Pech! Wer nun beim Hallstadter Freibad eine Runde Minigolf spielen möchte sieht sich mit eine leeren Fläche konfrontiert. Das Klingeln am Kiosk, wie ein Schriftzug empfiehlt, kann man sich sparen. Dort gab es Schläger, Ball und Spielbogen. Die Ära Minigolf am Hallstadter Freibad ist mit diesem Jahr vorbei. Im Frühjahr hat der städtische Bauhof die 16 Bahnen abgebaut. Über einen Zwischenhändler dürften sie in der Zwischenzeit in Österreich gelandet sein. Wo sich die Nachbarn der Alpenrepublik an diesem Sport ergötzen können.

In Hallstadt jedenfalls sah der Stadtrat an der bisherigen Stelle keine Zukunft mehr für diese Art der Freizeitbeschäftigung. "Die Zahlen sind seit Jahren rückläufig", führt Bürgermeister Markus Zirkel (SPD) dazu aus. Höchstens 150 zahlende Gäste bespielten die Bahnen zwischen Mai und Oktober. So viele, wie er an nur einem Wochenende vergleichsweise im Minigolfplatz in Bug gesichtet hat. Zwei Euro zahlten die Erwachsenen, einen Euro fünfzig die Kinder. Auf welch "gigantische Einnahmen" die Stadt da gekommen ist, könne man sich leicht ausrechnen, meint Zirkel ironisch.

1978 wurde Freibad mit einer Fläche von knapp 60 000 Quadratmetern gebaut und mit ihm der Minigolfplatz. Anfangs hat der durchaus geboomt. Zirkel erinnert sich, wie er in der Anfangszeit bestimmt vier, fünf Mal pro Saison gespielt hat. Bis Mitte der 80er Jahre. Und dann viel später, nach der Wahl zum Bürgermeister 2008 ging er aus Spaß noch einige Male spielen. Dennoch, seit den 90ern hat das Interesse an dieser Hallstadter Anlage deutlich nachgelassen. Allerdings, so gesteht das Stadtoberhaupt zu, wurde auch nie sonderlich Werbung für die Anlage gemacht.

Nachgelassen hat freilich auch die Anziehungskraft des Freibades. Von jährlich über 130 000 Gästen hat sich die Besucherzahl nun bei rund 90 000 eingependelt. Gleichwohl stehe die Stadt hinter der wichtigen Feizeiteinrichtung, die nach dieser Saison energetisch ertüchtigt werden soll.

Die Zeit ab 1978 war auch an der Minigolfanlage nicht spurlos vorübergegangen. Deswegen hätte man nun doch etliches tun und investieren müssen. Zirkel spricht hier von einer Grundreinigung, aber auch davon, dass mindestens zehn bis zwölf Bahnen hätten neu ausgegossen werden müssen.

Keine Entscheidung getroffen

Der Stadtrat hatte sich bereits im vergangen Jahr gegen eine Kur für die Anlage ausgesprochen und für den Abbau der Bahnen votiert. In dieser Woche nun war die Zukunft der Minigolfanlage wieder Thema im Bauausschuss. Allerdings wurde hier noch keine Entscheidung getroffen. Vielmehr haben die einzelnen Fraktionen nun definitiv eine Hausaufgabe bekommen: Konkrete Überlegungen zur künftigen Nutzung der Anlage anstellen und Argumente für die aus ihrer Sicht beste sammeln. Szenarien dafür gibt es bereits einige und seit längerer Zeit, lässt Zirkel dazu wissen.

Die Fläche mit ihren insgesamt 3236 Quadratmetern bietet jedenfalls Potenzial für einige Vorhaben. Die sollten jedoch im weitesten Sinne einer Freizeitnutzung dienen. Denkbar ist somit die Integration ins Freibad und dabei die Erweiterung des bestehenden Liegebereiches. Erweitert werden könnte auch die Parkfläche des Freibades. Das brächte in etwa um die 100 Plätze.

Eine weitere Möglichkeit ist die Schaffung von separaten Einrichtungen der Freizeitgestaltung wie etwa ein Kinderspielplatz oder ein Beachvolleyballfeld. Sozusagen als Ergänzung der seit 2006 außerhalb vom Bad bestehenden Freegame-Anlage. Dort kann bekanntlich Fußball, Handball und Basketball gespielt werden. Geschaffen werden könnte aber auch ein Stellplatz für Wohnmobile. Die letzte der zur zur Disposition gestellten Varianten ist die Erweiterung des bestehenden Kioskbereiches beispielsweise um einen Biergarten. Bürgermeister Zirkel hält sich bedeckt, für welche Variante er in der Stadtratsitzung nächste Woche votieren will.