Am Samstag zogen viele Menschen durch Bamberg und andere Städte in Bayern und protestierten gegen die Corona-Maßnahmen. Dass sich – nicht nur hier und nicht nur am Samstag – auch Neonazis dazugesellen und die Proteste für die eigene Hetze missbrauchen, scheint die Veranstalter*innen nicht zu stören. 
 
Es ist erschreckend, wie wenig überzeugend man sich vonseiten der Beteiligten am „Spaziergang“ von rechtsextremem Gedankengut und der Nazipartei „Der III. Weg“ distanziert. Das wird billigend in Kauf genommen oder gar begrüßt, um noch mehr Menschen auf die Straße zu bekommen gegen die Regierung und die Corona-Politik

Niemand, der bei den Protesten am Wochenende dabei war, kann ernsthaft behaupten, nicht zu wissen, wer sich rege an der Mobilisierung beteiligt und dann eben auch dort auftaucht. Auf einschlägigen Seiten wie etwa der Homepage der nationalsozialistischen Partei „Der III. Weg“ wird aufgerufen, sich an den Corona-Protesten zu beteiligen. 

Wer nicht mit Nazis in einen Topf geworfen werden will, sollte zunächst einmal nicht Seite an Seite mit ihnen marschieren. Alle, die sich nicht nachhaltig distanzieren, sondern weiterhin in Kauf nehmen oder gar begrüßen, gemeinsam mit Neonazis zu demonstrieren, müssen sich den Vorwurf gefallen lassen, deren Propaganda mitzubetreiben. Es gibt keine neutrale Haltung zu Faschismus und rechtsextremer Hetze. Dafür gibt es keine Ausrede und auch keine Rechtfertigung.