• Bundestagswahl im Wahlkreis Bamberg: 14 Kandidaten kämpfen am heutigen Sonntag (26. September 2021) um Direktmandat
  • Silberhorn (CSU), Schwarz (SPD), Badum (Grüne) & Co: Ihr Programm kompakt im Überblick
  • Wahlkreis Bamberg (236): Stadt Bamberg, teils Landkreis Bamberg, Teile des Landkreises Forchheim 

Die Bundestagswahl 2021 findet heute statt. In Umfragen liegt die SPD immer noch vor CDU/CSU und den Grünen - die Umfragewerte und Ergebnisse im Überblick. Bei der Wahl am 26. September 2021 stehen im Wahlkreis Bamberg 14 Direktkandidaten zur Auswahl. Briefwahl ist schon länger möglich. Wie in Bamberg lassen sich die Unterlagen hierfür meist online bei der Gemeinde beantragen. inFranken.de erklärt, was bei der Briefwahl zu beachten ist. Auch dieses Mal gibt es wieder den sogenannten Wahl-O-Mat. Wer bei der Durchführung der Bundestagswahl mitwirken will, kann sich indes als Wahlhelfer bewerben. Und: Alle Hochrechnungen, Ergebnisse und Reaktionen für Bamberg gibt es in unserem Live-Ticker (fortlaufend aktualisiert). 

Bundestagswahl 2021: Diese Gemeinden zählen zum Wahlkreis Bamberg

Der Wahlkreis 236 (Bamberg-Forchheim) ist einer von 16 Bundestagswahlkreisen in Franken. Der Bundestagswahlkreis erstreckt sich im Wesentlichen auf drei Regionen: die kreisfreie Stadt Bamberg, Teile des Landkreises Bamberg und Teile des Landkreises Forchheim.

Gemäß dem Bundeswahlleiter gehören folgende Orte und Gemeinden dem Wahlkreis Bamberg an:

  • Stadt Bamberg
  • Landkreis Bamberg: die Gemeinden Altendorf, Buttenheim, Frensdorf, Hallstadt, Hirschaid, Pettstadt, Pommersfelden, Schlüsselfeld, Stegaurach, Strullendorf, Walsdorf, Burgebrach, Schönbrunn i.Steigerwald, Burgwindheim, Ebrach, Lisberg, Priesendorf
  • Landkreis Forchheim: die Gemeinden Eggolsheim, Forchheim, Hallerndorf, Hausen, Heroldsbach, Igensdorf, Langensendelbach, Neunkirchen a.Brand, Dormitz, Hetzles, Kleinsendelbach, Effeltrich, Poxdorf, Kunreuth, Pinzberg, Wiesenthau, Kirchehrenbach, Leutenbach, Weilersbach

Briefwahl im Wahlkreis bricht Rekorde - das ist in Bamberg zu beachten

Wichtige Infos zur Briefwahl: Seit dem 21. August 2021 werden allen Stimmberechtigten die Wahlbenachrichtigungen für die Bundestagswahl am 26. September zugestellt. Mit dieser können auch die Briefwahlunterlagen beantragt werden. Ansprechpartner ist die Gemeinde, in der der Hauptwohnsitz des bzw. der Wahlberechtigten liegt. Schon jetzt meldet die Stadt Bamberg eine Rekordbeteiligung bei der Briefwahl.

In Bamberg befindet sich die Wahlamtsgeschäftsstelle im Rathaus auf dem Maxplatz. Über sie ist die Briefwahl letztlich möglich. Die Öffnungszeiten sind von Montag bis Donnerstag von 8 bis 18 Uhr und am Freitag von 8 bis 14 Uhr. Um per Briefwahl abstimmen zu können, sind die Wahlbenachrichtigung und ein amtliches Ausweisdokument mitzubringen. Auf der Rückseite der Wahlbenachrichtigung befindet sich ein Antragsformular, das ausgefüllt und unterschrieben werden muss. Die Unterlagen für die Briefwahl können darüber hinaus auch online beantragt werden. Die Wahlbenachrichtigungen sind mit einem QR-Code versehen, der mit der Website für den Onlineantrag verlinkt ist.

