G egen die Beißwut der Marder gibt es zahlreiche Abwehr-Tipps. Sie helfen aber nur bedingt. "Ein Allheilmittel gibt es nicht", sagt Karsten Linke vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Was wirklich effektiv ist und was nicht, lesen Sie hier:


Kabelschutz

Geschlitztes Wellrohr aus Hartkunststoff zum Ummanteln der Zündkabel gibt es im Kfz-Zubehörhandel. Es sollte laut ADAC so verlegt werden, dass es weder in bewegliche noch an heiße Teile geraten kann. An den Enden dürfen keine Scheuerstellen entstehen. Die häufig angegriffenen Schläuche und Achs-Manschetten lassen sich damit allerdings nicht schützen.


Duftstoffe

Laut ADAC nicht wirklich empfehlenswert. Was immer als "Geheimtipp" angepriesen wird (Hundehaare, WC-Steine, Abwehrsprays, Duftsäckchen, Mottenkugeln) - vergessen Sie's! Denn meist genügt schon eine einzelne Fahrt im Regen, um den Duftstoff abzuwaschen. Außerdem gewöhnen sich Marder schnell an üble Gerüche.


Maschendraht-Gitter

Bekommt man im Baumarkt. Wird unter dem Auto ausgelegt und kann durchaus helfen. Mit ihren sensiblen Pfoten bleiben die Tiere dadurch dem Auto fern. Nachdem die Brunftzeit der Marder vorbei ist (also Ende Juni), sollten Pkw-Fahrer das Gitter wieder entfernen, damit die Tiere sich nicht daran gewöhnen. "Effektiv, aber unpraktisch", findet Linke. Denn nach jedem Abstellen müsse man unter die Motorhaube kriechen und den Draht verlegen.


Elektroschock

Im Motorraum werden Metall-Plättchen montiert, die ein Steuergerät mit Hochspannung versorgt (Weidezaunprinzip). Berührt ein Marder eines der Metall-Plättchen, erhält er einen Stromschlag. Der erschreckt und vertreibt ihn. Dank Strombegrenzung besteht keine Gefahr für Mensch oder Tier. Träger von Herzschrittmachern sollten jedoch die Kontakt-Plättchen nicht berühren. Überhaupt werden derartige Geräte kritisch gesehen. "Hochspannungsgeräte mit mehreren hundert Volt haben im Auto meiner Meinung nach nichts zu suchen", erklärt Linke.


Ultraschall

Mit sehr hohen, für Menschen unhörbaren Tönen sollen Ultraschall-Geräte Marder verscheuchen. Einbau und Anschluss sind meist mit wenig Werkzeug möglich. Billig-Produkte verzichten auf die Frequenzwechsel und bieten nur reduzierte bis gar keine Wirkung. Und: Der Ultraschall kann sich auch auf Haustiere negativ auswirken.


Autowäsche

Um Geruchsspuren von Mardern zu beseitigen, empfiehlt der TÜV Süd regelmäßige Motorwäschen. Aber Achtung: Die Wäsche sollte von Experten durchgeführt werden. Mit viel Wasser, einem umweltverträglichen Reinigungsmittel und einem Besen könne man zudem den Autostellplatz von Reviermarkierungen des Marders befreien.



Vergiften

Steinmarder unterliegen dem Jagdrecht, das Fangen oder gar Töten der Tiere ist nur den Inhabern eines Jagdscheines erlaubt. Diese dürfen allerdings auch nicht wahllos jagen, es gibt Schonzeiten für die Jungtiere. Ohnehin ist das Vergiften eines Marders wenig effektiv: Das freigewordene Revier wird schnell von anderen Mardern übernommen.