltung meiner Figur zu den Ereignissen. Dabei fokussiere ich mich nicht so sehr auf die Kriminalistin, sondern eher auf den Menschen Wanda.

Frage: Was ist für Sie das Besondere am Tatort aus Franken?
Antwort: Ich tue mir schwer, das Besondere zu beschreiben, weil ich Teil des Franken-Tatorts bin, also nur die Innenansicht beschreiben kann. Für mich besteht unser Team aus vielen unterschiedlichen Charakteren, deren Temperamente ich sehr mag.

Frage: Hat sich Ihr Leben durch die Tatort-Rolle verändert?
Antwort: Das war ein Sprung nach vorne. Es fühlt sich ein wenig an, wie wenn man bei einem Computerspiel ein höheres Level erreicht. Es hat andere Auswirkungen, wenn dir bis zu zwölf Millionen Menschen als Darstellerin zusehen.

Frage: Was macht für Sie generell den Reiz der Tatort-Reihe aus?
Antwort: Die wöchentliche Ausstrahlung gibt einem die Chance, aktuell zu sein. Wir können beschreiben, was um uns ist. Die Tatort-Teams in den unterschiedlichen Regionen sind für mich wie eine Schachtel Pralinen. Manche schmecken, andere nicht. Man weiß vorher nie, was auf einen zukommt. Und genau das macht es spannend.

Frage: Haben Sie sich bei den Dreharbeiten eigentlich als Bamberger Reiseleiterin betätigt?
Antwort: Oh ja, das habe ich. Ich habe Dagmar, Fabian und Regisseur Markus Imboden Touren durch die Stadt empfohlen. Für Markus habe ich eine Karte von Bamberg gekauft und meine Lieblings-Spaziergänge eingezeichnet - wie etwa durch den Hain nach Bug raus oder hoch auf den Michaelsberg. Ähnliches habe ich mit Cafés und Gasthäusern gemacht. Und ich habe als Einheimische eine fränkische Brotzeit organisiert. Die fränkischen Spezialitäten haben beim ganzen Team große Begeisterung ausgelöst.

Das Gespräch führte Peter Groscurth