• Fränkischer Ein-Mann-Betrieb: Breitengüßbacher mit eigener Mikrobrauerei
  • Eltern gehörte geschichtsträchtige Brauerei im Ort
  • Karl Hümmer fängt in seiner Garage das Brauen an - dann kommen immer mehr Kunden 
  • "Alles von Hand" - Diese Biere bietet der Brauereichef an 

Karl Hümmer aus Breitengüßbach (Landkreis Bamberg) war durch sein Elternhaus, die alte Brauerei Hümmer, schon immer in einer Brauerei zu Hause. "Ich habe immer gesagt, wenn ich mal in Rente bin, mache ich eine eigene kleine Brauerei auf. Bierbrauen ist meine Leidenschaft und mein Leben", sagt er inFranken.de. Vor zehn Jahren hat er sich diesen Traum dann erfüllt - nachdem die alte Brauerei ihren Betrieb einstellte. 

Breitengüßbach: So lange braucht der Brauer zum Abfüllen eines Kasten Bier

"Wir haben eine Pension und haben dort immer das eigene Bier verkauft. Ich wollte es dann nicht von woanders kaufen und dachte mir, dass Breitengüßbach eine eigene Brauerei braucht", erinnert Hümmer sich. Begonnen hat er dann in einer Garage, zuerst nur für den Eigenbedarf. Durch den Garten der Pension und vorbeikommende Radfahrer wurde der Bedarf aber größer.

Um 100 Hektoliter pro Jahr brauen zu können, hat er schließlich einen anderen Raum umgebaut. Klein geblieben ist die Brauerei trotzdem, eine Vergrößerung stand nie zur Debatte. "So kann man mehr ausprobieren, das ist das Schöne." Als einziger Mitarbeiter seiner Brauerei ist Hümmer gut eingespannt.

"Ich mache alles per Hand, also abfüllen, Flaschen auswaschen und etikettieren und so weiter. Im letzten Jahr musste ich wegen Corona auch die Fässer in Flaschen füllen, das war natürlich eine zusätzliche Belastung." Etwa vier Kästen schafft er pro Stunde, mit einem Fass von 200 Litern Füllvermögen ist er also gut fünf Stunden nur mit dem Abfüllen beschäftigt. In seiner Brauerei setzt Hümmer auf Handarbeit. Genau wie er schon immer gerne gebraut hat, hat er schon immer gerne Maschinen gebaut.

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Entsprechend sind auch die in seiner Brauerei, bei denen er immer wieder neue Ideen für Weiterentwicklungen hat, selbst gebaut. Auch Hopfen baut er - wenn auch in geringem Maße und nicht ausreichend für die komplette Bierproduktion - selbst an. Vier Sorten gibt es bei Hümmer immer: Pils, Weizen, Zwickel und Dunkel. Aber auch Spezialbiere wie zum Beispiel Bockbier oder Rauchbier stellt er manchmal her.

"Was mir eben in den Kopf kommt, was ich gerne mal machen oder probieren würde." Dabei sei jeder angesetzte Sud individuell, keiner schmecke genau wie der andere. "Es ist ein bisschen wie kochen. Ich habe Rezepte aufgeschrieben, aber viel ist auch nach Gefühl", sagt Hümmer. Der große Unterschied zum Kochen: Dass man das Ergebnis erst nach etwa sechs Wochen probieren kann.

Der Brauerei-Gasthof Hümmer in Breitengüßbach schließt nach 380 Jahren in Familienbesitz  für immer. Wegen der Corona-Krise sieht Inhaber Thomas Hümmer keine Perspektive für die Gastronomie.