Der Stadt Bamberg zufolge kann diese Möglichkeit auch ohne QR-Code genutzt werden. Weitere Informationen erteilt die Stadt auf ihrer Webseite. Generell ist bei der Briefwahl zu beachten, dass der Antrag bis spätestens 21. September gestellt sein muss, damit noch genügend Zeit verbleibt, die Unterlagen per Post zu erhalten und um den Eingang bei der Stadt Bamberg bis spätestens zum Wahltag sicherzustellen, berichtet die Stadt. Bis zum 22. September 2021, 15 Uhr, haben hier bereits 29.715 Wahlberechtigte Briefwahlunterlagen beantragt und erhalten. Bei der Bundestagswahl 2017 haben insgesamt 16.885 Wählerinnen und Wähler per Briefwahl gewählt, heißt es von der Stadt. 

Wahlkreis Bamberg: Kandidaten-Überblick zur Bundestagswahl 2021

Die Kandidatinnen und Kandidaten können mittels einer allgemeinen, unmittelbaren, freien, gleichen und geheimen Wahl für die Dauer von vier Jahren zu Bundestagsabgeordneten gewählt werden. Sämtliche Informationen zu Erst- und Zweitstimme, zu Überhangmandaten und Ausgleichsmandaten und zur Fünf-Prozent-Hürde findest du hier.

Folgende Kandidatinnen und Kandidaten wurden für den Wahlkreis Bamberg zugelassen - sie alle stehen auf dem Stimmzettel zur Bundestagswahl 2021 (Erststimme):

Direktkandidatinnen und Direktkandidaten

Bundestagswahlkreis Bamberg: Wahlprogramme und Ziele - die Direktkandidaten im Check 

Bei der Bundestagswahl 2021 bewerben sich im Wahlkreis Bamberg gleich 14 Politikerinnen und Politiker um ein Direktmandat. inFranken.de stellt die Kandidierenden jeweils in einem Kurzportrait vor - das sind ihre Standpunkte, Wahlprogramme und Ziele.

Thomas Silberhorn (CSU)

CSU-Direktkandidat Thomas Silberhorn gehört dem Deutschen Bundestag bereits seit 2002 an. Seit 2009 ist er zudem Kreisvorsitzender der CSU Bamberg-Land. Bei der Bundestagswahl 2017 errang der in Kemmern (Landkreis Bamberg) geborene CSU-Bewerber das Direktmandat. Im Wahlkreis 236 fielen vor vier Jahren 42,1 Prozent der Erststimmen auf ihn. 

Silberhorns Standpunkt: "Als direkt gewählter Abgeordneter für Bamberg und Forchheim bin ich für alle Bürger, Betriebe und Kommunen in meinem Wahlkreis ansprechbar“, erklärt der 52-Jährige inFranken.de - und betont zugleich: "Aber ich bin nicht für alles zu haben.“ Der studierte Rechtsanwalt steht laut eigenen Angaben "für Freiraum statt Bevormundung, für Fairness statt Umverteilung und für Zusammenhalt statt Spaltung“. 

Seine politischen Ziele umfassen gleich mehrere gesellschaftliche Bereiche. "Um unser Klima zu schützen und unsere Arbeitsplätze zu sichern, setze ich auf Innovation und Investitionen in neue Technologien wie Wasserstoff“, hält der Bundestagsabgeordnete der CSU fest. In Bezug auf die Themen Mobilität und Digitalisierung konstatiert Silberhorn: "Mobilität und digitale Anbindung dürfen kein Luxusgut werden, sondern müssen für alle und überall möglich sein.“ Als langjähriges Mitglied des Bundestages weist er in diesem Zusammenhang auch auf die Rolle des Staates hin. "Bezahlbares Wohnen, Kinderbetreuung und digitale Ausstattung der Schulen unterstützt der Bund mit Milliardenbeträgen“, erklärt der Parlamentarische Staatssekretär. 

Bei der anstehenden Bundestagswahl buhlt er erneut um die Gunst der Wählerschaft in der Region. "Ich bin nicht nur vor den Wahlen, sondern das ganze Jahr über in Bamberg und Forchheim unterwegs“, berichtet der 52-Jährige. Und warum sollte man gerade ihn wählen? "Im Bundestag und in der Bundesregierung bin ich bestens vernetzt“, unterstreicht Silberhorn. "Ich trete für einen Kurs der Mitte ein, der nicht Einzelinteressen, sondern das große Ganze im Blick hat und unterschiedliche Interessen zusammenführt.“

Andreas Schwarz (SPD)

