Er "wollte auch mal das fränkische Rom sehen", sagt der Weitgereiste: Für eine Stippvisite machte der indische Botschafter Gurjit Singh zusammen mit seiner Familie Station in Bamberg.

Den Kurzbesuch erklärte der indische Botschafter, der zusammen mit seiner Frau und seinen beiden Kindern nach Bamberg kam, so: "Ich habe einige Jahre in Rom gelebt und nun wollte ich einmal das fränkische Rom, wie Bamberg oftmals bezeichnet wird, näher kennenlernen."

Im alten Brückenrathaus empfing Bürgermeister Wolfgang Metzner (SPD) den hohen Gast, der seit Januar dieses Jahres für Deutschland zuständig ist. Der Konsul ist sehr reisefreudig. Er hat nach eigenen Angaben in den letzten elf Monaten bereits alle Bundesländer bereist und unzählige Städte aufgesucht. Bevor er nach Deutschland kam, vertrat der Diplomat Indien in Dschibuti, Äthiopien und Indonesien.


Drei Tage in Franken

Für das Frankenland bleiben ihm drei Tage, ehe er zu einem geschäftlichen Termin nach Leipzig weiterreist. Während dieser Zeit ist er in Nürnberg untergebracht, für Bamberg bleibt "lediglich" ein Tagesausflug. Dennoch, so betonte Gurjit Singh, war ihm sehr daran gelegen, der Weltkulturerbestadt einen Besuch abzustatten. "Indien und Deutschland verbindet eine sehr enge Freundschaft. Deshalb besuche ich immer gerne lebhafte Städte Deutschlands. Denn deren Kultur, Geschichte, die Industrie und der Handel sind uns wichtig", betonte der indische Botschafter.

Zwar gebe es aktuell mehr Touristen aus Indien, die nach Bamberg kommen, aber er würde sich sehr freuen, wenn künftig auch einige Bamberger Indien einen Besuch abstatten würden. "Ebenso laden wir die mittelständischen Unternehmen in der Umgebung ein, die wachsenden Chancen und Möglichkeiten Indiens zu bedenken", so Gurjit Singh. Schließlich wachse die Wirtschaft in Indien jährlich um rund sieben Prozent. Zudem habe das Land eigens das Programm "Make in India Mittelstand" aufgelegt, um deutsche mittelständische Unternehmen zu unterstützen.


Voneinander lernen

Überhaupt könnten beide Länder viel voneinander lernen. Indien könnte beispielsweise ein wenig "leiser" werden (Indiens Städte gelten als sehr laut), und die Deutschen könnten ein wenig mehr von Indiens Lachen übernehmen. "Deutsche reagieren meistens diszipliniert, wir Inder hingegen reagieren meistens emotional", schilderte der Botschafter. So würde ein Zug in Bamberg abfahren, wenn er seine Abfahrtszeit erreicht habe. Anders in Indien: Jeder Zugführer würde auf einen mit einer Fahrkarte winkenden Zuspätkommenden warten.


Glühwein und Rokoko

Besonders angetan zeigten sich der Botschafter, bekennender Fan der deutschen Weihnacht und des Glühweins, und seine Familie vom Rokokosaal des alten Rathauses. Sie nutzten die Gelegenheit für Fotos und genossen den Blick auf Klein Venedig. Nach dem Empfang, dem Austausch kleiner Geschenke und dem Eintrag in Goldene Buch stattete die Familie unter anderem dem Dom sowie dem Schlenkerla einen Besuch ab.



Indien

Lage Indien ist ein Staat in Südasien, der den größten Teil des indischen Subkontinents umfasst. Indien ist eine Bundesrepublik, die von 29 Bundesstaaten gebildet wird. Der Himalaya bildet die natürliche Grenze im Norden Indiens, im Süden umschließt der Indische Ozean das Staatsgebiet. Indien grenzt an Pakistan, das chinesische Autonome Gebiet Tibet, Nepal, Bhutan, Myanmar (Birma) und Bangladesch. Weitere Nachbarstaaten im Indischen Ozean sind Sri Lanka und die Malediven. Hinsichtlich der Landesfläche gehört Indien zu den zehn größten Ländern der Welt.

Größe Der Staat ist mit über 1,3 Milliarden Einwohnern nach der Volksrepublik China das zweitbevölkerungsreichste Land der Erde. Bei gleichbleibend hohem Bevölkerungswachstum könnte Indien im Jahr 2020 noch vor China bevölkerungsreichstes Land der Erde sein.

Probleme Nach Angaben der Weltbank haben 44 Prozent der Einwohner Indiens weniger als einen US-Dollar pro Tag zur Verfügung. In kaum einem Land der Welt klafft die Schere zwischen Hightech und Elend sowie zwischen Reich und Arm so weit wie in Indien. Fast die Hälfte der Kinder in Indien gilt als mangelernährt, nach Angaben von Unicef sterben in Indien jährlich 2,1 Millionen Kinder vor dem fünften Lebensjahr. Kinderarbeit wird hauptsächlich auf dem Land geleistet, da das Einkommen vieler Bauernfamilien nicht zum Überleben ausreicht. red