Dunkle Wolken thronen am Firmament und ein frischer Wind pfeift um die Ohren. Die Kaltenreuther Hochebene, über die der Heimatforscher Leonhard Tremel 1936 geschrieben hatte, sie sei "den rauhen Nordostwinden zugängig", macht ihrem Namen immer wieder alle Ehre. Hier, wo oft ein raues Klima herrscht und sich Fuchs und Igel gute Nacht sagen, drehen an schönen Sommertagen Modellflugpiloten aus Nah und Fern mit ihren Modellen waghalsige Manöver, Pirouetten und Loopings.

Freier Eintritt

Beim alljährlichen Schauflugtag der Segelfluggruppe "Kordigast" Burgkunstadt, der in diesem Jahr am Sonntag, 28. Juni, ab 13 Uhr stattfindet, verfolgen Hunderte von Schaulustigen bei freiem Eintritt das Geschehen am Himmel über dem Kaltenreuther Modellflugplatz.
Bereits am Vormittag kann man den rund 25 bis 30 Piloten aus ganz Bayern und den angrenzenden Bundesländern ab 10 Uhr bei ihren Trainingsflügen zusehen. Ende der Veranstaltung ist gegen 18 Uhr.

Hier wünscht man sich "Holm- und Rippenbruch", wie man in Modellfliegerkreisen zu einem guten Gelingen sagt, drehen alljährlich Drei-D-Kunstflughubschrauber ihre Runden, sausen die 80 Stundenkilometer schnellen "Warbirds" durch die Lüfte, werfen Bonbon-Bomber zur Freude der Kinder ihre süße Fracht ab. Die Kaltenreuther Hochebene unweit des Weilers gleichen Namens hat sich in den vergangenen Jahrzehnten zu einem Mekka des Modellflugsports entwickelt. Wenn die Himmelsschleusen dicht sind und nur ein laues Lüftchen weht, herrschen auf Burgkunstadts Höhen ideale Bedingungen für die Akrobaten der Lüfte. Sie zeigen den Besuchern mit ihren Modellen waghalsige Manöver, Pirouetten und Loopings.

Schleppflug mit Modellen

Vom Oldtimer über Elektromodelle bis hin zum Kunstflugmodell ist die ganze Palette an Modellflugzeugen zu sehen. Immer wieder faszinierend ist auch das Schleppfliegen. Bei dieser Startmethode wird ein ferngesteuertes Segelflugmodell von einem ebenfalls ferngesteuerten Motorflugzeug auf die Ausgangshöhe für einen Thermik- oder Kunstflug geschleppt.

Mitunter kann man ganz originelle Flugmodelle bewundern: Im vergangenen Jahr flog anlässlich der Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien ein "Ball" über den Modellflugplatz: Genau genommen war es eine 300 Gramm leichte Scheibe mit Fußballmuster, die einen Durchmesser von 60 Zentimetern hat. "Die habe ich gestern spontan anlässlich der Weltmeisterschaft gebastelt. Das ferngesteuerte und elektrobetriebene Flugmodell fliegt 40 Stundenkilometer", erzählte der Erfinder des nicht alltäglichen Geräts, Philipp Hahnemann aus Marktzeuln von der Lichtenfelser Modellfluggruppe "Phoenix". Passend dazu hatte sein Vater Jürgen Christ, seines Zeichens Vorsitzender von "Phoenix", einen fliegenden Fußballer kreiert.

Selbstverständlich zeigen auch Piloten der Segelfluggruppe "Kordigast" Burgkunstadt beim Schauflugtag alljährlich ihr Können. Ein gerngesehener Gast in den vergangenen Jahren war der Weltmeister des Vereins, Wolf Fickenscher, gewesen.

Für die kleinen Besucher gibt es eine besondere Attraktion: Der "Bonbon-Bomber" lässt Süßigkeiten und Luftballons vom Himmel regnen. Für Bewirtung ist mit Kaffee und Kuchen sowie Grillspezialitäten über gesorgt. Im Vereinsheim steht den Besuchern die WC-Anlage zur Verfügung.