Die Zukunftsaussichten für den Landkreis Bamberg wurden schon in der Vergangenheit - vor allem im oberfränkischen Vergleich - als relativ gut bewertet. Nach einer neuen Prognose des Bamberger Forschungsinstituts Modus, das seit acht Jahren für den Landkreis detaillierte Bevölkerungsprojektionen erstellt, sind diese Aussichten nun noch ein wenig rosiger geworden.

Nach der letzten Prognose, die 2010 für die Bevölkerungsentwicklung in den Jahren 2009 bis 2029 aufgestellt wurde, würde der Landkreis in diesem Zeitraum fast 5000 Einwohner verlieren. Wobei das die mittlere von drei Varianten ist, mit den das Modus-Institut arbeitet. Fünf Jahre später ist aus dem vorhergesagten Minus nun sogar ein winziges Plus geworden.

0,1 Prozent Wachstum

Vor fünf Jahren hatte Modus berechnet, dass die Gesamtbevölkerung im Landkreis Bamberg von 144 000 auf 139 500 im Jahr 2029 zurückgehen wird. Im ungünstigsten Fall wären es sogar nur noch 132 300 Einwohner, im positivsten jedoch sogar 147 100. Nach den neuen Berechnungen wird die Landkreisbevölkerung - ausgehend von 144 733 im Jahr 2013 bis 2029 auf 146 229 anwachsen und dann bis 2033 wieder leicht auf 144 906 zurückgehen. Nach dieser mittleren Berechnungsvariante bliebe über einen Zeitraum von 20 Jahren immer ein kleines Plus von 175 Einwohnern, was einem Wachstum von 0,1 Prozent entspräche. Nach den Berechnungsvarianten 1 und 3 könnte der Landkreis im Jahr 2033 minimal 138 837 und maximal 151 191 Einwohner zählen.

Deutlich mehr Zuzüge

Was sich bei den Grundlagen für die Berechnung wenig verändert hat, sind die zu erwartenden Geburtenzahlen (Fertilität) und die Sterbefälle (Mortalität). Größere Veränderungen gab es dagegen vor allem im Bereich der Wanderungsbewegungen. Hier hat sich die Zahl der Zuzüge in den Landkreis gegenüber der Zahl der Wegzüge in den letzten Jahren positiver entwickelt, als noch bis 2009.

Junge werden trotzdem weniger

Da sich das Modus-Modell stark an den von den einzelnen Gemeinden gelieferten aktuellen Zahlen orientiert, stellt sich die Gesamtentwicklung nun positiver dar. Unverändert bleibt jedoch die Kernaussage der Bevölkerungsprojektion. Während die Zahl der Kinder und Jugendlichen weiter zurückgeht, steigt die der Älteren. Bevölkerungsstärkste Altersgruppe wird 2033 die der 65- bis 74-Jährigen sein.

Der Vorteil, den die Daten von Modus dem Landkreis vor allem bieten, ist die kleinräumige Darstellung. Differenzierte Analysen der Bevölkerungsstruktur bis auf die Gemeindeebene können andere demographische Studien , wie etwa die der Bertelsmann-Stiftung kaum liefern.