Als erste Einrichtung ihrer Art in Deutschland eröffnet die Universität Bamberg ein neues Forschungslabor für Schmerz-, Emotions- und Demenzforschung. Das sogenannte "Bamberger Living Lab Demenz" will durch enge Zusammenarbeit zwischen Universität und Klinik und unter dem Einsatz neuster Technik wissenschaftliche Erfolge erzielen.

Eröffnet wurde die Einrichtung am Montag (2. März 2020) und befindet sich in der Hainstraße 10 in Bamberg.

Hightech-Labor in Bamberg eröffnet: Technik auf dem neusten Stand

Im "Livin Lab Demenz" werden alltägliche Situationen in einer normalen Wohnumgebung simuliert. Zwölf Kameras, fünf Mikrofone und mehrere Körpersensoren sollen Gesichtsausdruck, Lautäußerungen, Körperbewegungen sowie Herzrate und Blutdruck der Testpersonen dokumentieren. Die aufgezeichneten Daten sollen Aufschluss über den akuten Schmerz bei bestimmten Bewegungsabläufen, wie beispielsweise dem Aufstehen aus dem Bett geben.

Aus technischer Perspektive befindet sich das "Living Lab Demenz" auf höchstem Niveau. "Im Bereich der Schmerz- und Kognitionsforschung sind wir mit dieser Einrichtung weltweit Vorreiter", erklärt Initiator Stefan Lautenbacher, Professor für Physiologische Psychologie an der Universität Bamberg. "Wir können dort unsere langjährige Erfahrung in der psychologischen Schmerzforschung bei Demenzpatienten mit einer anwendungsnahen Informatik, insbesondere mit Künstlicher Intelligenz und Multisensoren-Messung, effizient verbinden."

Die bayrische Gesundheitsministerin Melanie Huml hält das Projekt für einen "innovativen Weg in der Weiterentwicklung des Verständnisses für Schmerzempfinden und Schmerzäußerungen demenzkranker Menschen." "Demenz darf kein Tabuthema sein, denn es handelt sich um eine drängende Herausforderung - und zwar für die gesamte Gesellschaft", erklärte Huml auf einer Pressekonferenz am Montag (2. März 2020) in München.