Nach dem Busunglück auf der A 9 nahe Münchberg mit 18 Toten und 30 Verletzten zeigen sich die Busunternehmer in der ganzen Region betroffen. Auch an den Mitarbeitern von Basel Reisen aus Viereth, einem der größten Bamberger Anbieter von Busreisen durch ganz Europa, geht der Unfall nicht spurlos vorbei. Im Interview spricht Geschäftsführerin Annette Basel über Schulungen der Fahrer und warum ein Bus so schnell ausbrennen kann.

Wie haben Ihre Busfahrer auf den schlimmen Unfall auf der A 9 bei Münchberg reagiert, haben Sie in Ihrem Unternehmen darüber gesprochen?
Annette Basel: Unser gesamtes Team von Basel Reisen hat auf das Unglück sehr bestürzt reagiert. Unser Mitgefühl gilt den Angehörigen der Todesopfer denen wir viel Kraft, sowie auch den Überlebenden, denen wir für die Genesung alles Gute wünschen. Den Einsatzkräften vor Ort sowie den behandelnden Ärzten gilt unser höchster Respekt.

Werden Ihre Fahrer für den Fall eines Unfalls speziell geschult?
Seit einigen Jahren sind Berufskraftfahrer zur Teilnahme an Weiterbildungen nach den Berufskraftfahrer-Qualifikationsgesetz verpflichtet. In diesem Zuge haben wir auch schon eine Schulung über so eine Notfallsituation "geübt". Es wurden Personen aus einem verqualmten Fahrzeug evakuiert, sowie Feuer mithilfe des Feuerlöschers gelöscht. Bei dieser Übung wurde erst bewusst, welche Schwierigkeiten "Feuer oder Qualm" bereiten.

Der Bus ist auf der A 9 ausgebrannt - was brennt eigentlich so schnell bei einem solchen Fahrzeug?
Außer dem Gerippe und der Beplankung werden im Fahrzeug überwiegend Kunststoffe verarbeitet. Diese brennen sehr schnell und in Sekundenschnelle steht auch schon aufgrund der Hitze das ganze Fahrzeug in Flammen.

Wie oft werden die Busse von Ihrem Werkstatt-Team gewartet? Bestehen da strenge gesetzliche Vorgaben?
Die Fahrzeuge müssen immer vor Abfahrt vom Fahrpersonal auf sichtbare Mängel kontrolliert werden. In unserem Betrieb hat jeder Reisefahrer sein festes Stammfahrzeug, für dessen Wartung er in Zusammenarbeit mit der Werkstatt verantwortlich ist. Gesetzlich vorgeschrieben ist die jährliche Hauptuntersuchung sowie die zusätzliche vierteljährliche Sicherheitsprüfung. Die Hauptuntersuchung und die Sicherheitsprüfung werden in ein Prüfbuch eingetragen, welches von der Aufsichtsbehörde, bei uns das Landratsamt Bamberg, kontrolliert wird.

Hat es nach dem schweren Unfall in Münchberg spontane Stornierungen für längere Fahrten bei Ihnen gegeben?
Stornierungen für Busfahrten gab es aufgrund des schrecklichen Busunglückes nicht. Nach wie vor ist der Bus das sicherste Verkehrsmittel auf der Straße.