Ein Kunstwerk beginnt bei Barbara Bollerhoff mit einer Ideenflut. "Googeln im Kopf" beschreibt sie den Weg bis zur Skizze. "Wichtig ist es dann, zeitig anzufangen." Denn oft festigt sich die Idee erst im Prozess. So auch bei ihrer Arbeit an einer von zehn modernen Humsera-Figuren, die von Künstlern aus der Region gestaltet und versteigert werden, um den kreativen Köpfen durch die Krisen-Zeit zu helfen.

Bollerhoff fertigte Stempel aus Holz und druckte dann mit bunten Acrylfarben Gemüse-Motive auf besonders dünnes, so genanntes Japanpapier. "Ausprobiert habe ich das zuerst an einem Gips-Auto", erzählt die Künstlerin. Dabei ist ihr eine zerknitterte Stelle aufgefallen. "Das hat mir gefallen und ich habe das ganze Papier geknittert. So wirkt das Kleid zarter."

Nach dem Stempeln hat sie die Figur mit Bootslack bemalt. "Sie muss wetterfest sein" - wie eine echte Gärtnerin. Dazu gehört auch ein Sonnenschutz. Erst war ein großer Hut in Rettichform geplant. "Das war aber zu ausladend und würde das Erhabene der Humsera nicht genug zur Geltung bringen." Nun bastelt Bollerhoff an einem kleinen rosa Hut. Und: "Das Präsentieren gehört für mich genauso dazu", sagt Bollerhoff. So steht die Figur auf einem Holzbalken, der nach oben hin breiter wird, während die Humsera mit ihren ausladenden Hüften nach oben schmaler wird. "So wirkt sie erhaben. Das ist mir wichtig, denn die Humsera gehört zur Bamberger Kultur."

Auf die künstlerische Überführung der Kultfigur in die Neuzeit verweist nicht nur das bunte Kleid, sondern auch die Gesichtsmaske. Auch die Pandemie wird Teil der Kultur.

Humsera-Auktion Die zehn von Künstlern aus der Region bemalten Humsera-Figuren von Stephan Zehentmeier werden ab Freitag, 15. Mai, ab 20 Uhr auf Ebay-Charity versteigert. Einen Link dorthin und weitere Infos finden Sie hier.red