"Ich stehe für einen Politikstil, der sich um die Anliegen der Menschen kümmert, zuhört und bei Problemen nach pragmatischen Lösungen sucht“, erklärt SPD-Politiker Andreas Schwarz inFranken.de. Der 56-Jährige ist seit 2013 Mitglied des Deutschen Bundestags. Das will er auch in Zukunft bleiben. Seine Motivation: "Ich trete an, damit die Menschen in den Regionen Bamberg/Forchheim auch künftig einen politischen Ansprechpartner vor Ort und in Berlin haben.“

Schwarz' politisches Ziel: "Wir brauchen einen handlungsfähigen und starken Staat, der sich um stabile Renten und einen fairen Mindestlohn von mindestens 12 Euro pro Stunde kümmert.“ Schwarz zufolge ist es die Aufgabe von Politik, die Lebensgrundlage der Menschen und der künftigen Generationen zu sichern. "Digitalisierung, Bildung, Klimaschutz dürfen nicht zur sozialen Frage werden und können nur gelingen, wenn wir die Menschen in diesen Veränderungsprozessen begleiten“, betont der Bundestagsabgeordnete. 

Zum Thema Klimapolitik hält der in Strullendorf (Landkreis Bamberg) aufgewachsene Betriebswirt fest: "Der Erhalt unserer Arbeitsplätze ist mir sehr wichtig. Ich will Klimaschutz nicht mit Verbotspolitik und Preistreiberei, sondern technologieoffen sowie in Verbindung mit dem Umbau der Arbeitswelt organisieren."

Er mache Politik mit Demut vor der Aufgabe, Respekt vor den Menschen und mit dem Ziel, die Chancen und den friedlichen Zusammenhalt in der Gesellschaft zu stärken, hält Schwarz fest. "Als Haushaltspolitiker will ich weiterhin meinen Einfluss nutzen und mich dafür einsetzen, damit hier vor Ort in Bildung, Arbeit, Klimaschutz, Innovation und die Zukunft des Wirtschaftsstandortes investiert wird.“

Lisa Badum (Bündnis 90/Die Grünen)

Grünen-Kandidatin Lisa Badum sitzt für den Wahlkreis Bamberg seit 2017 im Deutschen Bundestag in Berlin. Die 37-Jährige steht laut eigener Aussage "für einen neuen Stil von Politik“. Ihre feste Überzeugung: Bürgerinnen und Bürger wollen als mündige und selbstständige Menschen selbst aktiv werden und nicht nur passiv abwarten, dass die Politik tätig wird. 

Badums Ansatz: "Statt zu spalten, höre ich zu, hole alle Beteiligten an einen Tisch, schmiede Bündnisse - egal, ob mit der Brauerin oder dem Gewerkschafter“, teilt Badum inFranken.de mit. Ihre Aufgabe sei es, die Ideen der Menschen vor Ort zum Leuchten zu bringen und zu ermöglichen.
Das politische Ziel der Grünen-Abgeordneten: "Ich will mich für Klimaschutz einsetzen, die Verkehrswende hier vor Ort gestalten und unsere regionale Wirtschaft stärken.“ Badum zufolge müssen in Berlin die Weichen für einen Ausbau der Erneuerbaren Energien gestellt werden. Ein neu besetztes Verkehrsministerium müsse "unsinnige Umgehungsstraßen“ beenden, den Städten mehr Möglichkeiten bei der Verkehrsplanung geben und endlich Bus, Bahn, Fahrradwege mehr fördern. 

In Bezug auf den Wahlkreis Bamberg hält die gebürtige Forchheimerin fest: "Unsere einzigartige Brauereienvielfalt und Genussregion muss auch in Berlin mitgedacht werden, wie wir am Beispiel der Corona-Hilfen gesehen haben. Darüber hinaus ist mir der Waldschutz ein besonderes Anliegen, mein Ziel: ein Nationalpark Steigerwald für unsere Region.“ 

Die Bundestagswahl 2021 bezeichnet Badum als "entscheidend für unsere Gesellschaft und unsere Sicherheit“. Laut ihrer Auffassung wurde in der Vergangenheit nicht alles für den Schutz der Menschen getan. "Dabei beweisen Hochwasser als Folge der Klimakrise oder Corona-Pandemie Tag für Tag, dass wir so nicht weiter machen können“, betont die studierte Politikwissenschaftlerin. Klimaschutz müsse belohnt werden. "Wir müssen uns jetzt verändern, um das zu bewahren, was uns lieb ist.“

