Bamberg
Wettbewerb

Gewässer im Landkreis Bamberg bekommen ein Gesicht

Eine Ausstellung im Landratsamt Bamberg zeigt die zwölf Gewinner des Bildhauersymposiums "Flussgesichter am Obermain". Auch ein Kindermalwettbewerb fand zum Thema statt.
Unter den Augen des Landrats Günther Denzler wurden von Kreisbaumeisterin Gabriele Pfeff-Schmidt und einer Schülerin die Gewinner des Kindermalwettbewerbs per Losverfahren ermittelt.  Foto: Katharina Habersack
Unter den Augen des Landrats Günther Denzler wurden von Kreisbaumeisterin Gabriele Pfeff-Schmidt und einer Schülerin die Gewinner des Kindermalwettbewerbs per Losverfahren ermittelt. Foto: Katharina Habersack
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Wenn ein Fluss ein Gesicht hätte, wie würde es aussehen? Dieser Frage stellten sich 28 Künstler aus neun Ländern, die ihre Entwürfe für das internationale Bildhauersymposium "Flussgesichter am Obermain" beim Flussparadies Franken e.V. eingereicht hatten. Nachdem eine fünfköpfige Jury passend zum Thema am Weltwassertag über die Gewinner der Ausschreibung entschieden hat, wurde nun die Ausstellung der Modelle und Skizzen im Sitzungsgebäude des Landratsamts Bamberg eröffnet.

Über 40 Bildhauer waren zuvor eingeladen worden, ihre Entwürfe für zwölf Städte und Gemeinden und deren Gewässer Main, Regnitz, Itz, Baunach, Leitenbach, Gündleinsbach, Ellernbach und Großer See einzusenden. "Das Auspacken war ein wenig wie Weihnachten", erinnert sich Nadja Kulpa-Goppert, die für die LAG Region Bamberg das mit europäischen Leader-Mitteln geförderte Projekt betreut.
Getragen wird es von der Stadt Hallstadt in Kooperation mit den zwölf beteiligten Städten und Gemeinden.

Umsetzung unter freiem Himmel

Eine Jury entschied sich schließlich für zwölf Arbeiten, die dann vom 6. bis 26. Juli in Hallstadt unter freiem Himmel in große Skulpturen aus Sandstein umgesetzt und schließlich an ihren Bestimmungsort in der Region gebracht werden sollen. Die eingereichten Skizzen und Modelle sind derweil bis zum 16. Mai in einer Ausstellung zu besichtigen. Doch nicht nur die Arbeiten der Bildhauer sind im Landratsamt zu sehen.

Um der Ausstellung "mehr Farbe zu verleihen", berichtet Anne Schmitt, wurde parallel zum Symposium ein Kindermalwettbewerb ausgeschrieben. Die drei Hauptpreise des Wettbewerbs wurden bei der Ausstellungseröffnung per Losverfahren vergeben. Kreisbaumeisterin Gabriele Pfeff-Schmidt, die auch Projektpatin des Symposiums ist, durfte die drei Hauptgewinne, Saisonkarten für die Freibäder in Zapfendorf und Hallstadt sowie den Badesee in Bad Staffelstein, vergeben.

Dafür holte sie sich Hilfe von einer jungen Teilnehmerin, die die Namen der Gewinner aus einer Truhe ziehen durfte. Da unter den insgesamt 68 Einsendungen keine Bilder als Sieger auszumachen seien, erklärt Pfeff-Schmidt, bekommen auch die Kinder ohne Losglück Freikarten für das Aqua Riese in Bad Staffelstein.

Organisiert wurde der Wettbewerb vom Flussparadies Franken e.V., dessen Geschäftsführerin Anne Schmitt zusammen mit Sandra Dilz und dem künstlerischen Leiter des Symposiums, Albrecht Volk, für die Idee, Konzeption und Umsetzung verantwortlich ist. Volk, der selbst aus Hallstadt kommt, wünscht sich für das Symposium im Sommer reges Interesse der Bevölkerung: "Dieses Symposium ist eine einzigartige Gelegenheit, internationalen Künstlern bei der Arbeit über die Schultern zu blicken und die Entstehung der Skulptur mitzuverfolgen".

Internationale Beteiligung

Neben Bildhauern aus Italien, Bulgarien oder Tschechien wird dann auch eine Bamberger Künstlerin unter den Augen der Zuschauer eine Sandsteinskulptur anfertigen. Rosa Brunner entwarf für den Großen See in Breitengüßbach ein Muschelobjekt mit dem Namen "Archaika". In überdimensionaler Größe soll es seinen Platz am ruhigen Gewässer finden, das selbst zum Lebensraum für zahlreiche Muschelarten geworden ist.

Am Main in Zapfendorf soll bald eine männliche, liegende Figur von Regina Lange zu sehen sein. In ihrer Ruheposition erinnert die Plastik aus Sandstein an einen lagernden Flussgott. Die Arbeit des Italieners Pier Giorgios, die in Bischberg nahe des Schelchhafens am Regnitzufer positioniert werden soll, greift die dortige Geschichte der Flussschiffahrt auf. Entstehen soll nämlich ein formreduzierter Schiffskörper, der in einer bewegten Wellenstruktur eingebettet ist.

Die Ausstellung der Modelle und Skizzen ist während der Öffnungszeiten des Landratsamts, Ludwigstraße 23, für Besucher zugänglich.