Alle wegen der Corona-Pandemie eingeschränkten Plätze waren belegt, als Pfarrer Bernhard Friedmann mit Domkapitular Norbert Jung sowie den Pastoralreferentinnen Andrea Friedrich und Theresa Schwarzmann in die Kirche einzog. Voran zogen die Ministranten mit Fahnen. Es waren Erwachsene aus der Pfarrei, die in der Coronazeit diesen Dienst zur vollsten Zufriedenheit des Pfarrers versehen.

In seiner Predigt nahm sich Pfarrer Friedmann zu Beginn selbst aufs Korn, indem er bekannte, oft sehr lange zu predigen. Heute nehme er dieses Recht aber bewusst in Anspruch: "Ich verkünde ja nur das Evangelium", sagte er und hatte die Lacher auf seiner Seite.

Eine gute Ökumene

Zunächst berichtete der 67-Jährige von seiner Kindheit und Jugend in Bug bei Bamberg. Schon dort habe er als Ministrant und Vorbeter einen engen Bezug zur Kirche gehabt. Sein Gymnasialschulleiter Bauer schrieb ihm dann auch die Beurteilung für das Priesterseminar. Von den damaligen 13 Bewerbern seien nur drei als Priester durch Erzbischof Elmar Maria Kredel geweiht worden. Als er sagte: "Und nun bin ich Pfarrer in Burgebrach geworden", brandete kräftiger Applaus im Kirchenschiff auf als Zeichen des Dankes und seiner Beliebtheit in seinen Pfarreien. Er führte auch aus, dass er sich nie auf eine Stelle beworben habe, sondern immer gesendet wurde. Auch bei Burgebrach sei das so gewesen.

Besonders erwähnte Friedmann in seiner Predigt die gute Nachbarschaft und ökumenische Zusammenarbeit mit Pfarrer Rauh von der evangelischen Kirche Walsdorf. Er freue sich deshalb schon wieder auf den gemeinsamen Wald- und Wiesengottesdienst im August in Schönbrunn. "So gehen wir unseren Weg miteinander als Zeugnis für Christi, manchmal auf ungewöhnliche Weise." Als Beispiel nannte er dann die Segnung eines Feuerwehrautos, wo der evangelische Pfarrer bei der Spritze pumpen musste und der katholische mit dem gelieferten Weihwasser das Fahrzeug segnete.

Friedmanns Kommentar: "So führt man einen evangelischen Pfarrer an das Weihwasser heran." Bei solchen Beiträgen wurde die 25-minütige Predigt nicht langweilig.

Vielen Sterbenden beigestanden

Doch auch ernste Themen brachte Friedmann zur Sprache. Er erinnerte an die Frage Jesu an den Apostel Petrus: "Liebst du mich?" So wie dieser dann nach dem dreimaligen Ja als Nachfolger Jesu eingesetzt wurde, wolle auch er die Botschaft Jesu verkünden. Dazu habe er auch in der Corona-Zeit viele Sterbende besucht und ihnen beigestanden zu einer Zeit, als nicht einmal mehr Verwandte zu ihnen durften.

Er sei gerne Pfarrer und bitte darum, seine Fehler und Schwächen zu verzeihen. Sein Wunsch sei, dass er noch die hiesige Pfarrkirche renovieren könne. Da ein Sturm das Dach der Burgwindheimer Kirche hob und diese nun zuerst renoviert werden müsse, sei eben im Moment für St. Vitus kein Geld da.

Zum Schluss dankte der Priester allen: "Es ist schön, wenn Menschen auch heute noch freiwillig ihren Dienst tun. Der Herr Christus führt uns und geht uns voran. So bekenne ich: Ja Herr, ich liebe dich, Amen!"

Am Ende des Gottesdienstes dankte auch Albert Müller, Leitender Pfarrer des Seelsorgebereichs Steigerwald, dem Jubilar für seinen vielfältigen und eifrigen Dienst in den vielen Kirchen und Kapellen seines Wirkungsbereiches. Er sei nicht nur ein großer Baumeister für die kirchlichen Einrichtungen, sondern auch ein Seelsorger mit Herz.

Diesem Dank schlossen sich auch die Bürgermeister von Burgebrach und Schönbrunn, Johannes Maciejonczyk und Dirk Friesen (beide CSU), an. Sie zählten die zahlreichen Kirchen- und Kapellenrenovierungen in Treppendorf, Dürrhof, Stappenbach, Oberköst, Küstersgreuth, Grasmannsdorf, Unterhansbach, Unterneuses und Ampferbach auf. Auch das Pfarrhaus und die Kindergärten St. Otto, St. Vitus und St. Anna seien während Friedmanns Amtszeit renoviert worden. Die Bürgermeister dankten für das vertrauensvolle Miteinander.

Dem schloss sich in seinem Grußwort auch der evangelische Pfarrer Rauh an. Die Ökumene werde hier gelebt, und zwar ohne Probleme, betonte er.

In Gedichtform dankte die Pastoralreferentin Theresa Schwarzmann im Namen des pastoralen Teams.

Die Stationen des Priesters

Kirchenpfleger Georg Bogensberger zählte die Stationen Friedmanns von seiner Weihe bis heute auf. Nach der Zeit als Aushilfspriester in Höchstadt und Etzelskirchen sei dieser Kaplan und Dekanatsjugendseelsorger in Fürth geworden und dann nach Nürnberg versetzt worden. Nach der Pfarradministratur in Heilig Kreuz in Nürnberg habe ihn der Erzbischof schließlich 1986 nach Pinzberg versetzt, wo Friedmann auch Pfarradministrator von Wiesenthau gewesen sei.

Schweren Herzens habe er dann den Dienst in Burgebrach angetreten, fühle sich aber inzwischen sehr gut aufgenommen.

Auch Bogensberger verwies auf die vielen Bautätigkeiten des Pfarrers. Des Weiteren sagte er: "Wir freuen uns, dass Sie sich so engagiert einsetzen und dass Sie das Gemeindeleben durch das unermüdliche Abhalten von Gottesdiensten in unseren Pfarr- und Kuratiegemeinden, aber auch in allen Dorfkirchen aufrechterhalten." Auch hier zollten die Gläubigen kräftigen Beifall. Der Dank komme, so Bogensberger, von allen Kirchenverwaltungen, Pfarrgemeinderäten, Frauenbund Schönbrunn, KAB Burgebrach, Missionskreis, der Tafel Burgebrach und den Ministranten.

Alle Bürgermeister und Grußwortredner übergaben dem Jubilar Geldgeschenke für seine Kirchen, denn Geschenke für ihn selbst hatte er abgelehnt.

Nach dem Schlusssegen folgte der feierliche Auszug aus dem Gotteshaus. Eine geplante Agape musste wegen Corona verschoben werden. Einzelne Besucher und kleine Gruppen gratulierten Friedmann auf dem Kirchenvorplatz zu seinem Jubiläum.