Sven Bachmann (FDP)

Der Bamberger Direktkandidat der FDP, Sven Bachmann, steht laut eigner Aussage für die freiheitliche Selbstgestaltung jedes Einzelnen. "Es darf keine ideologischen oder willkürlichen Einschränkungen geben“, betont der 46-Jährige gegenüber inFranken.de. Inhaltlich sei ihm das Thema "Technologieoffenheit“ sehr wichtig, erklärt Bachmann, der als Produktionsmanager in der Automobilzulieferbranche arbeitet. 

Bachmanns Ansatz: "Unsere Lösungen müssen zielführend, sozial verträglich und global anerkannt sein. Nur dann können wir dem Klimawandel nachhaltig entgegenwirken.“ Als weitere bedeutsame Themenfelder nennt der aus Zapfendorf (Landkreis Bamberg) stammende FDP-Politiker Digitalisierung, Bildung, Bürokratieabbau sowie Pflege und Gesundheit.

Sein politisches Ziel: "Ich möchte als Abgeordneter in einer stabilen Regierungsbeteiligung mitwirken. Mir ist es dabei sehr wichtig, dass wir weg kommen von Aktionismus und ideologisch getriebenen Entscheidungen.“ Er plädiert für faktenbasierte Lösungen, "die nicht nur die Auswirkung eines Problems beheben, sondern das Problem an der Wurzel packen und nachhaltig abstellen.“

Mit Blick auf die Region verspricht der 46-Jährige: "Ich werde aber auch immer eng mit meinem Wahlkreis verbunden sein, um nah am Bürger zu verstehen, was die Menschen wirklich beschäftigt.“ Er selbst sei jemand, der anpacke und etwas verändern wolle. "Mit mir wählen Sie einen lebens- und berufserfahrenen Gestalter mit Kontakt zum Wähler.“

Michael Weiß (AfD)

Die Bamberger AfD schickt für die Bundestagswahl am 26. September 2021 Michael Weiß ins Rennen. Der Direktkandidat im Wahlkreis 236 Bamberg-Forchheim ist seit Oktober 2020 Kreisvorsitzender der AfD in Bamberg.

Zu seinem beruflichen Werdegang teilt der 52-Jährige inFranken.de folgende Stationen mit. "Nach der Hauptschule absolvierte ich zunächst eine Ausbildung zum Bäcker", berichtet Weiß. "Gleich nach der Lehre wurde ich eingezogen und verpflichtete mich aus der Truppe heraus." Er blieb demnach 15 Jahre im Dienst. "Meine Dienstzeit endete ehrenvoll im Dienstgrad eines Hauptfeldwebels." Seit 2004 ist der Bamberger AfD-Kandidat selbstständig im Dienstleistungssektor tätig. 

In Hinblick auf seine persönliche Wertvorstellung äußert sich Weiß wie folgt: "Ich bin ein familiärer Mensch, sozial, tierlieb, naturverbunden, weltoffen und konservativ." Auch seinen politischen Standpunkt macht der gebürtige Bamberger im Vorfeld der Wahl deutlich: "Ich bin aus voller Überzeugung bei der AfD, da diese Partei die einzige ist, die Deutschland noch retten kann", erklärt der Kaufmann. 

Gleich mehrere Themen sind dem AfD-Kandidaten des Wahlkreises Bamberg nach eigenen Angaben wichtig. "Ich stehe für eine kontrollierte Zuwanderung, Wehrhaftigkeit der Bundeswehr, stabile Finanzen, starken Mittelstand, Energiepolitik mit Sinn, keine Gendersprache und ein Ende der Angriffe auf unsere Grundrechte", teilt Weiß inFranken.de mit. 

