Nachdem sich die betroffenen Vereine monatelang mit spärlichen Informationen zur Zukunft des Fuchspark-Stadions begnügen mussten, scheint nun einiges ins Rollen zu kommen. Mittlerweile liegt ein Gutachten zu den Wasserschäden vor. Wegen denen ist das Stadioninnere seit mehr als einem Jahr gesperrt - keine zehn Jahr nach der letzten Stadionerneuerung.

Auf 3,15 Millionen Euro werden sich nun die Kosten der Fuchspark-Sanierung laut Bundesförderprogramm belaufen. Davon werden 90 Prozent von Bund und Oberfrankenstiftung getragen. Ein Großteil der Kosten dürfte wohl aufs Stadiongebäude entfallen. Laut Sitzungsvorlage muss das Untergeschoss inklusive Bodenplatte wegen des Wasserschadens erneuert werden. Daneben geht es um eine Sanierung der Sportflächen.

Weitere Container

In der Sitzung des Kultur- und Sportsenats vom 10. Oktober soll nicht nur das Gutachten vorgestellt und erläutert, sondern auch ein Zeitplan für das weitere Vorgehen festgezurrt werden. "Das wird wohl was Größeres", sagt Sportreferent Christian Lange (CSU) mit Blick auf die Wasserschäden. Derzeit werde das Gutachten noch intern bewertet.

FC-Eintracht-Vorsitzender Jörg Schmalfuß weiß inzwischen, dass er mit anderen Stadion-Nutzern wie der LG, dem Stadtverband Sport, Schulsportverantwortlichen und Sponsoren nach der Oktober-Sitzung zu einem Runden Tisch geladen wird. Nachdem zeitweise wildeste Gerüchte kursierten, kennt Schmalfuß nun auch einige Kernaussagen des Gutachtens. Und danach ist für ihn die Lage nicht so schlimm wie von manchen vermutet: "Die krasseste Befürchtung war ein Abriss der Tribüne, wenn die Statik in Gefahr wäre." Nun deute wohl alles auf eine Entkernung hin.

Laut Lange ist es das Ziel, bis März weitere Container, die auch über Duschen verfügen, am Stadion zur Verfügung zu stellen. Das dürfte unter anderem dem Schulsport zugute kommen, die Eintracht nutzt das nur wenige Hundert Meter entfernte Vereinsheim. "Was die Kommunikation angeht, sind in der Vergangenheit Fehler passiert, die ich zu entschuldigen bitte. Ich nehme das jetzt selbst in die Hand", sagte Lange.

08-Platz wird erneuert

Dass wenig auf eine schnelle Problemlösung hindeutet, ist auch Schmalfuß klar. Um so wichtiger sei es, den früheren 08-Platz auf Vordermann zu bringen, der in einem schlechten Zustand ist. Auch die Eintracht werde dazu ihren Beitrag leisten. "Wir haben sonst in ganz Bamberg kein bayernligataugliches Rasenspielfeld", sagt Schmalfuß.

Der Finanzsenat sprach sich daher in seiner jüngsten Sitzung auch einstimmig dafür aus, den alten 08-Platz durch eine Fachfirma von Grund auf neu aufzubauen und mit einer Drainage zu versehen. 150 000 Euro sollen diese Aufbauarbeiten nach Schätzung des Garten- und Friedhofsamtes kosten. Zuvor hatte das Gremium ebenso einstimmig dem Stadtrat empfohlen, das Förderprojekt "Sanierung des Stadions im Volkspark" durchzuführen.

Eigentlich sollte es im Finanzsenat noch nicht um den baulichen Zustand des Fuchspark-Stadions gehen. Und doch kam keiner an dieser Thematik vorbei. Mehrfach wurde kritisiert, dass die von der Sperrung des Stadioninneren betroffenen Vereine so spärlich mit Informationen versorgt wurden. Zugleich gab es großes Lob für die Kämmerei und (von Heinz Kuntke) auch für den SPD-Bundestagsabgeordneten Andreas Schwarz, dass für die 3,15 Millionen Euro teure Stadionsanierung erneut eine 90-prozentige Förderung erreicht werden konnte. 2,56 Millionen Euro kommen aus einem Sonderförderprogramm des Bundes, die Oberfrankenstiftung bezuschusst die Sanierung mit 235 000 Euro. Damit bleibt der Stadt ein Eigenanteil von 355 000 Euro.

"Dieses Paket löst alle sportpolitischen Probleme im Bamberger Osten", freute sich CSU-Fraktionsvorsitzender Helmut Müller, worauf Heinz Kuntke gleich darauf hinwies, dass das Stadion für ganz Bamberg da sei. "Jeder kann da spielen." Auch die Stadträte seien angegangen worden, weil so lange nichts vorwärts ging. "Gottseidank hat sich jetzt was bewegt", sagt Kuntke. "Warum brauchte es erst so viel Druck, bevor man an Informationen kommt?", fragte Wolfgang Grader (GAL). Er fürchtet jedoch, dass die hohen Sanierungskosten am Stadion zu Lasten des 100-jährigen Volkspark-Jubiläums im Jahr 2025 gehen. Daniela Reinfelder (BuB) legt Wert darauf, "dass wir die Sanierung nun so vonstatten kriegen, dass sie von Dauer ist".

Auch Sportreferent Christian Lange (CSU) unterstrich, dass der Fuchspark "eine städtische Anlage für alle Nutzer" sei. Noch Anfang Oktober würde mit den Arbeiten am alten 08er-Platz begonnen und diese nach dem Winter so früh wie möglich weitergeführt.

Lange betont, dass auch andere Vereine auf Unterstützung der Stadt hoffen dürfen. So soll der FC Wacker, der im Moment keinen bespielbaren Platz hat, ein anderes städtisches Fußballfeld angeboten bekommen. Der Sportreferent bleibt auch optimistisch, dass 2025 das 100-jährige Bestehen des Volksparks gebührend begangen werden kann und bis dahin trotz der unerwarteten Mehrkosten der gesamte Volkspark erstrahlen wird.

KOMMENTAR von Stefan Fößel

Nasse Füße

Wer am Rande des Hauptsmoorwaldes baut, kann schon in einem halben Meter Tiefe auf Wasser stoßen. Keine zehn Jahre nach der Sanierung hat das frühere Volkspark-Stadion so nasse Füße bekommen, dass es Millionen kosten wird, sie wieder trocken zu bekommen. Das ist bitter, zumal wohl noch Anfang Juli 2018 nirgends Wasser zu sehen war.

Nun ist es wichtig, nicht nur die Schäden zu beziffern und zu beseitigen, sondern auch die Ursache genau zu benennen. Damit sich das Spiel nicht in ein paar Jahren wiederholt und erneut Millionen versenkt werden müssen.

Dass der Weg zur Stadionsanierung nun klarer kommuniziert wird, ist sehr begrüßenswert. So wäre es eigentlich selbstverständlich gewesen - dann hätte es auch manchen öffentlichen Druck nicht gebraucht.

s.foessel@infranken.de