Jan Jaegers (Die Linke)

Für Die Linke buhlt Jan Jaegers um die Gunst der Wählerinnen und Wähler im Bundestagswahlkreis Bamberg. Der 26-Jährige absolviert aktuell in Bamberg den Masterstudiengang Politikwissenschaft. In politischer Hinsicht steht Jaegers laut eigener Aussage für soziale Gerechtigkeit. "Ich bin in die Politik gegangen, um den Menschen zu helfen, die Demokratie zu stärken und die Fehler unseres Systems zu beheben", berichtet der Linken-Kandidat inFranken.de

Einsetzen will er sich demnach für eine Verbesserung des deutschen Sozialsystems, Bürokratieabbau, eine bessere Bildungslandschaft durch eine massive Investitions- und Reformoffensive, für starke Gewerkschaften und flächendeckende Tariflöhne. "Aber auch für Frieden und den Stopp von Waffenexporten, kostenlosen ÖPNV und effektiven Klimaschutz, der nicht auf Kosten der Beschäftigten hierzulande geht", ergänzt Jaegers, der derzeit Geschäftsführer der Bamberger Stadtratsfraktion BaLi-Die PARTEI ist.

Sein Ziel sei die Stärkung der kleinen und mittleren Einkommensschichten - "derjenigen, die dieses Land in der Krise am Laufen gehalten haben, aber auch jener, die durch das soziale Netz fallen. All jene, die in den letzten Jahrzehnten von der Politik vermehrt zur Kasse gebeten und gegängelt wurden." Der 26-Jährige wolle ein Land, in dem keine Rentner und Rentnerinnen Flaschen sammeln müssten, sondern einen schönen Lebensabend mit finanzieller Sicherheit verbringen könnten. 

Als weitere politische Ziele nennt Jaegers faire Steuern, bessere Bildung, eine Mindestrente von 1200 Euro, eine Verbesserung des Gesundheitswesens ("insbesondere bessere Löhne für Pflege- und Reinigungskräfte") sowie starke Gewerkschaften und einen Klimaschutz, der die Pariser Klimaschutzziele einhalte. "Kurz: ein gerechteres Land."

Jens Herzog (Freie Wähler)

Der Bundestagskandidat der Freien Wähler ist Jens Herzog. Bei der Bundestagswahl 2017 scheiterten die Freien Wähler noch deutlich an der Fünf-Prozent-Hürde. Dieses Mal will die Partei den Sprung in den Deutschen Bundestag indes schaffen. "Als Direkt- und Listenkandidat der Freien Wähler stehe ich für eine Politik, die sich für die Bürger einsetzt, die Interessen unseres Landes vertritt und damit die Zukunft unserer Kinder sichert", teilt Herzog inFranken.de mit.

Der 38-Jährige und seine Parteifreunde treten demnach für eine leistungs- und handlungsfähigen Staat ein, der auch in den unruhigen Zeiten die Stabilität, die Sicherheit und "die Bewahrung unserer Lebensweise" garantiere. "Durch die Umwälzungen in der Arbeits- und Berufswelt dürfen heimische Arbeitsplätze und der Mittelstand nicht unter die Räder kommen", betont Herzog. Künstliche Intelligenz, Digitalisierung und Wasserstoff müssten genutzt werden, um den Wirtschaftsstandort Deutschland modern und zukunftsfähig zu halten und die Arbeitsplätze von morgen zu schaffen und die jetzigen Arbeitsplätze zu sichern.
 
Als politische Ziele nennt Herzog Digitalisierung, Bildung sowie Umweltschutz und Energiewende. "Wenn uns die Pandemie eines gezeigt hat, dann dass der Punkt Digitalisierung in nahezu allen Bereichen bisher stark vernachlässigt wurde." Deutschland sei zudem ein wichtiger Bildungsstandort -  "daher muss hierauf besonderes Augenmerk gelegt werden". In Sachen Klimaschutz hält Herzog fest: "Umweltschutz und Energiewende gehen Hand in Hand." Deutschland brauche daher eine technologieoffene Förderung bei der Forschung im Bereich erneuerbarer Energien. 

Doch wieso sollten die Wahlberechtigten im Bundestagswahlkreis Kreis Bamberg-Forchheim gerade ihm das Vertrauen schenken? "Die Wählerinnen und Wähler sollten mich wählen, da ich als Kommunalpolitiker weiß, wo die Probleme vor Ort liegen", verspricht der 38-Jährige. "Durch meinen Beruf als Softwareentwickler bin ich es gewöhnt, pragmatisch und lösungsorientiert mit abstrakten Herausforderungen umzugehen und so möglichst effektive Lösungen zu finden."

Lisa Lösel (ÖDP)

Die ÖDP setzt im Wahlkampf zur Bundestagswahl 2021 im Wahlkreis Bamberg auf Lisa Lösel. Die 23-Jährige ist Kreisvorsitzende der ÖDP Forchheim. "Als Individuum stehe ich für Authentizität und Transparenz, was ich auch in meiner politischen Tätigkeit nie vernachlässige", erklärt Lösel gegenüber inFranken.de

Lösel studiert gegenwärtig im neunten Semester Rechtswissenschaft und arbeitet nebenbei an der Uni in Erlangen als studentische Hilfskraft. "Auch beim Neder-Keller in Forchheim habe ich mich eingebracht", berichtet die die ÖDP-Direktkandidatin für Bamberg und Forchheim.

Ihre Ziele seien unter anderem die Einhaltung des 1,5-Grad-Zieles, indem Deutschland 2030 klimaneutral sei und den ÖPNV massiv fördere. "Außerdem möchte ich die Familienpolitik stärken, indem ein Pflege- und Erziehungsgehalt eingeführt wird", unterstreicht Lösel. "Wähler:Innen sollten mich wählen, weil sie das von mir bekommen, was ich ihnen vor einer Wahl verspreche und mich nicht im Nachhinein zurückziehe."

In Hinblick auf ihre Wertevorstellung hält die 23-Jährige fest: "Werte wie Aufrichtigkeit und Authentizität sind solche, die ich vertrete. Außerdem möchte ich für alle Generationen und alle Personen die bestmöglichen Bedingungen bewirken, unabhängig von ihrer Herkunft, ihres Alters oder Geschlechts."

Hans-Günther Brünker (Volt)

Hans-Günther Brünker ist der Direktkandidat von Volt. Als erste gesamteuropäische Partei wurde Volt 2018 anlässlich des Brexit-Votums gegründet. Der Bamberger Bewerber um den Einzug in den Deutschen Bundestag will die Wählerschaft unter anderem mit Pragmatismus und Transparenz von sich überzeugen. "Ich stehe für eine lösungsorientierte, pragmatische und vor allem transparente Politik", teilt Brünker inFranken.de mit. 

Als politisches Ziel schwebt dem 54-Jährigen "ein starkes Deutschland und Europa" vor Augen - "sozial gerecht und wirtschaftlich erfolgreich, mit einem Fokus auf den Erhalt unserer Umwelt". Dies bedeute eine Reform der sozialen Sicherungssysteme genauso wie eine Reform der Bildungslandschaft. "Umweltfreundliche Betriebe und Produktionsformen müssen gestärkt werden und gleichzeitig muss die Steuerflucht internationaler Großkonzerne verhindert werden", betont der promovierte Chemiker; der inzwischen als Schauspieler arbeitet.

"Die Verwaltung muss reformiert und die Digitalisierung in allen Lebensbereichen, von Bildung bis Gesundheit, vorangetrieben werden", bekräftigt Brünker. Die "großen Probleme unserer Zeit" wie Klimawandel, soziale Ungerechtigkeit, Migration, Wirtschafts- und Sicherheitspolitik ließen sich nur noch europäisch lösen. "Durch nationales Klein-Klein wird dies nicht gelingen", zeigt sich der Volt-Kandidat des Wahlkreises Bamberg überzeugt.  

Paul Mari (Die PARTEI)

Für die Satirepartei Die PARTEI kandidiert Paul Mari. Seine Motivation: "Ich repräsentiere und stehe für eine Jugend, die in den letzten anderthalb Jahren nochmal stärker als sonst von der Politik bewusst immer wieder vergessen wurde", erklärt der 18-Jährige, "da sich die CSU "alleine mit Klientelpolitik für Boomer" beschäftige. 

Bezüglich der getroffenen Corona-Maßnahmen kritisiert Mari: "Ohne Rücksicht auf die psychische Gesundheit von Schüler:innen wurden die Schulen zu und auf und zu und auf gemacht." Der durch die "Asoziale Marktwirtschaft" immer radikalere Leistungsdruck in der Schule und im Beruf wirke sich vor allem auf junge Menschen aus.

Mari hat gerade seinen Bundesfreiwilligendienst absolviert. Mitte September fängt er eine Ausbildung zum Kinderpfleger an. Maris Versprechen im Falle eines Wahlerfolgs: "Im Bundestag habe ich es mir zum Ziel gesetzt, ein Mahnmal dafür zu sein, was passiert wenn man junge Menschen entweder nicht ernst nimmt oder gleich ganz ignoriert." Zudem dürfte allein seine pure Anwesenheit demnach reichen, "um mindestens die Fraktion der AfD zur Weißglut zu bringen, was wahrscheinlich das größte Argument ist mich zu wählen", verkündet der PARTEI-Kandidat.

Thomas Dotzler (Bayernpartei)

Für die Bayernpartei kämpft im Wahlkreis Bamberg Thomas Dotzler um Wählerstimmen. Das Hauptziel der Partei ist ein eigenständiges Bayern in der EU. "Jeder BayerIN würde 200 Euro mehr monatlich in der Tasche haben, sollte Bayern ein Staat wie Belgien oder Dänemark sein", teilt der 55-Jährige inFranken.de mit. 

Sein Standpunkt: "Ich stehe nicht nur für die Eigenstaatlichkeit Bayerns, sondern würde mich auch im Falle eines Einzuges in den Bundestag für bezahlbare Mieten im Wahlkreis Bamberg einsetzen", kündigt Dotzler an. "Wenn man sieht, wie gerade hier in der Unistadt Bamberg die Mieten explodieren - ja wer soll sich denn das noch leisten können?"

Er plädiere zudem für bessere Arbeitsbedingungen in der Pflege. "Die Pflegekräfte leisten einen hervorragenden Dienst und das sollte auch honoriert werden", betont der Direktkandidat der Bayernpartei. "Weiterhin bin ich gegen einen allgemeinen Lockdown in der Corona-Politik." Stattdessen spricht sich Dotzler für Lockdowns nach regionalen Geschehnissen aus. In der Energiepolitik könne es nicht sein, dass "durch Monstertrassen der Strom in Rostock billiger ist als in Bamberg oder Forchheim". Seine Herangehensweise: "Energiegewinnung möchte ich regional gestalten."

Des Weiteren setze er sich "für die Erhaltung der schönen oberfränkischen Dorfstruktur" ein. "Unsere Bauernhöfe dürfen nicht von der Agrarindustrie kaputtgemacht werden", erklärt der 55-Jährige.  Zum Thema Lohngerechtigkeit hält Dotzler fest: "Dass Mann und Frau bei gleicher Arbeit auch den gleichen Lohn bekommen sollen, sollte eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein - leider ist es das nicht. Auch hierfür würde ich  mich starkmachen."

In Sachen Verkehrspolitik konstatiert der frühpensionierte Bahnhauptsekretär: "Ich bin gegen einen kostenlosen Nahverkehr - wer soll das denn bitteschön bezahlen?" Eine CO2-Steuer lehne er ebenfalls entschieden ab. Dotzler hält überdies Wettbewerb zwischen den Ländern in der Bildungspolitik für "wünschenswert".

Therese Gmelch (MLPD)

Bundestagskandidatin der Marxistisch-Leninistischen Partei Deutschlands (MLPD) ist Therese Gmelch. Die Altenpflegerin im Ruhestand steht eigenen Angaben zufolge "kompromisslos auf der Seite der werktätigen Menschen insbesondere für die Zukunft der Jugend". Dies umfasse alle Seiten des Lebens. Statt "auf Sicht zu fahren" und "kleine Brötchen zu backen", stehe sie "für eine revolutionäre Veränderung".

"Ich sage klipp und klar, für die Lösung der wirklich wichtigen Probleme, in der Umweltfrage oder Kriegsgefahr, müssen wir den Kapitalismus überwinden", teilt die 66-Jährige inFranken.de mit. "Es geht um nicht weniger als um das Überleben der Menschheit." Die Direktkandidatin der MLPD tritt demnach gegen Antikommunismus, Faschismus, Rassismus und Antisemitismus ein. "Und aktuell bin ich voll solidarisch mit dem Streik der GdL, auch wenn es mich als Benutzerin der Bahn trifft", hält Gmelch fest.

Folgende Themen liegen der Rentnerin am Herzen: "Mein Ziel ist eine Welt ohne Ausbeutung von Mensch und Natur und ohne Unterdrückung des Menschen durch Menschen", erklärt Gmelch. 

In Richtung der Wahlberechtigten im Raum Bamberg-Forchheim appelliert sie: "Wählen Sie mich, weil ich mit den Kandidatengrundsätzen des internationalistischen Bündnis das bürgerliche Parlament grundsätzlich kritisiere." Sie selbst stehe für eine "jederzeitige Abwählbarkeit der Abgeordneten, dass keine und keiner mehr bekommt als den durchschnittlichen Facharbeiterlohn", bekräftigt Gmelch. "Weiter verpflichte ich mich, sollte ich gewählt werden, das Parlament nicht als Schwatzbude zu gebrauchen, sondern um Kämpfe für berechtige Anliegen der breiten Massen zu fördern."

Sabine Wezel (dieBasis)

Für die Basisdemokratische Partei Deutschland (dieBasis) tritt Sabine Wezel als Direktkandidatin des Wahlkreises 236 an. Sie wurde erst im Dezember 2020 Mitglied der deutschen Kleinstpartei. Ihre Motivation: die politische Debatte in Bezug auf die Corona-Pandemie.

"Als Sozialpädagogin war ich an einer Schule beschäftigt und habe dort bereits im April des letzten Jahres die Veränderungen gesehen, die Lockdown, Abstands- und Maskenverordnungen bei den Kindern bewirken", erklärt die 55-Jährige ihre Beweggründe. "Das Ignorieren der Bedenken unabhängiger Ärzte, Psychologen und Sozialarbeiter, die Einengung des Debattenraumes waren für mich der Grund, mich politisch zu engagieren." 

Die in Coburg lebende dieBasis-Kandidatin betont: "Freiheit, Machtbegrenzung, Achtsamkeit und Schwarmintelligenz, das ist unser Wertegerüst in Verbindung mit gelebter Basisdemokratie." Grundrechte seien nicht verhandelbar und dürften nicht aufgrund von einseitiger Betrachtung "über diese lange Zeit" eingeschränkt werden. "Sie sind sofort wieder vollumfänglich in Kraft zu setzen. So wird auch die Angst um die berufliche Existenz, so werden Verzweiflung, Spaltung, Ausgrenzung und Hass in der Gesellschaft verringert", präsentiert sich Wezel überzeugt. 

Sie plädiert überdies für eine grundlegende Reform des Gesundheitswesens. Mit Blick auf die Bundestagswahl in Zeiten von Corona erklärt die 55-Jährige gegenüber inFranken.de: "Viele Menschen haben genug von der anhaltenden Gängelung durch schlecht begründete Vorschriften der Regierung. Sie wollen ein Leben in Selbstverantwortung führen, so wie es die Menschen in unseren Nachbarländern bereits tun." Zahlreiche Menschen seien "schon lange frustriert" - zudem gebe es eine große Gruppe bisheriger Nichtwähler. "Diese sprechen wir auch an", erklärt Wezel.  

Andreas Roensch (Deas)

Der Bamberger Andreas Roensch tritt bei der anstehenden Bundestagswahl unter seinem Spitznamen Deas an. Der 44-Jährige hat 2015 den Kreisverband Bamberg der satirischen Partei "Die PARTEI" gegründet. "Die CSU nahm ihn 2021 schließlich aus Gründen auf", konstatiert Roensch - recht geheimnisvoll - in der dritten Person über sich selbst. 

Der Medientechnologe kandidiert laut eigener Aussage, um "guten Gewissens jemanden wählen zu können". Seine persönliche Motivation: andere dabei motivieren, den Gang zur Wahlurne anzutreten. "Eine Meinung, eine Position zu haben und diese argumentativ im Dialog zu vertreten, ist ein Schritt nach vorn", erklärt Roensch. "Er tritt an im Auftrag des Herrn", teilt der 44-Jährige über sich mit - wohl nicht gänzlich ohne Augenzwinkern.

Gefragt nach einem wichtigen politischen Ziel, spricht sich der Deas-Bewerber unter anderem für die Legalisierung von "Hans" (= Hanf, Anm. d. Red.) aus. Sein Credo: "Cannabisgebot statt Cannabisverbot."

Sofern er für den Wahlkreis Bamberg in den Deutschen Bundestag einziehen sollte, will Roensch auf der einen Seite die "Hansfreigabe" und den "kontrollierten (Nutz-)Hansanbau in Franken" auf den Weg bringen. Auf der anderen Seiten wolle er "unsere wunderschöne Genussregion und die Biervielfalt kulminieren", hält der Bamberger fest - und ergänzt: "Bier und Wein sind in Franken Grundnahrungsmittel und werden entsprechend besteuert."

Gut zu wissen für die Bundestagswahl 2021: